Aus. den Fragebogen. der Deutschen Secewarte, betreffend Häfen,
535
Schiffahrtsunkosten betrugen für „Patagonia“ 4500 000. reis: Zoll-
abgaben, Lootsengebühr, Uebersetzung des Manifestes, Dockabgaben, Kranken-
hausabgaben, dazu 4 vom Tausend der Fracht plus 10 vom Hundert hiervon.
Das deutsche Konsulat liegt Rua S. Antonio.
Krankenhaus. Ein besonderes Gelbfieber - Krankenhaus ist vorhanden.
Las Palmas (Puerto de la Luz), Gran Canaria,') Kanarische Inseln,
Flensburger Dampfer „Hektos*, Kapt. G. W. 'Thomsen., Dezember 1897,
Lootsenwesen. Für den Hafen besteht Lootsenzwang; der Hafen-
lootse kommt innerhalb der Hafenmolen an Bord in einem gewöhnlichen Ruder-
boot, das am Bug den Buchstaben P trägt. „Hektos“, welcher 719 Register-
tonnen netto grofs ist und mit einem Tiefgange von 4,9 m (16) ein- und von
5,4 m (17’ 8”) auslief, zahlte nach der bestehenden Lootsentaxe ein Lootsengeld
von 1X 138 6d.
Schlepper sind vorhanden.
Feuer. Das östliche Molenfeuer ist grün, das westliche roth,
jedes etwa 5 Sm sichtbar (vgl. auch „Nachr. f. Seef.“ 1897 No. 1034, 1898 No. 436).
Wassertiefen. Mit 5,49 m (18°) Tiefgang kann man dem östlichen
Molenkopf auf einer halben Schiffslänge nahe gehen, an der Westmole ist
weniger Wasser.
Ankerplatz. Wenn man nur zur Einnahme von Bunkerkohlen anläuft,
kann man auf der Rhede ankern: die Westmole in Nord mw. etwa 1 Sm ab auf
11,0 m (6 Faden) Wasser. Man geht aber besser gleich in den Hafen, die Be-
förderung ist dort schneller, und ‘Lootsengeld mul man sowieso bezahlen.
Kohlen sind immer zu haben; „Hektos“ nahm in sechs Stunden 225 t
mit der Achterwinsch (Renner durch Bootsdavid und Achtertopp) in Säcken
über. Der Preis für die Tonne betrug 188 6d.
Wasser. Das Trinkwasser war sehr gut und kostete 4 Mk. die Tonne;
es sind drei Wasserboote am Platze.
Proviant ist wohlfeil.
Docks und Ausbesserungswerkstätten sind nicht vorhanden.
Seekarten und nautische Bücher sind am Ort zu haben.
Gesundheitspolizei. Bevor mit dem Lande in Verkehr getreten werden
durfte, mußte der ärztliche Besuch abgewartet werden. Ein Gesundheitspa[s
wird stets verlangt. Der Gesundheitszustand am Ort war sehr gut.
Zollamtliche Behandlung. Es wurde nur ein Ladungsmanifest verlangt,
Deutsches Konsulat ist am Platz nicht vorhanden.
Eine schnelle Reise des Hamburger Schiffes „Pampa‘“,
Kapt. C. J. Steincke.
Unter den vielen raschen Reisen, welche deutsche Schiffe in den letzten
Jahren von den Salpeterhäfen Chiles nach dem Kanal ausgeführt haben, ist die
rascheste, soweit bekannt, die Ende Januar 1898 beendete Fahrt der von Kapt.
C. J. Steincke geführten „Pampa“. Kapt. Steincke, der mit demselben Schiffe
im Januar 1896 die Strecke Lizard — Linie in 15 Tagen und 6- Stunden durch-
segelte, erreichte in diesem Falle den Kanal nach 63tägiger Reise von Iquique.
Er übertraf damit die raschen Reisen gleicher Fahrt, welche von der „Pamelia“
im August 1895 und vom Schiffe „Preußen“ im März 1896 nach je 67. Tagen
beendet wurden, noch um 4 Tage. a
Vgl. „Ann. d, Hydr. u. Mar. Met.“ 1896, S. 300 #f. „Africa Pilot“, Part I,
DR.