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Full text: 26, 1898

Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen, 
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Bahia. 
Dampischiff „Patagonia“ der Hamburg-—Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft, 
Kapt. J. G. von Holten, Januar 1898. 
„South America Pilot“, part I, 1893. 
Ankerplatz (S. 99 a. a. O.). Kein Dampfer oder Segelschiff darf nachts 
in den Hafen einlaufen, kann aber in der sogenannten Francia bis Tagesanbruch 
ankern (1 Sm SW vom Fort do Mar). Jedes einkommende Schiff mufs aufser 
der Nationalflagge und der gelben Flagge im Vortopp noch Name und Abgangs- 
ort heißen und kann in den Hafen kommen, wenn das Antwortsignal beim Feuer- 
thurm, Kloster Sta. Maria oder dem Fort do Mar geheilt ist. 
Wasser kommt in Wasserbooten längsseits und kostet 1 t 2000 reis, bei 
dem augenblicklich sehr niedrigen Kurse 1,20 Mk. 
Nautische Ausrüstung. Seekarten u. dgl. sind schwer zu beschaffen. 
Bunkerkohlen (S. 100 a. a. 0.) kommen je nach gewünschter Menge 
bis zu sechs Stunden nach der Ankunft des Schiffes längsseits und werden in 
kleinen Handkörben von Arbeitern an Bord gebracht. „Patagonia“ nahm 180 t 
in zehn Stunden. S. M. Kriegsschiffe zahlen dieselben Preise wie in Pernambuco, 
Frischproviant ist etwas billiger als in Rio und Santos. 
Gesundheitspolizei. Kin Gesundheitspals wird stets verlangt, der 
Verkehr mit dem Lande darf erst nach ärztlichem Besuch aufgenommen werden. 
Zollamtliche Behandlung. Es wird aufßser Ladungsmanifest, Certifikat 
des Konsuls und genauer Proviantliste eine Passagierliste mit Angabe des Gepäcks 
und von jedem Passagier ausgestelltes Certifikat über sein Gepäck verlangt. 
Landungsplatz. Es: wird gewöhnlich bei der Treppe am Markt oder 
deren Nähe gelandet, bei südlichen Winden ist dies mit Schwierigkeiten verknüpft. 
Das deutsche Konsulat liegt in der Börse. 
Ladung. Kosten und Risiko für das Anbordschaffen der Ladung in 
Leichtern trägt der Verschiffer, für das Anlandschaffen das Schiff. 
Schiffahrtsunkosten. Die Schiffsabgaben wurden gerade einer Revision 
unterzogen. Bisher sind zu zahlen: Feuergeld, Kaigeld für die am Zoll zu ent- 
löschenden Leichter, Krankenhausabgabe 1920 reis für den Kopf der Besatzung; 
von der ein- und ausgehenden Fracht 4 vom Tausend plus 10 vom Hundert 
hiervon. 
Segelanweisung (S. 101 ff. a. a. O.). Dampfer mit einem Tiefgange 
von 7m und mehr sollten immer den Weg südlich um die Bank San Antonio 
nehmen, da die 4'!/ Faden - Stelle (8,2 m) zwischen der Tonne am Nordende der 
Bank und Kap San Antonio bei südlichem Winde, der immer aufgeregie See 
bringt,-für tiefgehende Schiffe gefährlich ist. 
Der Weg zum Ankerplatz im Hafen sollte von tiefgehenden Schiffen stets 
im Süden und Westen der Panella-Bank genommen werden, Nachts ausgehenden 
Dampfern ist dies gleichfalls zu empfehlen. Vom Liegeplatz aus ist West mw. 
zu steuern, bis das rothe Feuer von Santa Maria in eins ist mit dem Blitz- 
feuer von San Antonio, dies bringt frei von der Panella-Bank. 
Vorsicht ist mit Rücksicht auf das richtige Liegen der Seezeichen geboten, 
Rio de Janeiro. 
Dampfschiff „Patagonia“ der Hamburg—Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft, 
Kapt. J. G. von Holten. 31. Dezember 1897 bis 1. Januar 1898. 
„South America Pilot“, part I, 1893, S. 164 ff, . 
Schleppdampfer. Die Annahme von Schleppern ist beim Einlanfen in 
den Hafen empfehlenswerth, beim Auslaufen kaum unumgänglich. 
Anker- und Liegeplatz (a, a. O0. S. 169 und 178). Zwischen Sonnen- 
unter- und -aufgang dürfen Handelsschiffe nicht in den Hafen kommen; sie 
ankern beim Fort Villegagnon. Dort ist auch am Tage der Besuch der Ge- 
sundheitspolizei abzuwarten, die ständig einen Gesundheitspalfßs verlangt. 
Wasser (S. 166 a. a. 0.) kommt in Wasserfahrzengen mit Dampfpumpe 
an: Bord; es kostet 1,30 Mk. die Tonne, ‘5 . 
Bunkerkohlen (S. 166 a. a. O0.) werden von Arbeitern in flachen Körben 
an Bord gebracht. S. M. Kriegsschiffe zahlen dieselben Preise wie in Pernambuco.
	        
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