Der Tejo -—— Das Nordufer
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Der Tejo
Dieser bedeutendste . Flufs der Iberischen Halbinsel entspringt in der
Gebirgskette von Molina, nahe bei Abberracim. Sein 840 km langer Lauf
führt durch verschiedene Provinzen Spaniens und Portugals. Er bildet östlich
von Lissabon ein weites Becken, Mar de Palha, flielst dann in nahezu west-
licher Richtung in einem 8 Sm langen, 20 bis 50 m tiefen, allmählich bis auf
1,3 Sm sich verbreiternden Mündungskanal zwischen Fort San Julizo und dem
836°0 15 Sm von diesem liegenden Thurm Bugio in die See.
Thurm Bugio, auch unter dem Namen Fort de S. Lourenco da Barra
bekannt, ist einer der bemerkenswerthesten Punkte nicht nur wegen seiner
runden Form, sondern wegen seiner Lage im Meer, das ihn ständig umspült,
da er auf einer trockenfallenden Sandbank steht. Der Thurm besteht aus zwei
kreisrunden Geschossen, in deren Mitte sich der runde Leuchtthurm erhebt.
Das Feuer von BugiO ist ein weifses Feuer mit rothen Blinken,
welches alle 20 Sekunden einen rothen Blink zeigt und um den ganzen Horizont
17 bis 13 Sm sichtbar ist. Es liegt 26 m über dem Meeresspiegel und 12,5 m
über der oberen Plattform des Thurmes.
Ungefähre geographische Lage: 88° 39‘ 31“ N-Br und 9° 17‘ 52“ W-Lg.
Eine Rettungsstation für Schiffbrüchige befindet sich am Thurm.
Das Nordufer des Teijo
Das Feuer von San Juliäo0 befindet sich in einem weifßsen viereckigen
Thurm in der Mitte der Feste. Die Laterne ist grün gestrichen, das weilse
feste Feuer ist 12 Sm weit sichtbar, es liegt 39 m über dem Meeresspiegel und
36,5m über dem Boden.
Ungefähre geographische Lage: 38° 42' 22“ N-Br und 9° 19' 27” W-Lg.
Die Signalstation (siehe Seite 8) ist im Nordosten vom Feuer er-
richtet; sie ist telegraphisch mit dem Hauptamt in Lissabon, telephonisch mit
dem Thurm Bugio verbunden, an ihrem Mast werden auch Sturmwarnungssignale
egeben.
SE Eine Rettungsstation für Schiffbrüchige liegt in der Feste,
Von der Spitze Lage bis nach Caxias verläuft das Nordufer des Flusses
im Allgemeinen OzN; einige kleine Buchten ziehen sich tiefer in das Land
hinein. Man sollte sich dem Ufer nicht auf weniger als 2 Kblg. nähern. In
dieser Entfernung von Spitze Lage sind 6,4 bis 7,3 m Wasser,
Feitoria ist der Name eines grofsen Gebäudes, das einem Fort ähnelt
und auf der östlichen steinigen Huk der Praia do Portinho liegt, welche sich
östlich an S. Juliäo anschlielst. ;
Es folgt das Fort Catalazete, von dem aus sich nach SO eine felsige
Landspitze vorstreckt.
Von hier verläuft die Küste nach Norden bis zu einem sandigen Strand,
Praia de Oeiras, auf welchem das Flüfschen Lage mündet. Die Eisenbahn
von Cascaes überschreitet den Lage auf einer mit eisernem Öberbau versehenen
Brücke, welche von See aus gut sichtbar ist. Am rechten Ufer des Flüfschens
Lage liegt eine Spinnerei, Quintas do Arueiro, mit hohem; weithin sichtbarem,
cylindrischem Schornstein aus Ziegelsteinen, dessen Rauch von See kommenden Fahr-
zeugen den auf der Barre wehenden Wind anzeigt. Er ist nicht in der Karte ein-
vetragen und heißt auch Schornstein von Oeiras; eben südlich vom Fort das
Maias gehalten, führt er flufsab steuernde Schiffe frei von der Untiefe bei Belem.
Fort das Maias liegt östlich von der Praia de Oeiras; es ist ein altes
gelb gestrichenes Fort, das dem Forte Velho ziemlich ähnlich ist.
Die Bucht von Paco de Arcos liegt 2 Sm östlich von S. Juliäo vor
der gleichnamigen Stadt, welche die bedeutendste zwischen Cascaes und
Lissabon ist.
Eine Uhr (Relogio) ist im obern Theil einer vierseitigen Pyramide an-
gebracht, welche in Paco de Arcos bei dem Landhaus Bersone steht.
Ann. d, Hydr. ote., 1895, Heoft IV,