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Witterung-an der deutschen Küste im Dezember 1829
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Die Morgentemperaturen lagen am 1. bis 6, und 30. bis 31. (Nordsee 29.
bis 31.) fast durchweg über den normalen Werthen, während vom 7. bis 28,
(Ostsee 7. bis 29.) fast durchweg kühle Morgen beobachtet wurden, ausgenommen
um Mitte des Monats, wo relativ warme Morgen am 15..an der ostpreufsischen
Küste und in westwärts gerichteter Ausbreitung am 16. und 17. fast an der
ganzen Ostsee-Küste sowie noch am 17, bis 19. stellenweise an der nördlichen
Nordsee-Küste auftraten. In ihrem Gang von Tag zu Tag zeigten die Morgen-
temperaturen meist ein ziemlich stetiges Fallen bis gegen. Mitte der -dritten
Pentade, worauf eine starke Zunahme erfolgte, die um Mitte der vierten Pentade
wieder ‚einige Morgen mit Thauwetter überall herbeiführte; abermaliges starkes
Fallen brachte um Mitte der fünften Pentade die zweite Periode scharfen Frostes,
worauf die Morgentemperaturen wieder zunahmen und am 30. den Gefrierpunkt
meist überschritten. Ein abweichend von den übrigen Stationen hbeobachtetes
Sinken der Morgentemperatur vom 14. zum 15. hatte in Wustrow und Swine-
münde ein Steigen um 12,8° bezw. 15,6° bis zum nächsten Morgen im Gefolge,
wie in Kiel auf eine Abnahme vom 14, bis 16. eine Zunahme der Morgentempe-
ratur um 11,7° vom 16. bis 17. folgte. Die Temperatur schwankte an der Küste
zwischen 9,6°, der höchsten in Borkum, und — 15,4°, der niedrigsten in Swine-
münde heobachteten Temperatur, also um 25°, während die kleinste Schwankung
(19,2°) in Borkum und die gröfste (23,2°) in Hamburg eintraten. Die mittlere
tägliche Veränderlichkeit. der Temperatur von Tag zu Tag zur Zeit der drei
Terminbeobachtungen lag mit ihren gröfsten Werthen auf den Stationen zwischen
2,5° und 3,3°; sie zeigte meist die dem Winter zukommende Abnahme vom
Morgen bis zum Nachmittag und die gröfsten Werthe gleich häufig am Morgen
und Abend.
Sieht man von geringfügigen und von vereinzelten Niederschlägen ab und
läfst man den Niederschlagstag um 8 Uhr Ortszeit des gleichnamigen Kalender-
tages beginnen, so fielen die Niederschläge wesentlich am I. und 2. an der
ganzen Küste, am 3. an Theilen der westdeutschen Küste und an der östlichen
Ostsee, am 4. an der ganzen Küste, am.5, westlich der Elbe und östlich der
Oder, am 6, östlich der Oder, am 7, an der mittleren und östlichen Ostsee, am
8. und 9, an der Ostsee, am 10. und Il. ostwärts bis zur Oder, am 13. östlich
der Elbe, am 14. an der schleswig-holsteinschen und der preufsischen Küste, am
15. an der preufsischen Küste, am 16. an der Ostsee, am 17., 24. bis 26. und
am 27. mehr vereinzelt an der ganzen Küste, am 28. und 29. ostwärts bis zur
Oder, am 30. ostwärts bis zur pommerschen Küste und am 3l. ostwärts der
Oder. Gewitter wurden nicht beobachtet. Ausgebreiteter. Nebel herrschte am
15., 16., 18., 19. und 24, an der Nordsee, am 25. und 28, ostwärts bis zur Oder
und am 29. an der preufsischen Küste. Heitere Tage, charakterisirt durch eine
aus der dreimal täglich nach der Skala 0 bis 10 geschätzten Bewölkung als
Mittel kleiner als 2 berechnete mittlere Bewölkung, waren über gröfserem Ge-
biete der 3. von der Weser bis zur Kieler Bucht, der 5. bis 7. von der Elbe
bis zur mittleren Ostsee, der 8. an der Nordsee, der 20. an der östlichen Ost-
see, der 21. an der Nordsee, mittleren und östlichen Ostsee, der 22. ostwärts
der Elbe, mit Ausnahme der westlichen Ostsee, der 23. an der pommerschen
Küste und der 3l. an der Nordsee.
Nachdem am Morgen des 30. November hoher Luftdruck mit einem
Maximum über Kontinentaleuropa fast ganz Europa bedeckt hatte, schritt am 1,
bis 3. eine Depression, ihren Bereich bis nach den Alpen erstreckend, über
Nordeuropa fort, die der ganzen Küste am 1. und 2. Regen brachte und durch
Randbildungen auf der Süd- und der Rückseite am 1. stellenweise stürmische
südwestliche, am 2. an der ganzen Küste. stürmische Winde aus dem Nordwest-
quadranten, vielfach bis zu Stärke 9, und am 3. noch theilweise . stürmische
Winde aus nördlichen Richtungen an der mittleren und östlichen Ostsee hervor-
rief, Dabei nahm das Hochdruckgebiet über Europa rasch an Umfang ab und
verlagerte seinen Kern über Frankreich hinaus nach dem Ozean, um ebenso
schnell und in: gleichem Umfange zurückzukehren, so daß am Abend des 3.
nahezu .die gleiche Wetterlage wie vor dem Erscheinen der Depression bestand
und am 3. im Bereich hohen Luftdruckes von der Weser bis nach der Kieler
Bucht wieder heitere Witterung herrschte.
Ebenso schnell und ganz ähnlich im Einzelnen verlaufend schritt darauf
am 4. bis 6. eine zweite Depression über Nordeuropa, mit ihrem Minimum vom
Norwegischen Meere südostwärts nach dem Innern Russlands dringend und am
4. und 5. meist sowie am 6. östlich der Oder von Niederschlägen an der Küste
begleitet, die am 4. an der ganzen Küste stürmische, meist südwestliche bis
westliche Winde. an der Nordsee selten Stärke S überschreitend, an der Ostsee