6
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1898.
Die 1676 Registertons grofse „Pampa“ war, mit Koulen schwer beladen,
Ende Juli 1897 von Cardiff in See gegangen, um nach Santos zu segeln und
arreichte diesen Hafen am 4. September, 36 Tage später als 50° N-Br verlassen
worden war. Nach einem einen Monat dauernden Aufenthalte in Santos ging
das nun in Ballast geladene Schiff am 5. Oktober wieder in See, um die Reise
nach Iquique fortzusetzen. Am 10, November, nach 38tägiger Fahrt, konnte auf
der Rhede von Iquique geankert werden. Dort wurde „Pampa“ dann, wie es
bei den Laeiszschen Schiffen in der Regel der Fall ist, in sehr rascher Weise
‚ger gemacht und aufs Neue beladen, so dafs das mit Salpeter voll beladene
Schiff schon am 24, November die Heimreise antreten konnte. Auf ihr wurde
„Pampa“ von Anfang an von den Verhältnissen sehr begünstigt. An Stelle der
nahe der Küste vorherrschenden ganz leichten südlichen Mallung fand „Pampa“
yleich frischen Südostpassat, der das Schiff in acht Tagen nach 35° S-Br in
37,5° W-Lg führte. Hier an der polaren Passatgrenze veränderte sich der Wind
bei einem höchsten Luftdruck von 771,5 mm nach NE und bald darauf durch
Nord nach West, und bei frischen, aus südwestlicher Richtung vorherrschenden
Winden segelte „Papa“ dann bis zum 12. Dezember, dem 15. Tage der Reise,
zum Kap Horn. Unweit dieses Vorgebirges verursachten leichte südliche und
südöstliche Winde an zwei Tagen eine Unterbrechung im raschen Fortgange der
Reise, und auch später waren die im Südatlantischen Ozean angetroffenen Ver-
hältnisse oft wenig erwünschte. So bewirkten leichte nördliche Winde, daß
„Pampa“ vier Tage, vom 26. bis 30. Dezember, auf der zwischen 29,4° S-Br in
32° W-Lg und 26,7° S-Br in 29,7° W-Lg liegenden Strecke zubringen mufste,
Nachdem sich in geringer Entfernung von diesem letzteren Punkte der Südost-
passat eingestellt hatte, wurde der letzte Theil des Weges zur Linie in rascher
Fahrt durchsegelt. Am 9. Januar 1898 ging „Pampa“ in 29,5° W-Lg von süd-
licher in nördliche Breite über. Es waren damals 28 Tage, eine verhältnifsmälßsig
jange Zeit, seit dem Passiren des Kaps Horn vergangen. Hätte die Vollendung
der letzten Theilstrecke eine ähnlich lange Zeit in Auspruch genommen, so würde
lie ganze Reise zu dieser kurzen Besprechung kaum Veranlassung gegeben haben.
[m Nordatlantischen Ozean nahm die Fahrt aber einen aufßserordentlich günstigen
Verlauf, Die Ueberschreitung des sich nur durch eine, einen Tag lang dauernde
jeichte östliche Briese bemerkbar machenden Stillengürtels verursachte nur eine
yzeringe Verzögerung. Von 3,5° N-Br in 305° W-Lg an herrschte frisch durch-
stehender Nordostpassat, der frühzeitig eine raume Richtung annahm und schliefslich
in einen beständigen frischen Südostwind überging. Bei diesem vom 17. Januar
von etwa 20° N-Br in 35° W-Lg ab wehenden Winde steuerte „Pampa“ einen
Ost von den Azoren verlaufenden direkten Kurs für den Englischen Kanal, der
aach rascher ungestörter Fahrt am 26. Januar erreicht wurde. Um dahin vom
Aequator aus zu gelangen, waren nur 17! Tage erforderlich gewesen. Die
Strecke von 20° N-Br in 35° W-Lg bis Lizard war in neun Tagen vollendet
worden. Die ganze Reise von Iquique hatte 63 Tage gedauert, und während
dieser Zeit war Wind von der Stärke 8 nur für wenige Wachen beobachtet
worden. Die gesegelte mittlere Schnelligkeit betrug für die ganze Reise
7,3 Knoten. Auf ihrem ersten Theile bis zum Kap Horn war sie gleich
7,7 Knoten, bis zum’ Aequator 6,7 Knoten und bis zum Kanal %6 Knoten
yeWeSeN.
In ihren verschiedenen Theilstrecken verhält sich die Reise zu den beiden
nächst raschen Reisen von „Pamelia“, Kapt. H. Dehnhardt, welche Iquique am
18. Juni 1895 verlassen hatte, und „Preufsen“, Kapt. H. Schmidt, welches
Schiff am 27. Dezember 1897 van Iauiaque in See geyangen war, folgendermafsen:
Woehiff
1
Tauique— Kap Horn:
„Pamelia“ 18 Tage !
„Preufsen“ . 19
.Pamvpa“ 18
Kap Hom — ” 3
Aequator Aequator — Lizard
23 Tage ! 26 Tage
28 20 »
DQ im
Ganze Reise
67 Tave
57
a