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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Bemerkungen über den Bismarck-Archipel u.'s. w. 
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andererseits, die Mitte haltend, sicher in die Steffens-Strafse. An der Südseite 
der Linie Nauscu—Lusaum befinden sich Untiefen. Es wird deshalb gewarnt, 
südlicher, als bezeichnete Linie zeigt, zu gehen. Auf der Südwestecke der Insel 
Lusaum ist eine Handelsstation der Firma Hernsheim & Co. errichtet worden. 
Von Nauseu aus kommend, ist dieselbe jedoch zunächst nicht zu sehen, da 
Kokospalmen davorstehen. 
Santa Rosalia. 
Nach Berichten der Kapt. Mehring, Schiff „Artemis“, und Jolles, Schiff „Barmbeck“, ergänzt 
nach älteren deutschen und englischen Angaben. 
Allgemeines. Im Golfe von Californien an der Ostküste der gleichnamigen 
Halbinsel, auf etwa 27° 20’ N-Br und 112° 17' W-Lg, liegt der Hafenplatz Santa 
Rosalia, in dessen Nähe sich die Kupferschmelzen dieses reichen Grubendistriktes 
befinden und über welchen die Ein- und Ausfuhr aller mit der Kupfergewinnung 
in Verbindung stehenden Artikel stattfndet. Der frühere Ort gleichen Namens, 
von dem nur noch Reste vorhanden sind, lag etwa 3 Sm nördlicher. 
Der Ort verdankt seine Entstehung der Gründung der Compagnie du 
Bolea, die ihren Sitz in Paris hat. Diese Gesellschaft hat von der mexikanischen 
Regierung das alleinige Recht zum Bergbau in dieser Gegend erworben auf 
einer Fläche von etwa 50 Quadratmeilen, — 10 Meilen in nördlicher und 5 Meilen 
in westlicher Richtung — und ihre Gruben und großartigen Schmelzwerke sind 
seit dem Jahre 1885 im Betriebe. 
Die Einwohnerzahl beträgt über 3000, von denen die meisten Franzosen, 
Belgier oder Mexikaner sind. 
Küstenansicht, Zwischen Santa Maria Cove und dem in südöstlicher 
Richtung 6'/a Sm davon entfernten San Agueda Point sind sechs schluchtenartige 
Thäler, Canons genannt. Das nördlichste Thal, Santa Maria Canon, mündet an 
der gleichnamigen kleinen Bucht, und beinahe 3 Sm südlich davon Santa Rosalia 
Canon. In ferneren Abständen von je etwa 1 Sm folgen die Thäler Soledad, 
Purgatoria, Providentia und Sau Agueda. 
Das jetzige Santa Rosalia liegt im Providentia-Thale. Die Wohnungen 
der Beamten der Gesellschaft, die Kontore u. s. w. liegen an der Nordseite des 
Thales, während das Hafenmeisteramt und das Zollhaus auf dem Hügel an der 
Südseite stehen und die Wohnungen der Arbeiter, einige Magazine u. A, m. im 
Thale selbst liegen. 
Das Hinterland steigt in nicht grofser Entfernung von der Küste zu be- 
trächtlicher Höhe an, und. zwar recht im Hintergrunde von Santa Rosalia bis 
zu annähernd 900 m, während der etwa 10 Sm nördlicher liegende Santa Maria 
Mount über 1300 m und die westlich von diesem Berge liegenden Gipfel der Las 
Tres Virgenes 1700 bis 2000 m Höhe erreichen. Auch in gröfserer Entfernung 
südlich von Santa Rosalia erreichen einzelne Berggipfel Höhen von über 1000 
bis über 1500 m Höhe. 
Landmarken für die Austeuerung bilden die Inseln Tortuga und San 
Marcos sowie die hohen Schornsteine der Kupferschmelze, aufserdem auch die 
hohen Berge von Santa Maria. Die erstgenannte 310 m hohe Insel liegt auf 
der Breite von Santa Maria Cove, beinahe 20 Sm von der Küste entfernt. Die 
letztgenannte 270 m hohe Insel liegt südlich von Santa Rosalia und mit ihrem 
Nordende 4 bis 5 Sm von der Küste entfernt. 
Leuchtfeuer sind nicht vorhanden, doch brennen die elektrischen Feuer 
der Kupferschmelze, besonders die des auf einem Hügel liegenden Hauptkontors, 
während. der ganzen Nacht und sind von See aus in grofsem Abstande davon 
sichtbar. In der Regel werden sie in 10 Sm Abstand als solche erkannt. Ferner 
geben die von der Schmelze am Strande ausgeschütteten glühenden Schlacken ein 
intensives Licht, das einem Blinkfeuer ähnlich ist und ebenfalls in großem Ab- 
stande vom Lande gesehen wird. In einem speciellen Falle sah man diese Feuer 
in 16.Sm Abstand. 
‚ Lootsen sind zwei ‚vorhanden. Sie kommen am Tage in einem drei- bis 
vierruderigen Boote an Bord, wenn sich das Schiff in 4 bis 5 Sm Abstand vom
	        
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