Der Südkanal..— Leitmarken — Strömung
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Bake Mama (Paps der englischen Admiralitäts-Karte) steht auf der
südwestlichen zweier Bergspitzen der am Nordufer des Tejo in etwa 4,2 km
Entfernung sich hinziehenden Serra de Alfragide, 152 m über dem Meeresspiegel.
Sie besteht aus einem kreuzförmigen durchbrochenen Unterbau. Die 11,7 m
langen Arme des Kreuzes liegen in Richtung Nord— Süd, die 9,7 m langen in
Richtung Ost—West. Auf dem Unterbau ruht ein abgestumpfter Kegel, von
dem ein cylindrisches Zwischenstück in einen langen Kegel mit abgerundeter
Spitze ausläuft. Die Spitze liegt 20 m über dem Erdboden. Die der See zuge-
kehrte Seite der steinernen Bake trägt abwechselnd weifse und rothe Streifen.
Bake Gibalta ist am Nordufer des Tejo an der Stelle errichtet, welche
Escadas de Jacob (Jakobsleiter) heilst, und früher als Leitmarke für die Barre
diente. Der Unterbau besteht aus zwei cylindrischen Steinkörpern, deren
unterer höher und von gröfserem Durchmesser (6 m) ist als der obere. Auf
dem oberen steht ein langer Kegel mit abgeflachter Spitze. Er ist nach der
Seeseite mit abwechselnd weifsen und rothen Streifen versehen und liegt 16 m
über dem Erdboden. Die Bake ist leicht aufzufinden, da sie etwas östlich von
einer aus See sehr gut sichtbaren Brücke mit sehr hohen Bogen liegt.
Bake Esteiro steht 740 m nordöstlich von der vorgenannten, der sie
vollkommen gleicht, doch ist sie von kleineren Abmessungen. Sie ist errichtet,
um mit der Bake Gibalta in Eins als Leitmarke zu dienen, wenn die weiter
innenlands und höher liegende Bake Mama wegen Nebels nicht auszumachen ist,
wie dies häufiger vorkommt.
Hat man die drei Baken in Eins, so decken sich auch die Mamas, so
dafs’ sie fast als ein Gipfel erscheinen. Diese Linie N 64,5° O führt mitten über
die Barre im Südkanal. Nachts dienen, wie schon erwähnt, die rothen Feuer
von Caxias und Porto novo in Eins als Leitmarke über die Mitte der Barre.
Feuer von Caxias. Der von See sehr gut sichtbare Aussichtsthurm
von Caxias (siehe Seite 18) trägt auf seiner Plattform einen Thurm, der ein
festes rothes Feuer über einen Bogen von 20° in der Mittellinie der Barre
zeigt. Das Feuer liegt 96,4 m über dem Meer und ist 18 Sm weit sichtbar.
Das Feuer von Porto Covo ist ein provisorisches. Es steht in der
Linie Feuer von Caxias und altes Feuer von Porto Covo, 13 m in der Horizon-
talen von letzterem entfernt und 3,45 m unter demselben oder 16,55 m über dem
mittleren Meeresniveau. Das rothe feste Feuer leuchtet nach der Barre hin über
einen Sektor von etwa 12° mit ganzer Stärke. Durch Abnahme seiner Gröfse
und Helligkeit zeigt es an, daß man sich den Grenzen des Barrekanals nähert.
Es ist 10 Sm weit sichtbar, doch durch vorstehende Bäume theilweis verdeckt.
Die Bake von Boa viagem steht 175 m südöstlich von der Bake Esteira.
Sie ist etwa 10 m hoch und besteht aus einem bogenartigen Unterbau, dessen
Axe in der Richtung NO—SW steht, und der zwei konzentrische Cylinder trägt,
deren unterer kürzer und von gröfserem Durchmesser ist als der obere.
Gezeitenströmung auf der Barre und in der Flufsmündung. Die
Hafenzeit ist bei Cascaes 1* 51”, bei der Kriegswerft im Flufs 2* 13”, der Fluth-
wechsel beträgt bezw. 3,6 und 8,7 m. Bei Ebbe setzt der Strom nördlich
von der Mittellinie der Barre nach NW, südlich von der Mittellinie nach
SW, also auf die Bänke zu. Der Einflufßs des auslaufenden Wassers macht
sich im Allgemeinen bis zu der Deckpeilung Kap Roca— Oitavos fühlbar, mit
Oberwasser (aguas da monte, Regenwasser, das von stromaufwärts kommt), erstreckt
sich die Einwirkung des auslaufenden Wassers noch über die Linie Kap Raso—
Kap Espichel hinaus. Die Geschwindigkeit des Stromes bei Fluth ist 3 Sm, bei
Ebbe 45 Sm. Doch werden auch größere Geschwindigkeiten beobachtet, so fand
z. B. „Porto Allegre“ eine Stunde vor Ende der Ebbe 5 bis 6 Sm Strom auf
der Barre bei ONO 4 bis 5.
Im Mündungskanal des Flusses laufen die Gezeitenströmungen im Allge-
meinen parallel den Ufern, Die Ebbe erreicht größere Geschwindigkeit als auf