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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Die Bucht vor der Tejo-Mündung 
Unmittelbar östlich von der Bocca do Inferno liegen die Steine von 
Pombeira, wo die Einwohner von Cascaes mit der Fischgabel oder der Angel 
zu fischen pflegen, und nahe einer östlich der Steine vorspringenden Landspitze 
liegt ein würfelförmiger Fels, unter dem Namen Pedra da Nau bekannt. 
Etwa nördlich von Pedra da Nau liegt am Strande ein aufgegebenes Fort, 
Forte Novo. Es dient, mit dem Westende der Serra de Cintra in Eins, als 
Marke für die Annäherung an die Barre. Die Küste verläuft weiterhin zuerst 
östlich, dann nach NO und bildet die Spitze Salınodo, von der ein Riff 1! Kblg. 
nach Süden ausläuft, auf welchem die See brandet. Auf der Spitze steht das 
Fort Santa Martha, das, von gleicher Farbe wie die Küste, sich wenig abhebt. 
Wassertiefen und Grund. Zwischen Kap Raso und der Spitze 
Salmodo kann man sich überall der Küste bis auf 1'/2 Kblg. nähern, ohne 
weniger als 8 m Wasser zu finden; die Tiefen nehmen von hier nach See zu 
schnell auf 15 und 20m zu. Der Grund zwischen Kap Raso und Santa Martha 
ist im Allgemeinen Sand mit einzelnen Steinen. Bis man die Spitze Cacilhas 
frei von San Juliäo sieht, ist der Grund Sand, seewärts von dieser Linie Mud, 
ein Umstand, aus welchem man bei Nebel beim Anlothen Nutzen ziehen kann. 
Fischerzeichen. Vom März bis Oktober sind an der Küstenstrecke 
zwischen Oitavos und Bocca do Inferno Fischreusen zum Sardinenfang ausgelegt 
und durch Bojen oder Klötze markirt, wenn nicht die Fischerboote an ihnen 
liegen; um sie zu vermeiden, genügt es, sich hier der Küste auf nicht mehr als 
1 Sm zu nähern. 
Die Bucht von Cascaes liegt zwischen der Spitze Salmodo und der 
Spitze Rana. Ihre Westküste ist reiner Sandstrand, während die Ostküste 
felsig ist mit vorgelagerten Untiefen und zwischenliegendem Sandstrande. 
Feuer von Santa Martha. Nahe der Spitze Salmodo, in der Süd- 
Ostecke des alten Forts Santa Martha, steht ein viereckiger Leuchtthurm, weifs 
gestrichen, in halber Höhe mit einem blauen Streifen versehen. Er trägt ein 
rothes festes Feuer, das in der Richtung des Corredor oder Nordkanals 
verstärkt ist, Die Sichtweite des einfachen Sektors beträgt 5 Sm, die des ver- 
stärkten 11,5 Sm. Das Feuer brennt 18 m über dem Meer und 12m über 
dem Boden. 
Ungefähre Lage: 838° 41’20“ N-Br und 9° 25‘ 11” W-Lg. 
Wesilich vom Leuchtthurm liegen die Gärten der Besitzung des Grafen 
von Olivaes und Penha Longa, welche letztere jetzt dunkelaschgrau gestrichen 
ist. Im NNO vom Leuchtthurm befindet sich die Feste Cascaes, bekannt 
unter dem Namen Citadella. Die Feste ist grofs und in die Augen fallend; 
der äufsere Nordwall erstreckt sich bis zur Stadt Cascaes. Zwischen ihr und 
dem Fort Santa Martha ist ein kleines Stück Sandstrand, auf welchem man 
unter günstigen Umständen an der Mündung des kleinen Flüfschens Mocho 
landen kann. 
Die Landstraße über diesen Strand, welche mit einer einbogigen Brücke 
aus unbehauenen Steinen den Flufs überschreitet, ist von See her sichtbar. 
Die Feste Cascaes war zur Zeit ihrer Erbauung von grofser Bedeutung, 
heut hat sie wenig Werth und pflegt als Residenz Ihrer Majestäten während der 
Badezeit von September bis Anfang November benutzt zu werden. ; 
Caseaes hat den hervorragenästen Badestrand von Portugal in der Nähe von 
Lissabon und hat sich seit Anlage der Eisenbahn bedeutend entwickelt; von ihm 
führen gute Strafsen nach Lissabon, Cintra, Malveira und Quia. 
Signalstation. Nächst der östlichen Ecke der Feste steht ein Signal- 
mast mit Raa und Gaffel, daneben eine Station, welche mit dem Hauptamt in 
Lissabon telegraphisch verbunden ist. Hier werden auch Sturmwarnungssignale 
gemacht (siehe Seite 9). 
Fluthmesser. Etwas nördlich von der Feste steht auf einem kleinen 
Damm ein rundes Fluthmesserhäuschen mit kugelförmigem Dach. Zwölfjährige 
Beobachtungen (1882—93) ergaben:
	        
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