accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Ausrüstung — Trockendocks — Nautische Einrichtungen 
33 
offen sind, und von den Bootsleuten sehr gut gehandhabt werden. Doch macht 
das Verholen der Leichter, wenn 5 bis 6 nebeneinder längseit liegen, bei starkem 
Strom Schwierigkeiten. Kosten und Risiko für die Ladung trägt für an Bord 
der Verschiffer, für an Land das Schiff. Ein schwimmender Krahn von 50% 
Tragfähigkeit ist vorhanden. 
Schiffahrtsunkosten. Eingehend für 1t Ladung 0,77 Mk. (250 yeis), in 
Ballast frei, nur anlaufend als Postdampfer für jeden gelandeten Passagier 0,90 Mk,., 
für jeden eingeschifften 3,10 Mk. 
Landestellen. Am Platz do Commercio sind die Caes da Columnas; die 
Boote landen an den von der Zollbehörde vorgeschriebenen Plätzen. 
Werften, Ausbesserungswerkstätten. Die Kriegswerft liegt auf dem 
Nordufer des Tejo, westlich vom Platz do Commercio, 1 km vom Observatorium 
des Castello de S. Jorge. Sie hat ein Trockendock von 85 m Länge, 17 m Breite, 
die geringste Schwellentiefe beträgt bei Niedrigwasser 4 m, bei Hochwasser 7,7 m. 
An Ausbesserungswerkstätten für Schiff- und Maschinenbau bestehen die 
Unternehmungen der Hafenwerke Hersent, Industrial Portugueza, Parry & Son, 
Gießerei und Schmiede mit einer kleinen Werft bei Ginjal u. s. w. 
Die im Bau begriffenen Trockendocks liegen an der Bucht von Santos, 
welche die‘ Zufahrt zu ihnen bildet, östlich von dem Tidehafen Alcantara. 
Trockendock No. 1: Länge 180 m, geringste Tiefe über der Schwelle 
bei Niedrigwasser 6 m (19,5'), bei mittlerem Hochwasser 9 m (29,5). 
Trockendock No. 2: Länge 100 m, geringste Wassertiefe über der Schwelle 
bei Niedrigwasser 4 m (13,1‘), bei mittlerem Hochwasser 7 m (22,6‘). 
Aufschleppe. Die Schiffe werden seitlich auf acht Schienen aufgeschleppt. 
Größte Länge der Schiffe 45 m, Gewicht 300 t, Tiefgang 3 m (10°). Eine weitere 
Aufschleppe zum Ueberwintern liegt östlich vom Holzlöschplatz und zieht sich, 
der Krümmung. des Ufers folgend, bis zum Westende des Trockendocks der 
Kriegswerft. 
Zwei Trockendocks für kleine Fahrzeuge mit geringem Tiefgang liegen 
dicht bei der Spitze Caeilhas bei dem Werke von A. S, Sampeiro. 
Der Zeitball befindet sich an einem Mast, der auf einem 28 m hohen 
Gerüst an der Südostecke des westlichen Vorsprunges des Arsenalgebäudes errichtet 
ist. Er hat 1m Durchmesser und ist schwarz gemalt. Der Ball fällt um 1*p 
amtlicher Ortszeit (1* 36” 44,68° Greenwicher Zeit) und wird durch elektrische 
Uebertragung vom Königlichen Observatorium von Lissabon, Observatorio da 
Tapada, ausgelöst. 5 Minuten vor der Fallzeit wird er halb, 2 Minuten später 
vorgeheifst; die Fallhöhe beträgt 4,88 m. Der Augenblick des Stromschlusses 
auf dem Königlichen Observatorium wird chronographisch im Observatorium und 
auf dem Chronometerobservatorium im Obergeschofs der Marineschule registrirt, 
um mit möglichster Genauigkeit die Korrektion festzustellen, welche an die Zeit 
des Beginns des Falles anzubringen ist. Diese Korrektion wird möglichst bald 
vom Observatorium im Amtsblatt bekannt gegeben. 
Ist der Ball nicht rechtzeitig gefallen, so wird er ganz langsam wieder 
auf halben Mast geheifst, dann um 1"7" Ortszeit vorgeheifst und fällt nochmals 
um 110” Ortszeit. 
Dies zweite Signal wird niemals wiederholt, ist es auch ungenau gewesen, 
so wird der Ball ganz langsam auf halben Mast geheifst, bleibt dort 5” und 
wird langsam heruntergefiert. 
Kann der Ball wegen schlechten Wetters oder aus einem anderen Grunde 
nicht fallen, so wird ein rother Cylinder von 0,4m Höhe und Durchmesser an 
einer Flaggenleine des Mastes um 0*50“ Ortszeit geheifßst und 1*5" wieder 
heruntergefiert. 
Geographische Lage: 38° 42‘ 18” N-Br und 0? 36” 33,6° W-Lg. 
Längenunterschied in Zeit des Königlichen astronomischen Obser- 
vatoriums zu Lissabon, (Tapada da Ajuda) und den Meridianen folgender Orte 
(— östlich, + westlich) 
Altes Observatorium der Marine . . . — 0 9" 11,08° 
Observatorium von Coimbra . . 0 3 2,72 
„ Greenwich . 0 36 44,68 
% „ Paris . N 46 5,68 
Ann. d. Hvdr. ete.. 1898. Heft IV.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.