Die Hafenanlagen
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‚Die Tidehäfen (Docks); Bom Sücc&sso, Belem und. Santo Amaro
liegen stromauf von Belem, Die beiden letzteren sollen zur: Aufnahme von
Küsten- und Flulsfahrzeugen dienen, das erste für kleine Fahrzeuge,‘ die in
Quarantäne gelegt werden. Der Abstand der beiden letzteren ist 2,1 km.
Querab vom Thurm von Belem bis nach Alcantara verläuft die ÜUfermauer
schräg ins Wasser; Schiffe können bis auf '/a Kblg. dort herangehen. ;
Der Tidehafen (Dock) von Alcantara ist der größte; er begiunt
dicht bei: dem alten Fischwehr von Alcantara und endet beim Felsen Conde .de
Obidos. Die äufsere Kaimauer ist 1535 m lang. Das Becken hat. etwa 18 ha
Wasserfläche, die Einfahrt ist an der schmalsten Stelle 30 m breit. . .
“ Die Oberfläche der umschließsenden Kajen ist annähernd. 100.000 qm, die
Breite der Kajen 75 m. ;
‚Die Innenseite der Mauern ist schräg, dicht bei, der; Nordwestecke ist
eine Rampe zum Aufschleppen von 300 m Länge angebracht. 0
Die Tidehäfen (Docks) von Alfandega und Terreiro do Trigo
im Mar de Palha östlich des Platzes do Commercio sind beide.für Küsten- und
Flußfahrzeuge bestimmt und haben jedes 1,5 ha Wasserfläche. Die Einfahrt-
breite beträgt 30 m und die Mauern sind außer an der Nord- und Südseite, wo
sie senkrecht sind, schräge Rampen: sie dienen zum Entlöschen der Leichter.
Zollniederlagen (Entrepostos). Auf den Erdanschüttungen bei den Docks
sind Lagerhäuser erbaut, in welchen die für Wiederausfuhr bestimmten Waaren
gelagert werden, die erst beim Verbrauch die Zollgebühren zahlen. ;
Am Südufer, gegenüber von Belem, liegt die Quarantäneanstalt,
Lazareto, welche aus verschiedenen ampbhitheatralisch gelagerten gelb ge-
strichenen Gebäuden besteht, Eiukommende Schiffe müssen hier den ärztlichen
Besuch abwarten. In einem kleinen, westlich vom Krankenhaus liegenden, durch
Molen geschützten Fluthbecken, Porto do Lazareto, liegen die Fahrzeuge der
Gesundheitspolizei und die in Quarantäne gelegten Leichter. ;
In: der etwa 4 Kblg. westlich von Lazareto liegenden kleinen Bucht,
Portinho da Costa, landet das Telegraphenkabel von Fort Belem, welches
beide Flufsufer verbindet. Ankerverbot westlich der Linie Belem—Lazareto
bis zur Linie Trafaria—Spitze Alges, .
Torre Velha (alter Thurm), gegenüber von Belem; ist ein alter Thurm,
der auf dem Gebäude des alten Forts S. Sebastiäo de Caparica steht.
Porto Brandäo, etwas östlich von dem vorgenannten Thurm gelegen,
ist der gröfste Hafen am ‚südlichen Flufsufer, Er ist leicht kenntlich durch die
grofse. Zahl von Häusern, welche auf dem umliegenden ' Land erbaut sind.
Oestlich vom Hafen ist ein Tidehafen, welcher vielen kleinen Fahrzeugen ’als
Liegeplatz dient. Weiter nach Osten sieht man die Reste der Arbeiten an
einer Aufschleppe, welche jetzt fertiggestellt ist.
Banatica heifst. der folgende Hafen. Westlich von ihm ‘stehen zwei
weifßsgemalte Steinbaken, deren Richtungslinie das Westende der gemessenen
Meile giebt. .
Alfanzina ist ein kleiner östlich vom vorigen gelegener Hafen.
Porto de S. Lourenco liegt nördlich von dem Marktflecken Palenca,
In diesem Marktflecken besteht eine bedeutende Ziegelei, welche grofse' Mengen
Ziegel in den Handel bringt. ;
Der kleine Hafen Portinho da Arrabida folgt weiter östlich. An
seiner Ostseite und an einer nahegelegenen Bergschlucht stehen 2 Baken, die
innere ist von Stein und weiß gemalt, die äufsere ein aus 4 Streben bestehendes
eisernes Gerüst; ihre Richtungslinie giebt das Ostende der gemessenen Meile.
Der Thurm S. Paulo bei Almada bildet durch seine grofßse Höhenlage
eine der besten Landmarken am Südufer .des Tejo.. Kr steht dicht bei dem
aufgehobenen. Kloster /S. Paulo, westlich der Stadt Alınada. - .
* Fonte”da-Pipa. heißt ein kleiner, nördlich "von S. Paulo bei. Almada
gelegener Häfen nach einer ‚in‘ der Nähe entspringenden Quelle, welche vier .und
gutes Wasser giebt und das Wasser für die im‘ Hafen liegenden Handelsschiffe
und die Flußfahrzeuge liefert. . ;
. . Zwischen Fonte da Pipa und dem Portinho: da Arrabida liegen‘ noch die
kleinen. Häfen: Forne- do -Tijolo (Ziegelofen) und Arialva.. 7 4 ai Va *