accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1900, 
vielfach bis Stärke 9 anschwellend, und am 5. von der Elbe ostwärts stürmische 
Winde aus dem Nordwestquadranten hervorrief, die an der mittleren und öst- 
lichen Ostsee als äufserst schwerer Sturm fast den ganzen Tag anbhielten; 
noch am 6. herrschten an der östlichen Ostsee vielfach stürmische Winde aus 
nördlichen Richtungen. 
Nach Vorübergang dieser Erscheinung stellte sich die ursprüngliche 
Wetterlage nicht wieder her. Eine am 6. vom Ozean, westlich von den 
Britischen Inseln her herannahende Depression, die ihr Gebiet bereits über die 
Nordsee erstreckte, gelangte nicht zur Herrschaft, vielmehr entwickelte sich 
zwischen den Depressionen im Westen und Osten ein Hochdruckgebiet über 
Skandinavien, so dafs an Stelle der bisher beobachteten Winde aus westlichen 
solche aus östlichen Richtungen zur Herrschaft gelangten, die am Morgen des 
7, allgemein Frosttemperaturen herbeiführten. 
Vom 7. bis 12. lag die Küste im Bereiche des sich rasch über Central- 
europa sowie West- und Südrussland ausbreitenden Hochdruckgebietes, das 
seinen Kern von Skandinavien nach Finnland verlagerte und eine Drehung der 
Winde von NE nach E und SE an der Küste bedingte. Bei zunächst auf die 
Ostsee beschränkten und dann auch über die Nordsee ausgedehnten meist ge- 
ringen Niederschlägen sank die Temperatur nun rascher und erreichte am 13. 
an der westdeutschen Küste ihre niedrigsten Werthe. 
Auch während der folgenden Tage vom 13. bis 16. erhielt sich der 
höchste Luftdruck im Nordosten und Osten, doch eine Depression über dem 
Mittelmeer breitete ihren Einflufs durch Randbildungen über Kontinentaleuropa 
zeitweise bis zum Süden der Nord- und Ostsee aus, so dafs an der Küste mehr 
veränderliche leichte Winde wehten. Es trat der Fall ein, dafs die Herrschaft 
des Frostes an der deutschen Küste nicht durch Winde vom Ozean, sondern 
durch solche von Südosteuropa her gebrochen wurde. Die Erwärmung machte 
sich in Memel am Morgen des 13., Neufahrwasser und Rügenwaldermünde des 14., 
Swinemünde und Wustrow des 16. (Zunahmen der Morgentemperaturen um fast 
16 bezw. 13°), Kiel, Keitum und Borkum am Morgen des 17. bemerkbar, 
war also langsam, von Südost herstammend, westwärts längs der Küste vor- 
gzedrungen und brachte der östlichen Ostsee am Morgen des 16., der Nordsee 
an dem des 17. und theilweise erst des 18. wenigstens vorübergehend Thauwetiter. 
Während dieser Tage blieben die Niederschläge meist auf Theile der Ostsee- 
Küste beschränkt, während die Nordsee am 15. und 16. vielfach ausgebreiteten 
Nebel hatte. 
Nachdem sich am 17. die Depression über dem Mittelmeere westwärts 
verlagert hatte, breitete sich hoher Druck wieder über Kontinentaleuropa aus, 
und es herrschten am 18. bis 22. meist bei einem Kern höchsten Luftdruckes 
über Nordosteuropa wiederum anhaltend südöstliche bis östliche Winde, die 
wieder kältere Luft herbeiführten, so dafs abermals scharfer Frost an der ganzen 
Küste eintrat; diese Frostperiode brachte, nachdem am 17% an der ganzen Küste 
Niederschläge gefallen waren, bis zum 23. trockenes, am 18. und 19. an der 
Nordsee nebeliges, jedoch am 20. bis 23. an der östlichen Ostsee und auch sonst 
noch theilweise heiteres Wetter. 
Eine wesentlich andere Wetterlage bei mehr südlichen und schliefslich 
allgemein nach Südwest drehenden Winden boten die letzten Tage vom 24. bis 
31., indem bei anhaltend hohem Druck im Osten Depressionen über dem Ozean 
ihren Bereich über Centraleuropa ausgebreitet erhielten, so dafs am Ende des 
Monats wieder Thauwetter, diesmal vom Ozean herstammend, an der Küste ein- 
trat. Ausgebreitete Niederschläge, am 24. bis 27. längs der ganzen Küste und 
sodann meist nur bis zur Oder reichend, sowie ausgebreiteter Nebel, am 24. an 
der Nordsee und am 25. und 28. ostwärts bis zur Oder, kennzeichneten diese 
Tage. Ein tiefes, am 29. und 30. südlich von Irland her über Schottland 
schreitendes Minimum führte an der Nordsee am 30. stellenweise stürmische 
südwestliche Winde herbei; an diesem Tage, der sich weiter durch Vordringen 
hohen Luftdruckes von Südosten her über Kontinentaleuropa charakterisirte, 
herrschte an der Nordsee wieder vielfach heiteres Wetter, während sich die 
Niederschläge auf das Gebiet ostwärts der Oder beschränkten, 
Berichtigung. 
In dem Artikel „Zur Berechnung der Breiten- und Längenberichtigung nach 
der Standlinienmethode“, von W. Reuter, in „Ann. d, Hydr. etc.“ 1900, Heft TI, ist auf 
Seite 28 in der 14, Zeile von unten statt: „wenn man von der Zwischenzeit für je sechs Minuten eine 
Sckande Guhirabirt“ Zu setzen: „wenn man zw der Zwischenzeit für je sechs Minuten eine Se- 
kunde addirt“.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.