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Full text: 26, 1898

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Der Hafen von Lissabon 
Ankerplatz für kondemnirte Schiffe und Prähme 
Nordgrenze: Leuchtthurm Cacilhas in Eins mit Thurm von Belem. 
Ostgrenze: Krahn der Kriegswerft in Eins mit dem Kirchthurm Pena. 
Kohlenprähme können westlich der Linie: Schornstein der Matrosen- 
kaserne — höherer Schornstein des Palastes das Necessi- 
dades, oder innerhalb von Margueira festmachen, 
Ankerplatz für Flufs-, Vergnügungs- und Fischereifahrzeuge 
längs der Flufsufer in geringem Abstande von Land. 
Schiffe, welche den Ankerplatz verlassen haben, um über die Barre aus- 
zulaufen, und wegen des Wetters nicht auslaufen können, müssen bei S. Jose de 
Ribamar (siehe Seite 18) ankern, um besseres Wetter abzuwarten. 
Bei südlichen starken Winden und Stürmen entsteht im Hafen bedeutender 
Seegang, die Postdampfer ankern daher unter solchen Umständen am Südufer 
zwischen Cacilbas und Cavalinho, wo sie geschützt liegen. 
Holzlöschplatz. Oestlich der kleinen Bucht von Santos ist ein 520 m 
langer Einschnitt in die Ufermauer. Dort machen die Schiffe, welche Holz 
löschen, fest. 
Wassertiefen, Ankergrund. Der Hafen hat in seiner Gesammtausdehnung 
Tiefen zwischen 12 und 44 m, der Grund ist im Allgemeinen Sand, zäher 
Schlamm und Muscheln, d. h. der denkbar beste Haltegrund, der auch gleich- 
zeitig ein leichtes Lichten der Anker gestattet, 
Abstände. Die Schiffe müssen so ankern, dafs sie mindestens 80 m von 
einander abliegen, damit sie frei schwojen können. 
Vermooren. Sämmtliche ankernden Schiffe — mit alleiniger Ausnahme 
der Postdampfer, welche sich nur wenige Stunden aufhalten -— müssen ver- 
mooren; der eine Anker liegt NW, der andere SO, von jedem sind 60 Faden 
(110 m) Kette zu stecken. Die Ketten müssen in den Stoppern klar zum Stecken 
sein für den Fall, dafs ein Anker durch den Grund geholt wird oder ver- 
Joren geht. 
Festmachen. Die Kaimauer, welche nach aufsen die Tidehäfen begrenzt 
and den Erdschüttungen zur Stütze dient, welche am nördlichen Ufer zur Gerade- 
legung gemacht sind, hat in bestimmten Abständen Poller zum Festmachen der 
Trossen, und ebenso Reihbhölzer zum Schutz der Schiffsseiten und des Mauerwerks. 
Gezeitenströmung im Hafen. Die Hafenzeit bei der Kriegswerft ist 
2b 13”, der Fluthwechsel beträgt 3,7 m. Mittlere Höhe über dem Nullpunkt 
2,26 m, Alter der Tide 39% 39”, 
Beim Einsetzen der Ebbe läuft das Wasser des Mar de Palha nach 
Norden, trifft dort auf den Strom, welcher längs des rechten Flufßsufers ausläuft, 
und bildet mehrfach Stromwirbel, welche unter dem Namen estoques de agua 
(Wasserstöfßse) bekannt sind und vor denen die Schiffe auf der Hut sein müssen. 
Die Ströme treffen aufeinander zwischen dem Platz do Commercio und Alcantara; 
Schiffe, welche zwischen diesen beiden Punkten liegen, müssen sich gut festlegen, 
um ein Brechen der Ketten oder Vertäuungen zu verhüten, wie es schon häufiger 
mit verderblichen Folgen vorgekommen ist. 
Der Ebbestrom hat bedeutend gröfßsere Geschwindigkeit als die Fluth und 
erreicht bei starkem Oberwasser 7 Sm. 
Während Springzeit ist das Ankern am Südufer westlich von Cacilhas 
vorzuziehen, da hier bei Ebbe weniger Strom läuft. 
Die Hafenanlagen ; 
Am Noränfer zieht sich vom Thurm Belem nach Osten hin eine Kaimauer, 
hinter welcher Land angeschüttet ist. Hier befinden sich verschiedene Tidehäfen, 
deren Bauausführung so weit vorgeschritten ist, dafs sie im laufenden Jahr (1898) 
der Benutzung übergeben werden sollen. Die zwischen Alcantara und Lissabon 
liegende Bucht Santos dient als Zufahrt zu den Docks. Der Kai vor der 
Stadt Lissabon ist mit Landetreppen versehen; Caes de Columnas vor dem 
Platz do Commercio. “2...
	        
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