Die Bucht vor der Tejo-Mündung
Die Praia da Conceicäo schliefst sich östlich an, sie ist ausgedehnter
als die vorbeschriebenen. Hier lag früher das Fort Nossa Senhora da Conceicäo,
jetzt stehen dort die schönen Gebäude des Marquis do Fayal und des Herzogs
von Palmella.
Oestlich von diesem Strande ist die Küste bis dicht an Land unrein; es
liegen hier die Steine Almagreiro vor einer Gruppe neuer schöner Gebäude
mit Namen Monte Estoril, welche zum gröfsten Theil elektrische Be-
leuchtung haben.!)
Forte Velho oder Santo Antonio da Barra liegt etwas mehr als
1,5 Sm östlich von der Feste Cascaes; neben ihm mündet das Flüfschen Bicece
und weiter östlich Caparide.
Cae-agua (Wassermühle) heifst eine leicht kenntliche Mühle, welche an
der Mündung des Flüfschens Caparide steht; sie ist die einzige am Meer gelegene
an diesem Theil der Küste.
Fischreusen zum Sardinenfang liegen in der Nähe von Forte Velho,
etwa 70 bis 80 m nördlich der Linie: Leuchtthürme von Guia und Santa Martha
in Eins.
Pedra de Sal, auch Spitze von Carneiro genannt, ist eine niedrige,
schwarze Landspitze, östlich von Cae-agua.
Vigia da Parede (Wachtthurm von Parede) heifßst ein rechteckiges,
hellroth gestrichenes Gebäude etwa 9 Kblg östlich von Cae-agua.
Spitze Kana ist sehr niedrig und gefährlich wegen eines von ihr 2 Kblg.
südlich auslaufenden Steinriffes, auf welchem die See brandet und von dem
Schiffe sich gut frei halten müssen; östlich von ihr liegt das alte Fort Junqueiro,
dann folgt der Sandstrand Praia das Sainhas bis zum Fort San Juliäo.
Etwa in der Mitte zwischen diesem und der Spitze Rana springt eine
Bank mit 6,8 m Wasser bis 3'/2 Kblg. von Land in das Fahrwasser vor, die für
tiefgehende Schiffe sehr unbequem ist.
Die Kirche San Domingo de Rana liegt im Verhältnifs zu ihrer Um-
gebung ziemlich hoch, in der Nähe des Dorfes Rana, mit der Front nach Süden,
so dafs sie in der ganzen Bucht und auch innerhalb des Tejo bis nahe an Fort
das Maias heran gut sichtbar ist; sie liegt 80 m über dem Meere.
Quinta Nova oder da Lohata heifst ein grofses gelbes Gebäude, welches
über der Mitte der Praia das Sainhas etwas binnenlands in einem Hain liegt,
Es ist von alterthümlicher Bauart und besteht aus einem zweistöckigen Mittel-
bau und zwei Flügeln mit vierseitigem Dach. Es enthält die Telegraphen-
station für die unterseeischen Kabel nach Falmouth, Gibraltar, Brasilien, den
Azoren u. s, w. Das Kabelhaus liegt am Strande vor dem Gebäude.
Oestlich von der Mitte der Praia das Sainhas liegt ein niedriges, gelb-
gestrichenes einsames Haus, welches der Feste San Juliäo als Pulverthurm
dient, Paiol,
Die Feste San Juliäo ist von veralteter Konstruktion, zwei Batterien
Kruppscher Kanonen sind dort aufgestellt. Sie besteht aus fünf unregelmäfsigen
Bastionen, hat nach der Landseite ein Ravelin und nach See eine Bestreichungs-
batterie.
Spitze Lage ist eine von der Südsüdostecke der Feste S, Juliäo vorsprin-
gende felsige Landspitze, die sich unter Wasser als Riff fortsetzt. Das Riff
dehnt sich etwa 1’/2 Kblg. aus und fällt bei Niedrigwasser theilweis trocken;
man mufs ilm gut fern bleiben, umsomehr, als der Strom stark über die Platte
hinwegsetzt.
An der Nordostecke der Feste steht ein cylindrisches Schilderhaus mit
halbkugelförmiger Kuppe; dies Schilderhaus in Eins mit der östlichen Mauer
der Feste zeigt an, dafs man das Riff passirt hat und daher frei von der
Spitze Lage ist.
} In den Sommermonaten leuchtet in einen: Theil der Nacht von dort eine elektrische
Lampe bis 16 Sm in See; ihr Schein wird gröfstentheils durch die Villa der Königin D. Maria Pia
unterbrochen, (Feuer von Monte Estoril.)