Ausrüstung — Trockendocks — Nautische Einrichtungen
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offen sind, und von den Bootsleuten sehr gut gehandhabt werden. Doch macht
das Verholen der Leichter, wenn 5 bis 6 nebeneinder längseit liegen, bei starkem
Strom Schwierigkeiten. Kosten und Risiko für die Ladung trägt für an Bord
der Verschiffer, für an Land das Schiff. Ein schwimmender Krahn von 50%
Tragfähigkeit ist vorhanden.
Schiffahrtsunkosten. Eingehend für 1t Ladung 0,77 Mk. (250 yeis), in
Ballast frei, nur anlaufend als Postdampfer für jeden gelandeten Passagier 0,90 Mk,.,
für jeden eingeschifften 3,10 Mk.
Landestellen. Am Platz do Commercio sind die Caes da Columnas; die
Boote landen an den von der Zollbehörde vorgeschriebenen Plätzen.
Werften, Ausbesserungswerkstätten. Die Kriegswerft liegt auf dem
Nordufer des Tejo, westlich vom Platz do Commercio, 1 km vom Observatorium
des Castello de S. Jorge. Sie hat ein Trockendock von 85 m Länge, 17 m Breite,
die geringste Schwellentiefe beträgt bei Niedrigwasser 4 m, bei Hochwasser 7,7 m.
An Ausbesserungswerkstätten für Schiff- und Maschinenbau bestehen die
Unternehmungen der Hafenwerke Hersent, Industrial Portugueza, Parry & Son,
Gießerei und Schmiede mit einer kleinen Werft bei Ginjal u. s. w.
Die im Bau begriffenen Trockendocks liegen an der Bucht von Santos,
welche die‘ Zufahrt zu ihnen bildet, östlich von dem Tidehafen Alcantara.
Trockendock No. 1: Länge 180 m, geringste Tiefe über der Schwelle
bei Niedrigwasser 6 m (19,5'), bei mittlerem Hochwasser 9 m (29,5).
Trockendock No. 2: Länge 100 m, geringste Wassertiefe über der Schwelle
bei Niedrigwasser 4 m (13,1‘), bei mittlerem Hochwasser 7 m (22,6‘).
Aufschleppe. Die Schiffe werden seitlich auf acht Schienen aufgeschleppt.
Größte Länge der Schiffe 45 m, Gewicht 300 t, Tiefgang 3 m (10°). Eine weitere
Aufschleppe zum Ueberwintern liegt östlich vom Holzlöschplatz und zieht sich,
der Krümmung. des Ufers folgend, bis zum Westende des Trockendocks der
Kriegswerft.
Zwei Trockendocks für kleine Fahrzeuge mit geringem Tiefgang liegen
dicht bei der Spitze Caeilhas bei dem Werke von A. S, Sampeiro.
Der Zeitball befindet sich an einem Mast, der auf einem 28 m hohen
Gerüst an der Südostecke des westlichen Vorsprunges des Arsenalgebäudes errichtet
ist. Er hat 1m Durchmesser und ist schwarz gemalt. Der Ball fällt um 1*p
amtlicher Ortszeit (1* 36” 44,68° Greenwicher Zeit) und wird durch elektrische
Uebertragung vom Königlichen Observatorium von Lissabon, Observatorio da
Tapada, ausgelöst. 5 Minuten vor der Fallzeit wird er halb, 2 Minuten später
vorgeheifst; die Fallhöhe beträgt 4,88 m. Der Augenblick des Stromschlusses
auf dem Königlichen Observatorium wird chronographisch im Observatorium und
auf dem Chronometerobservatorium im Obergeschofs der Marineschule registrirt,
um mit möglichster Genauigkeit die Korrektion festzustellen, welche an die Zeit
des Beginns des Falles anzubringen ist. Diese Korrektion wird möglichst bald
vom Observatorium im Amtsblatt bekannt gegeben.
Ist der Ball nicht rechtzeitig gefallen, so wird er ganz langsam wieder
auf halben Mast geheifst, dann um 1"7" Ortszeit vorgeheifst und fällt nochmals
um 110” Ortszeit.
Dies zweite Signal wird niemals wiederholt, ist es auch ungenau gewesen,
so wird der Ball ganz langsam auf halben Mast geheifst, bleibt dort 5” und
wird langsam heruntergefiert.
Kann der Ball wegen schlechten Wetters oder aus einem anderen Grunde
nicht fallen, so wird ein rother Cylinder von 0,4m Höhe und Durchmesser an
einer Flaggenleine des Mastes um 0*50“ Ortszeit geheifßst und 1*5" wieder
heruntergefiert.
Geographische Lage: 38° 42‘ 18” N-Br und 0? 36” 33,6° W-Lg.
Längenunterschied in Zeit des Königlichen astronomischen Obser-
vatoriums zu Lissabon, (Tapada da Ajuda) und den Meridianen folgender Orte
(— östlich, + westlich)
Altes Observatorium der Marine . . . — 0 9" 11,08°
Observatorium von Coimbra . . 0 3 2,72
„ Greenwich . 0 36 44,68
% „ Paris . N 46 5,68
Ann. d. Hvdr. ete.. 1898. Heft IV.