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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Ergebnifs der Untersuchung von Wasserproben. 
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brasilianischen Küste entfernt, auf der dort befindlichen Victoria - Bank. Es 
wehte zur Zeit ein leiser Zug aus SO, die Wasserwärme betrug 24,5° C, die 
Luftwärme 22,7° C und der Luftdruck 762,5 mm. Der Himmel war bewölkt, das 
Wetter regnerisch. Tagsüber hatte man auf grofsen Theilen der Meeresober- 
fläche feinen gelben Staub beobachtet, der wahrscheinlich, wie es hier nicht selten 
ist; aus vom Lande hergewehtem Blumenstaub bestand. 
3. Eine Flasche enthielt Wasser von dem in 22° S-Br mündenden Flüfschen 
Rio Soa in Chile. Es wurde, etwa 70km von der Mündung entfernt, auf der Salpeter- 
Pampa der Provinz Toco am 20. Juni 1893 dem Bache entnommen. Rio Soa 
zeigte sich dort als ein mit etwa 2'/a Knoten Schnelligkeit fliefsender Wasser- 
Jauf. Seine Wassermasse entsprach derjenigen, die aus einem Rohre von 45 cm 
Durchmesser fließen kann. | 
; Aus dem Ergebnifs der Untersuchung und dem Schlufsgutachten des Herrn 
Dr. Dennstedt theilen wir Folgendes mit: 
Die beiden Meerwasserproben geben in ihrer qualitativen und quantitativen 
Zusammensetzung auffällige Resultate nicht, dagegen ist überraschend, dafs das 
Wasser aus dem Rio Soa, trotzdem der Flufs die chilenische Salpeter - Pampa 
durchlaufen hat, auch nicht eine Spur von Salzen der Salpeter- oder salpetrigen 
Säure enthält und auch Ammoniak völlig abwesend ist. 
Das Wasser des Rio Soa hatte einen nicht ganz unbedeutenden, an der 
Flaschenwand fest anhaftenden Niederschlag von Kalciumkarbonat abgesetzt. 
Ammoniak enthielt am meisten das Mittelmeerwasser, bedeutend weniger das 
andere Meerwasser und keine Spur das des Rio Soa. 
Nach der chemischen Untersuchung enthielt ein Liter filtrirten Wassers 
in Gramm: 
Specifisches Gewicht bei 15° . . 
Verdampfungsrückstand , 
Glührückstand . . . 
Ohlor . . 0.4 $ 
308 
X Mn 0! zur Oxydation verbraucht . 
Rio Soa 
Mittelmeer 
1,0026 1,0285 
3,430 41,94 
3.100 36,70 | 
1,597 21,30 
0,220 2,45 
D.01896 0.19 
Säüd-Atlantik 
1,0283 
40,28 
37,20 
19,90 
2,44 
0,075 
1 
Von englischen Forschern wurde im Mittelmeerwasser zwischen Korsika 
und Frankreich im Jahre 1870 gefunden: 
Verdampfungsrückstand . . 142,88 ; 
Chlor . 0.20.00... + . „ 2187. 
‘8, F. Fischer: „Das Wasser“, Aufl. II, S. 28.) 
Die Bestimmungen der Mengen der durch Kaliumhypermanganat in saurer 
Lösung oxydirbaren Substanzen können nach dem Gutachten nicht auf äufserste 
Genauigkeit Anspruch erheben, weil die zur Aufbewahrung verwendeten Flaschen 
vorher nicht genügend gereinigt und nach dem Füllen nicht luftdicht verschlossen 
waren. Das Gutachten bezeichnet die sorgfältige Reinigung und den luftdichten 
Verschlufs der Gefäße als unerläßlich für die Gewinnung einwandfreier Unter- 
suchungsergebnisse, was wir im Interesse etwa fernerhin der Seewarte einzu- 
liefernder Wasserproben hier mittheilen. 
Einiges über Wettervorhersage,‘ insbesondere über das Sturm- 
warnungswesen an der deutschen Küste, 
Von Prof. Dr. W. J. vAN BEBBER. Abtheilungsvorsteher der Deutschen Seewarte. 
; Obgleich man sich seit undenklichen Zeiten alle mögliche Mühe gab, den 
verwickelten Zusammenhang der Witterungserscheinungen zu enträthseln, so ist 
1) Ausführliche Darlegungen mit zahlreichen Beispielen finden sich in: van Bebber, „Die 
Wettervorhersage“, 2. Aufl. 1898, bei Enke, Stuttgart, und in: „Handbuch der ausühenden 
Witterungskunde“. 2 Bände, ebendaselbst.
	        
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