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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1898.
über 10. Auch wurde das Aufkräuseln des Wassers während dieser Zeit im
größeren Mafsstabe ebenso bemerkt, wie es bei St. Vincent im kleineren gesehen
worden war. Das Schiff wurde derartig ins Rollen gebracht, dal es, wenn die
See sich nicht aufs Deck stürzte, doch auf beiden Seiten beständig viel Wasser
schöpfte, so dafs in Betracht gezogen werden mufste, vor dem Winde und der
See zu laufen, um auf diese Weise einigermafsen die verheerenden Folgen der
entfesselten Elemente abzuschwächen. Da aber der Sturm von heftigen und so
starken Regenschauern begleitet war, dafs langsamer gefahren und Schallsignale
gemacht werden mufsten, so erschien es rathsamer, den Kurs beizubehalten, um
so wenigstens baldmöglichst aus der wahrscheinlich nur kleinen Sturmregion
herauszukommen.
Mittags zeigte das Barometer 754 mm bei 30°C. Heftige Böen, Sturm
und See hielten bei bedecktem Himmel mit ungeschwächter Kraft an, bis es um
2b p etwas abklarte und wieder ganz plötzlich um diese Zeit bei Barometer-
stand 749 mm flauer wurde, so dafs die beigesetzten Schrägsegel beim Schlengern
lose kamen, Eine eigenthümliche Erscheinung war es aber, dafs nicht nur der
Wind so plötzlich nachliefs, sondern die See sich ebenso schnell legte, das
Köpfen derselben fast aufhörte und eigentlich nur eine hohe Dünung zu bemerken
war. Aber die Ruhe sollte nicht von langer Dauer sein. Schon nach 20 Minuten
nahmen See und Wind aus der früheren Richtung an Stärke wieder plötzlich zu,
bis sie so heftig waren und das Schiff ebenso heftig arbeiten und Wasser über-
nehmen machten, wie vordem.
Um 3*p hatte der Sturm wieder seinen Höhepunkt erreicht, nahm dann
wieder, ebenso wie die See, plötzlich ab, so dafs wir um 4 Uhr schon alle
Decksthüren offen lassen und die vielen in Salons und Kammern vom Seewasser
durchnäfsten Sachen zum Trocknen hinausbringen konnten.
Während dieser Zeit wurden mehrere Schmetterlinge und Landvögel bei
und auf dem Schiffe gesehen. Barometer um 4”p 750 mm. Der mit Stärke 3
anhaltende Wind lief bis 4 Uhr über Süd auf SW und nahm bis 8 Uhr wieder
zu (Stärke 6). Während der Zeit von 4 bis 5 Uhr wurde Östnordost- und Süd-
westseegang beobachtet, und zwar die Ostnordostdünung soviel abnehmend, als
der Südwestseegang an Stärke zunahm.
Während des Abends und der Nacht kamen häufig heftige Regenböen bei
steifer Briese vor, auch nahm die See mehr zu; jedoch gegen Morgen des 1. Sep-
tember klarte es ab, und wir befanden uns in der Gegend des Südwestmonsuns.
Barometerstand S"p des 31. August 755 mm und um Mitternacht 758 mm.
Die Fahrt betrug 11 Sm in der Stunde auf dem Kurse S 19° W rw. von
Pt. Machado - Feuerthurm aus, welchen wir am 31. August um 7"a auf 2 Sm
Distanz passirten.
Ergebnifs der Untersuchung von Wasserproben, welche der Seewarte
eingeliefert wurden.
Auf Ersuchen der Direktion unterzog der Direktor des Chemischen Staats-
laboratoriums der Freien und Hansestadt Hamburg, Herr Dr. Dennstedt. die
folgenden bei der Seewarte eingelieferten Wasserproben einer Untersuchung:
1. Als sich der von Kapt. W. Meifsel geführte Bremer Dampfer „Gera“
ım 6 Uhr nachmittags des 25. Oktober 1897 in Sicht des Kaps de Gata, der
Südostspitze von Spanien, befand, wurde dort ein aufserordentlich starkes Meer-
leuchten beobachtet, und von dem Meerwasser dann eine Flasche gefüllt. Es
herrschte zur Zeit fast Windstille, der, Luftdruck betrug 763,5 mm, die Luft-
wärme 21,5° C und die Wasserwärme 19,8° 0. Das Aräometer zeigte auf 1,0273,
der Himmel war halb bewölkt und das Wetter gewitterhaft. Im Nordosten
blitzte es.
2. Das in der zweiten Flasche enthaltene Wasser war von Kapitän
J. Saelzer, Führer des Hamburger Vollschiffes „Othmarschen“, am 5 De-
zember 1894 dem stark leuchtenden Meere entnommen worden. Das Schiff
hefand sich damals in 20° 17’ S-Br und 37° 35‘ W-Lg, etwa 250 km von der