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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1898,
Acapulco und San Blas (Westküste von Mexiko).
Dem kürzlich eingelieferten Meteorologischen Journal der Seewarte, geführt
von Kapt. J. Christiansen, Führer der Hamburger Bark „Dione“, entnehmen
wir Folgendes:
Acapulco.!) Lootsenwesen. Die Einsegelung am 15. Februar 1897
erfolgte ohne Lootsen, da trotz der im Vortopp geheifsten Lootsenflagge ein
Lootse nicht herauskam. Dennoch sollte das Schiff ein- und ausgehend Lootsen-
geld bezahlen. Der Kapitän verweigerte zunächst die Zahlung, entschlofs sich dann
jedoch, unter Protest zu zahlen; darauf erhielt er ausgehend einen Lootsen.
San Blas.?) „Dione“ ankerte am 25. März 1867 9"p unweit der Rhede
von San Blas in 16,5 m (9 Faden). Am nächsten Morgen kam der Lootse an
Bord und brachte das Schiff nach dem eigentlichen Ankerplatz.
Landmarken. Eine der besten Landmarken zum Ansegeln von San Blas
ist der Berg San Juan, welcher auch bei verhältnifsmäfsig unsichtigem Wetter
sehr weit sichtbar ist.
Ankergrund in San Blas ist gut, die Schiffe liegen 1 Sm von Land unweit
der Piedra Blanka in 9m (5 Faden) zu Anker.
Ballast ist billig, 1 Peso die Tonne. Da derselbe jedoch in Kanoes an
Bord gebracht wird, so können nicht mehr wie 50 t am Tage geliefert werden,
da die Kanoes nachmittags wegen der frischen Briese nicht mehr durch die
Brandung gehen können.
Am 1. April 8" p verliefßs „Dione“ San Blas, um nach Mazatlan zu ver-
segeln. Die Reise dauerte verhältnifsmäfsig lange, neun Tage, da der Wind
meist still und von vorne war und aufserdem manchmal über 30 Sm Strom
gyegenan setzte.
Von der Sunda-Strafse über Kwandang, Pogo-Jama und Goron-
talo (Celebes) durch die Lombok - Stralse bis zum Indischen
Ozean, und einige Bemerkungen über die drei genannten Plätze.
Aus dem meteorologischen Journal des Schiffes „Montana“, Kapt. X. HEYENGA.
Peilungen mifsweisend.
Am 21. Dezember 1896 durchsegelten wir, auf der Reise von Kapstadt
nach Kwandang, bei frischem nordwestlichen Winde die Sunda-Strafse, und
abends befanden wir uns in Sicht des Feuers von Nord-Wächter, wo sich böiges
Wetter mit Gewitter und Regen einstellte. Ein zwischen NW und SW schwan-
kender, von schweren Gewittern mit Regeu begleiteter Wind und ein nach Osten
setzender Strom von 1] Knoten Geschwindigkeit führten das Schiff am 25. mittags
in die Peilung „Kap Salatang (Salaten) N 25 Sm ab“. Hier holte der Wind, bei
aufklarendem Wetter, nördlich, In der folgenden Nacht passirten wir zwischen
den Inseln Moresses und Kadapangan und lagen dann bei dem Winde in die
Makassar-Strafse ein. Bei leichten nördlichen Winden wurde in dieser Straße
aufgekreuzt, und am Mittage des 29. Dezember befanden wir uns in Sicht der
Inselgruppe Paternoster, Bis zu der Insel Balabangan wurde wenig südliche
Versetzung beobachtet. Weiter nördlich in der Straße wurde der nördliche
Wind oft von Stillen unterbrochen, so dafs die Gezeitenströme mehr und mehr
zur Geltung kamen, bis zu einer Stärke von 1’/@ Knoten.,®) Unter diesen Um-
ständen war nur ein langsamer Fortschritt möglich, weshalb wir uns auch erst
am 11. Januar 1897 in Sicht von Kan Rivers befanden. Hier holte der bisher
1) S. „Segelhdb. f. d. Stillen Ozean“, S, 578. „Sail. Dir. f, th, West coasts of Central
America and the United States“ 1896, S. 126.
2) S. „Segelhdb. f. d. Stillen Ozean“, S, 580. „Sail. Dir. f. th. West coasts of Cental
America etc.“ 1896, S. 169 ff.
3) Vgl. Heft V. S. 213 des Jahrgangs 1897 dieser Annalen, D. R.