Ann. d. Hydr. ete., XXVI. Jahrg. (1898), Heft Il.
‘3
Wind und Stromverhältnisse zwischen Aden. und Colombo.
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Kaiserin Augusta“, Kommandant Kapt. Z. S. KOEBLLNER.
November und Dezember 1897. .
Winde. Im Golf von Aden war der Wind OzN, Stärke 1 bis 3. Nach
dem Passiren von Sokotra bis zu den Malediven wehte Nordostmonsun, Stärke 3
nicht überschreitend und während der Nacht häufig bis Stärke 1 abflauend.
Zwischen. den Malediven und dem 77. Längengrade wehten leichte Ostwinde.
Nach dem Passiren des 77. Längengrades kam stärker Nordostwind von Stärke 5
durch mit Böen von Stärke 6; das. Wetter wurde. dick mit häufigen Regen-
schauern. . Die am letzten Tage festgestellte starke Stromversetzung ist auch auf
gen starken Nordostwind zurückzuführen. m
Strom. Die beobachteten Besteckunterschiede waren folgende: .
Datum
1897
November 28
29
» 30
Dezember 1
[ re
Wind N-Br '"O-Le
A den
SEzZE— EzN
EzN
EzN—NE
NE-—SE
SE—NE
NE
NE—SEzE
SEzE—E
E—N
12° 45’ |48° 20,81
12° 52,5‘ 52° 12,1’
11° 55,4'| 56° 59,8'
11° 15,2: 61° 27,2
10° 31.4‘) 65° 9,3"
9° 29,3‘| 68° 50,9
59 32,5'| 72° 41,2‘
7° 51,6'| 76° 22,5’
6° 58,51 79° 37 |
3 78° W
3 63° W
5 42° W
N52° O0
S 85° W
W -
N 55° W
N 67° W
S 79° W
Versetzung
Sm
144
7,4
17,97
8,3
15,4
11,2
10,6
14,0
230,0
Bemerkungen
Am 28. November 5h 43m p
die Rhede von Aden
verlassen.
Am 7. Dezember 2p im
Hafen‘ von ‚Colombo
festgemacht.
Von Wusung nach Hankau und zurück nach Wusung.‘
Bericht S. M. S. „Cormoran“, Kommandant Korv.-Kapt. BRUSSATIS: “28, Oktober bis 9. November 1897;
1... Wind und Wetter. . Der. Wind war auf der Hin- ‚und. Rückreise :un-
beständig, jedoch von nur geringer Stärke. ; RE ns
Das‘ Wetter war mit Ausnahme einiger Schwankungen, welche sich in
Regen oder bedecktem Himmel äufserten, klar. Letztere erwiesen sich für mich
insofern nachtheilig, als ich wegen mangelnder Sichtigkeit theilweise die Nacht-
fahrten unterbrechen und zu Anker gehen mußte.
9, Stromverhältnisse..” Die /Gezeitenströmung macht sich im Fluß
bemerkbar bis ungefähr 50 Sm oberhalb Wusung. Von da kommt nur die
eigentliche Flufsströmung zur Geltung, welche in‘ dieser Jahreszeit eine Ge-
schwindigkeit von.durchschnittlich 3 Sm aufweist. - Seine gröfste Stärke erreicht
der -Strom im. Hochsommer, zu welcher "Zeit er 5 bis 6 Sm läuft. Vom’ August
an erfolgt allmählich Abnahme der Geschwindigkeit. |. .: 2 us es
, {infolge der‘ starken. Strömung, werden: im Sommer. große Mengen ‚Trieb-
sand den Flufs hinabgeführt, welche sich an. irgend einer Stelle festsetzen, ein
Umstand, der sich zu Anker liegenden Schiffen insofern gefährlich erweist, ’als
4) „China Sea’ Directory“; Vol: IL, 8. 405 + B. XI, Ba „Ann. d Hydr. u, Mar, Met.“
1897, S. 49. D. R.
Ann. d. Hydr. ete., 1898, Heft IL