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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

32 Annalen der Hydrographie und Maridimen Meteorologie, Februar 1898, 
die Stärke der Fluth (strength of the flood) überwunden, bald nachher beginnt 
er wieder auszulaufen; dies wird „halbe Gezeiten“ (meias mares) genannt. 
Aehnliche Verhältnisse zeigen sich in der etwa 60 Sm nördlicher liegenden 
Bucht von Paranagua.') Kapt. C. H. Meyer, Führer der Brigg „Superb“, 
jetzt Hülfsarbeiter bei der Seewarte, berichtet darüber in dem von ilm geführten 
meteorologischen Journal der Seewarte im Juli 1876: 
„Von den täglichen vier Fluthen sind zwei Hauptfluthen, ebenso die Ebbe; 
fällt z. B. die kleine Fluth vorher, so steigt das Wasser 0,3, 0,6 oder 0,9 m 
(1,2 oder 3 Fufs), fällt darauf wieder 0,3 bis 0,6 m (1 bis 2 Fufs), jedoch nie 
zur vorigen Tiefe, steigt darauf wieder 1,5 bis 2,1m (5 bis 7 Fufs) oder gar 
2,4 m (8 Fufs) und fällt dann in einer Ebbe auf das Minimum, Die Strömungen 
sind bis Paranagua ungefähr 2 bis 3 Knoten, dann oberhalb schwächer. bei 
Antonina nur 1,5 bis 2 Knoten.“ 
Eine Klarstellung dieser Verhältnisse wäre erwünscht. 
Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen. 
Pernambuco. 
Dampfschiff „Patagonia“ der Hamburg-—Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft, 
Kart. J. G. von Holten, 26. bis 27. Dezember 1897. - 
„South America Pilot“, part I, 1895. 
Lootsenwesen (S. 72 a. a. 0.). Der Lootse kommt an Bord beim Ein- 
laufen und geht von Bord beim Auslaufen zwischen dem Leuchtthurm von Fort 
Picäao und der weilsen Tonne am Südende der Englischen Bank. 
Schleppdampfer. Die Annahme eines Schleppdampfers ist nothwendig. 
Wassertiefe auf der Barre (S. 71 a. a. O.)., „Patagonia“ passirte 
die Barre mit 6,2 m (20' 4”) Tiefgang eine Stunde vor Hochwasser bei östlichem 
Winde, 3 bis 4. 
Ankerplatz (S. 72 a, a. 0.). Um die Fluth abzuwarten, ankerte „Data- 
yonia“ zwischen dem Feuerthurm Picao und der Englischen Bank auf 10,9 m 
Wasser, Grund Sand und Korallen; der Ankerplatz wird unter den angetroffenen 
Verhältnissen als ziemlich gut bezeichnet. 
Wasser kommt in Wasserbooten längsseits; 1 t kostete 1,30 Mk., als Trink- 
wasser ist es nur gekocht zu verwenden. . 
Bunkerkohlen (S. 71 a. a. O0.) kommen in 6 bis 8 Stunden bei Be- 
stellung nach Ankunft des Schiffes längsseits und werden von Arbeitern in Holz- 
kästen an Bord getragen. Dampfer ohne Abmachung zahlen höhere Preise als 
die Kontraktpreise, welche für S. M. Kriegsschiffe betragen frei längsseit 36 s, 
frei Bunker 36s 6d. Auf Rhede gebracht, sind die Preise höher. 
Proviant ist für Brasilien nicht theuer. 
Sonstige Ausrüstung billiger als in Bahia, viel billiger als in Rio de 
Janeiro und Santos; Seekarten und nautische Bücher sind nur wenig zu haben. 
Gesundheitspolizei. Ein Gesundheitspafßs wird stets verlangt, ärztlicher 
Besuch muß abgewartet werden, bevor der Verkehr mit dem Lande aufgenommen 
werden kann, 
Zollamtliche Behandlung. Es wird aufser Ladungsmanifest, Certifikat 
des Konsuls und Proviantliste eine Passagierliste mit Angabe des Gepäcks ver- 
langt; jeder Passagier mufs seine schriftliche Angabe über sein Gepäck machen. 
Landungsplatz. Die Schiffsboote müssen an der Steintreppe landen. 
wo das Zollwachtschiff liegt. 
Die Ladung wird in Leichtern längsseits gebracht, wobei eingehend Schiff 
und Versicherer, ausgehend der Verschiffer die Kosten und das Risiko trägt. 
Schiffahrtsunkosten werden nach dem Tiefgang und Tonnengehalt be- 
rechnet, eingeschlossen sind: Lootsengeld, Bootlohn, Feuergeld und Abgabe an 
das Krankenhaus: von der Fracht 4 vom Tausend plus 10 vom Hundert hiervon. 
“SS. a. a. O0... 8S. 190.
	        
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