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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Das -Südufer 
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In der Verlängerung der Südostecke des Thurmes zieht sich eine kleine 
Sandbank in den Fluß hinaus, von der man genügend frei bleibt, wenn man 
die National-Reepschlägerei immer offen sieht bezw. den Schornstein von Oeiras 
eben südlich vom Fort das Maias hält. Bei Belem findet auf einkommenden 
Schiffen Lootsenwechsel, ärztlicher Besuch und Zollrevision statt. Gegen- 
über Belem am Südufer liegt die Quarantäneanstalt Lazareto. Oestlich von 
Belem beginnt der Hafen von Lissabon, 
Ankerverbot. Zwischen der Verbindungslinie der Mündung des Flüfßschens 
Alges und dem am Südufer gegenüber liegenden Dorf Trafaria einerseits und 
der Linie Belem—Lazareto andererseits ist wegen eines Telegraphenkabels das 
Ankern verboten. Schiffe, die irrthümlich hier ankern, dürfen nur mit Erlaubnifs 
des Hafenmeisters Anker lichten. 
Feuer von Belem. Auf der unteren Plattform des Thurmes von Belem 
ist im südlichen Theil ein Eisengerüst errichtet, das aus 4 Streben besteht, 
welche durch andreaskreuzförmige Schienen mit einander verbunden sind. Es 
ist aschgrau gestrichen, 
Das feste rothe Feuer beleuchtet einen Sektor von 312° von S 28° O über 
Süd bis S 76° 0. Die Grenzlinie des Sektors nach der Flufsmündung zu bildet 
einen Winkel von 7° mit der Verbindungslinie des Feuers mit dem von S. Juliäo. 
Das Feuer brennt 15 m über dem Meer und 7m über dem Erdboden und ist 
7,5 Sm weit sichtbar. Die Kuppel der Laterne liegt 9 m über der Erde. 
Ungefähre geographische Lage: 38° 41‘ 24” N-Br und 9° 12‘ 53“ W-Lg. 
Wichtige Landmarken am Nordufer sind: der Palast Ajuda liegt 
2,5 km nordöstlich vom Thurm Beleın. Es ist ein grofses Gebäude von vier- 
eckiger Form und bildet, von See gesehen, eine der vorzüglichsten Landmarken, 
da er weithin sichtbar ist und, mit dem Thurm Bugio in N 76° O in Kins ge- 
halten, eine gute Ansteuerungslinie für die Leitmarke der Barre bildet. 
Der Dom von Estreila auf der Höhe des Neuen Klosters zum Herzen 
Jesu (Convento novo do Coragäo de Jesus), gewöhnlich Kloster Estreila genannt, 
hat zwei Thürme, die nach Norden gekehrt sind, und eine Kuppel, die nach 
Süden liegt, und die höheren Häuser, welche‘ die grofse Stadt Lissabon bilden, 
überragt. Die Kuppel liegt 5,5 km nordöstlich vom Thurm Belem, 133m über 
dem Meeresspiegel und hebt sich durch ihre eigenthümliche Bauart sehr ab, so 
dafs sie eine von See her sehr gut sichtbare Landmarke zur Ansteuerung der 
Barre bildet. In der Peilung N 82° O ist sie mit dem T’hurm Bugio in Eins, 
Das Südufer des Tejo 
ist gerader gerichtet, kürzer und höher als das nördliche, 
Von der Spitze Cacilhas aus, welche etwa SSO 1*/4 Sm von der Kriegs- 
werft von Lissabon liegt und die östliche Ecke des Ufers gegen das Mar de Palhu 
bildet, verläuft die Küste in westlicher Richtung. Man kann sich ihr, mit Ausnahme 
des westlichen Drittels ihrer Länge, bis auf 1 Kblg. Abstand nähern, ohne weniger 
als 20 m Wasser zu finden. Die Spitze Cacilhas ist niedrig und sandig, nach 
dem Fluß zu mit einer Kaimauer eingefafst. Auf der Ecke dieser Mauer steht 
ein 12m hoher, rother eiserner Leuchtthurm von 1,7 m Durchmesser, welcher 
eine‘ grün gestrichene Laterne mit halbkugelförmigem Dach, Windfahne und 
Blitzableiter trägt. 
Das Feuer von Cacilhas ist ein weifses festes über einen Sektor von 
342° 11,5 Sm weit auf dem Wasser sichtbares, mit Ausnahme der Fläche, welche 
zwischen der Peilung S 78° O und der Südküste liegt. Die erwähnte 
Peilungslinie zeigt auf die Feste S. Juliäo., Nach dieser Seite hin ist das Licht 
verstärkt. Es sind zur Zeit Vorbereitungen zur Umwandlung dieses Feuers in 
ein Blinkfeuer im Gange. Das Feuer liegt 16 m über dem Meeresspiegel, - die 
Spitze des Thurmes 15m über dem Boden. 
Ungefähre geographische Lage: 38° 41‘ 11” N-Br und 9° 8' 48“ W-Leg.
	        
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