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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Von der Sunda-Strafse bis zum Indischen Ozean. 
nördliche Wind durch NO nach O, und da gleichzeitig eine südwestliche Strömung 
vorhanden war und diese Verhältnisse bis zum 15. Januar anhielten, so wurde 
das Schiff ungefähr ebenso lange an dem Platze festgehalten. Am Nachmittag 
des letztgenannten Tages kam in einer Regenböe eine starke südwestliche Briese 
durch, die aber schon in der folgenden Nacht wieder abflaute, wobei jedoch die 
Richtung des Windes aus dem westlichen Halbkreise verblieb. Am Abend des 
16. Januar sichteten wir Rajo Imel und lagen darauf während der Nacht hei 
schweren Gewitterböen mit Regen vor der Bai von Kwandang ab und an. Infolge 
des westlichen Windes mulß sich der bis dahin westliche Strom in einen Ööst- 
lichen verwandelt haben, und zwar in einen solchen von der doppelten Stärke; 
denn am Mittag des 17. Januar fanden wir uns 45 Sm nach Osten versetzt. Es 
wurden häufig starke Stromkabbelungen passirt, welche mit Brandungen zu ver- 
gleichen waren, und in denen das Schiff trotz einer Fahrt von 3 Knoten nicht zu 
steuern war. Bei dem sehr unbeständigen und böigen Südwestwinde liefs sich gegen 
den starken östlichen Strom nicht wieder zurückarbeiten, vielmehr trieb das 
Schiff immer weiter nach Osten. Am Mittag des 20. Januar peilte die Insel 
Menado-Tua OzN 8 Sm entfernt; allein im letzten Etmal hatten wir eine Ver- 
setzung von 61 Sm NOzO. Hier nahm der Strom eine mehr nördliche Richtung 
an. Am Abend desselben Tages kam ein frischer Nordostwind durch, mit dem wir 
wieder nach der Kwandang-Bai zurücksegeln konnten. Am 23. Januar kam 
„Montana“ daselbst zu Anker. 
Nach Einnahme von 70 Tonnen Eisenholz verliefsen wir am 2. Februar 
Kwandang wieder, .um nach Pogo Jama’) am Golf von Tomini zu versegeln. 
Da dieser Platz schwerlich ohne einen Lootsen aufzufinden ist, so sollte zwecks 
Erlangung eines solchen zuvor Gorontalo angelaufen werden, Bei dem auf 
See angetroffenen sehr unbeständigen Wetter mit heftigen Regenböen, östlicher 
Mallung und einer Gegenströmung von 1 Knoten nahm die Reise einen so langsamen 
Verlauf, daß „Montana“ sich erst am 19. Februar um Mittag in der Peilung 
„Insel Talisse SO 10 Sm entfernt“ befand. Während dieser Zeit wurden häufig 
mehrere Wasserhosen gleichzeitig um das Schiff herum beobachtet. Kine von 
diesen passirte am 15, Februar recht über das Schiff hinweg, ohne jedoch dem- 
selben einen nennenswerthen Schaden zuzufügen, denn die meisten Segel waren 
rechtzeitig weggenommen. Am 20. Februar stellte sich bei beständigem Wetter 
ein frischer Nordnordostwind ein, mit dem die Reise einen besseren Verlauf annahm. 
Am Kap Flesko beobachteten wir einen starken nordöstlichen Strom und eine 
schwere Stromkabbelung. Vor dem Golf von Tomini nahm der Wind eine nord- 
westliche Richtung an, und war somit‘ dem Kurs des Schiffes entgegen. Krst 
am 28. Februar, nach einer beschwerlichen Reise von 26 Tagen, langte „Montana“ 
in Gorontalo an. Nachdem ein Lootse an Bord gekommen war, traten wir am 
2, März die Weiterreise nach Pogo Jama an derselben Küste an und erreichten 
dessen Ankerplatz am 4. März mit der eben einsetzenden Seebriese. 
Nachdem die für uns bestimmte Ladung in Pogo Juma eingenommen war, 
verließen wir diesen Ort am 18. März wieder, um nach Gorontalo zurückzusegeln, 
Da ausnahmsweise am 19. März ein frischer Seewind wehte, so gelang es uns, 
noch an demselben Tage in Gorontalo einzulaufen und das Schiff am Ladeplatz 
festzumachen. 
Nach Vervollständigung der aus verschiedenen indischen Produkten be- 
stehenden Ladung wurde am 19. April von Gorontalo die Heimreise nach Rotter- 
dam angetreten. mit der Absicht, den Weg durch die Greyhound-Strafse ein- 
zuschlagen. Im Golf von Tomini war der Ostmonsun noch nicht durchgedrungen, 
vielmehr wehte hier ein von schönem Wetter begleiteter Westwind, der uns schon 
am 22. vor die genannte Strafse führte. Hier aber holte der Wind südlich und 
flaute zu einer leichten Briese ab, welche in der kommenden Nacht des öfteren 
von Windstillen aufgehoben wurde. Da diese Windverhältnisse fortbestanden, 
und außerdem in der Strafse ein nördlicher Strom vorhanden war, so gestaltete 
sich das Kreuzen zu einer langwierigen Arbeit, bei der das Schiff mehrmals 
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ı) In der neuesten Ausgabe der holländischen Seekarte Oost-Indische Archipel, Oostblad 3, 
v. August 1897, findet sich anstatt des Namens Poga Jama, wie ihn die Engl. Adm. Karte 942 A 
Eastern Archipelago, Eastern Portion sh 1 — Tit. X, 151 — giebt, bezw. Pogu Yama im Eastern 
Archipelago part. IL S. 368, der Name Belatu für diese Bucht. D. R.
	        
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