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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Die Bucht vor der Tejo-Mündung — Ostküste 
Nebelsignal. Oestlich in der Nähe des Leuchtthurmes ist in einer Art 
eisernem Schilderhaus eine Glocke aufgehängt, welche durch ein Uhrwerk auto- 
matisch in Bewegung gesetzt wird und bei Nebel von 5 zu 5 Sekunden einen 
Schlag giebt. 
Bico de Calha, die Westspitze des Südufers, ist eine niedrige sandige 
Landzunge. Der von Dünen besetzte Strand, welcher sich von hier bis an das 
vorher genannte Dorf Trafaria ausdehnt, heißt Areal de Trafaria. Da, wo 
das hohe Land etwas westlich von diesem Dorf beginnt, liegt das Dörfchen 
Torräo, in dessen Nähe sich eine Dynamitfabrik befindet, deren ziemlich hoher 
Schornstein eine gute Landmarke bildet. 
Etwas südlich bemerkt man das Fort Vigia in etwa 80 m Höhe auf 
einem Hügel gelegen. 
Trafaria fällt, sobald man in den Fluß einläuft, durch die grofse Zahl 
Fischerhütten auf. 
Das Ufer ist auf dieser Strecke bis auf 4 Kblg. Abstand unrein von 
einer Sandhank. Auf ihr liegen, bis 2,5 Kblg. vom Ufer entfernt, zwischen 
dem Meridian des Schornsteins der Dynamitfabrik Torräo und dem der Holz- 
brücke des Dorfes Trafaria zwei Gruppen von Steinen, deren westliche Calhau 
do Mar, die östliche A Calbra assada heilst. 
Zwischen Bico de Calha und dem Thurm Bugio liegen verschiedene Sand- 
bänke, deren Lage fortwährend dem Wechsel unterworfen ist. 
Die Ostküste der Bucht der Tejo-Mündung 
Von Bico de Calha bis zu dem etwa 16 Sm entfernten Kap Espichel hat 
die Küste eine südliche Richtung mit geringer Einbuchtung nach Osten; sie ist 
bis etwa 5 Sm von der Flufsmündung auf 1 Sm Abstand vom Lande rein. 
Der Strand von Caparica zieht sich von Bico de Calha bis nach Albu- 
feira, 6 Sm nördlich von Kap Espichel, Er ist sandig und zeigt namentlich im 
nördlichen Theil Dünenbildung, deren höchste, Medez Inglez, besonders ins 
Auge fällt. Seine Breite ist verschieden; er hat kleine Einschnitte und Lagunen, 
deren bedeutendste der See von Albufeira ist, welcher 2 Sm Längenausdehnung 
hat und mit der See in Verbindung steht. An seiner Südseite liegt ein ein- 
sames Haus, Casa da Infantado. 
Etwa 8,5 km südlich vom Fort Vigia liegt auf einem noch höheren Hügel 
die Redoute Alpena, Von dieser aus setzt sich der höhere Theil der Küste 
allmählich ansteigend nach Süden fort bis zu einem Hügel von 114 m Höhe, 
Alto da Chibata, auf dem einige Mühlen stehen. Die auf der Mitte der An- 
höhe gelegene heifst die Mühle (Moinha) von Chibata. Bis hier ist der 
Sandstrand mit Häusern und Dörfchen bedeckt, deren gröfstes Costa ist. 
Südlich von dem Berg Chibata bildet die Küste ein Plateau bis nach Kap 
Espichel. 
Pedra Negra ist der Name eines 68 m hoch gelegenen trigonometrischen 
Punktes, etwa 2 Sm nördlich vom Kap, wo der Sandstrand endigt und die Küste 
felsig und steil zum Kap ansteigt. 
Kap Espichel wird durch den südöstlichen Ausläufer der Serra da Arrabida 
gebildet und liegt in S!/20 15 Sm vom Thurm Bugio. Es ist ziemlich hoch und steil, 
an seiner Nordseite von weifslicher, an 
der Südseite von röthlicher Farbe. 
Es hat eine Höhe von 160m, die 
gekrönt wird von der Kapelle Nossa 
Senhora do Cabo. 
Eine Signalstation (siehe Seite 8) 
welche mit dem Hauptamt in Lissabon 
telegraphisch verbunden ist und auch 
Sturmwarnungssignale giebt, liegt 500 m östlicher. Die Spitze vor dem Kap ist 
rein, so dafs Schiffe dasselbe ohne die geringste Gefahr auf 1 Sm Abstand passiren 
önnen. 
Fiy. 23.
	        
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