Eine schnelle Reise des Hamburger Schiffes „Pampa“.
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Nimmt man die kürzeste Fahrt eines jeden dieser Abschnitte und stellt
sie, ohne Rücksicht darauf, von welchem Schiffe sie gemacht worden ist, zu-
zammen, so würde sich eine Reisedauer von 58 Tagen ‚ergeben, eine Dauer,
die gerade gleich jener vom Fünfmaster „Potosi“, Kapt. R. HMilgendorf,
Anfang 1897 vollendeten Reise von Lizard nach Valparaiso sein würde. Die
Heimreise von Iquique kann danach in 58 Tagen oder noch rascher, denn auf den
beiden ersten Theilstrecken liefse sich noch nennenswerth Zeit ersparen, zurück-
gelegt werden. Um dies zu thun, müfste aber ein so schnell, wie die vorerwähnten,
zegelndes, gleich tüchtig geführtes Schiff während der ganzen Reise ohne Unter-
brechung eine sehr günstige Gelegenheit finden. Ein solches Zusammentreffen
kann nur im Verlaufe langer Jahre einmal erwartet werden. Heimwärts bestimmte
Schiffe, die zur Zeit des nördlichen Winters den Aequator im Atlantischen Ozean
überschreiten, gelangen durchschnittlich in kürzerer Zeit nach Lizard als die,
welche dies im nördlichen Sommer thun. Dies ist bei der Reise von „Pamelia“
zu berücksichtigen.
Die so günstigen wie ungewöhnlichen Windverhältnisse, die von „Pampa“
auf dem letzten Theile ihrer Reise angetroffen worden sind, scheinen durch jenes
große Hochdruckgebiet geschaffen worden zu sein, unter dessen Kinfluls im
Winter 1897 bis 1898 ganz Europa wochenlang gestanden hat. Durch sein
Auftreten wurden jene in seiner nördlichen Hälfte herrschenden Westwinde ver-
ursacht, denen Nordwesteuropa den diesjährigen warmen schneefreien Winter
verdankt, während Italien und Südosteuropa infolge der in seinem südlichen
Theile wehenden Ostwinde unter einem abnorm kalten Winter litten, Der Einflufßs
dieser Wetterlage scheint sich so weit südwestwärts auf den Nordatlantischen
Ozean hinaus erstreckt zu haben, dafs „Pampa“ dort nördlich vom Passatgebiete
den erwähnten beständigen Südostwind fand. Die Beobachtungen mehrerer von
Süden kommender Dampfer zeigen dies ziemlich sicher an. So beobachteten
Dampfer „Coblenz“, welcher die Kanal-Mündung am 22. Januar erreichte, und
Dampfer „Patagonia“, welcher Ushant am 27. Januar passirte, in nördlicher
Breite ebenfalls keinen anderen als östlichen Wind. Am Mittage des 19. Januar
herrschte bei „Pampa“ in 29,2° N-Br und 30,7° W-Lg Ostsüdostwind von Stärke 5
und Luftdruck gleich 765,8 mm, während gleichzeitig Dampfer „Coblenz“ von
34,7° N-Br und 13° W-Lg nordöstlichen Wind von Stärke 3 und einen Baro-
meterstand von 770 mm berichtet. Drei Tage später, am 22. Januar, fand
„Pampa“ in 37,4° N-Br und 21,4° W-Lg Südostwind, Stärke 7, und einen Luft-
druck von 767,7 mm, gleichzeitig Dampfer „Tucuman“ in 32,2° N-Br und
14,3° W-Lg Ostwind, Stärke 3, und Barometerstand von 769,0 mm und Dampfer
„San Nicolas“ in 36,8° N-Br und 13° W-Lg Ostnordostwind, Stärke 3, und Luft-
druck von 772,0 mm. Die Wetterkarte der Deutschen Seewarte zeigt für 8 Uhr
morgens des 22. Januar für Biarritz einen Luftdruck von 778,1 mm, für Ushant
einen solchen von 777,1 mm und für Queenstown einen von 774,7 mm. Vom
Gebiete des regelmäßigen Passates her beobachtete ‘„Pampa“ an den folgenden
Tagen mittags das Folgende:
Datum 1 .
1898 N-Br |
Januar 16
je
”
)
1
2
25 |
926°
18,1°
21,6°
25,2°
29,2°
32,4°
35°
37,4°
42°
45,4°
47,5°
49,99
W-Lg
35,4°
33,8°
32,6°
30,7°
28,5°
24,6°
21,4°
19,8°
16°
11,59
79
Rarometer
mm
762,1
760,1
763,5
765,8
762,1
762,0
767,7 -
768,5
771,0
771,3
771.0 |
Wind Stärke
"SE
SE
SE
FSK
0
5
SF
SE
SSE
SSE
E
Bemerkungen
Häufiges Blitzen,
Ann. d. Hydr. ete., 1898, Heft IH