Die Bucht vor der Tejo-Mündung
Unmittelbar östlich von der Bocca do Inferno liegen die Steine von
Pombeira, wo die Einwohner von Cascaes mit der Fischgabel oder der Angel
zu fischen pflegen, und nahe einer östlich der Steine vorspringenden Landspitze
liegt ein würfelförmiger Fels, unter dem Namen Pedra da Nau bekannt.
Etwa nördlich von Pedra da Nau liegt am Strande ein aufgegebenes Fort,
Forte Novo. Es dient, mit dem Westende der Serra de Cintra in Eins, als
Marke für die Annäherung an die Barre. Die Küste verläuft weiterhin zuerst
östlich, dann nach NO und bildet die Spitze Salınodo, von der ein Riff 1! Kblg.
nach Süden ausläuft, auf welchem die See brandet. Auf der Spitze steht das
Fort Santa Martha, das, von gleicher Farbe wie die Küste, sich wenig abhebt.
Wassertiefen und Grund. Zwischen Kap Raso und der Spitze
Salmodo kann man sich überall der Küste bis auf 1'/2 Kblg. nähern, ohne
weniger als 8 m Wasser zu finden; die Tiefen nehmen von hier nach See zu
schnell auf 15 und 20m zu. Der Grund zwischen Kap Raso und Santa Martha
ist im Allgemeinen Sand mit einzelnen Steinen. Bis man die Spitze Cacilhas
frei von San Juliäo sieht, ist der Grund Sand, seewärts von dieser Linie Mud,
ein Umstand, aus welchem man bei Nebel beim Anlothen Nutzen ziehen kann.
Fischerzeichen. Vom März bis Oktober sind an der Küstenstrecke
zwischen Oitavos und Bocca do Inferno Fischreusen zum Sardinenfang ausgelegt
und durch Bojen oder Klötze markirt, wenn nicht die Fischerboote an ihnen
liegen; um sie zu vermeiden, genügt es, sich hier der Küste auf nicht mehr als
1 Sm zu nähern.
Die Bucht von Cascaes liegt zwischen der Spitze Salmodo und der
Spitze Rana. Ihre Westküste ist reiner Sandstrand, während die Ostküste
felsig ist mit vorgelagerten Untiefen und zwischenliegendem Sandstrande.
Feuer von Santa Martha. Nahe der Spitze Salmodo, in der Süd-
Ostecke des alten Forts Santa Martha, steht ein viereckiger Leuchtthurm, weifs
gestrichen, in halber Höhe mit einem blauen Streifen versehen. Er trägt ein
rothes festes Feuer, das in der Richtung des Corredor oder Nordkanals
verstärkt ist, Die Sichtweite des einfachen Sektors beträgt 5 Sm, die des ver-
stärkten 11,5 Sm. Das Feuer brennt 18 m über dem Meer und 12m über
dem Boden.
Ungefähre Lage: 838° 41’20“ N-Br und 9° 25‘ 11” W-Lg.
Wesilich vom Leuchtthurm liegen die Gärten der Besitzung des Grafen
von Olivaes und Penha Longa, welche letztere jetzt dunkelaschgrau gestrichen
ist. Im NNO vom Leuchtthurm befindet sich die Feste Cascaes, bekannt
unter dem Namen Citadella. Die Feste ist grofs und in die Augen fallend;
der äufsere Nordwall erstreckt sich bis zur Stadt Cascaes. Zwischen ihr und
dem Fort Santa Martha ist ein kleines Stück Sandstrand, auf welchem man
unter günstigen Umständen an der Mündung des kleinen Flüfschens Mocho
landen kann.
Die Landstraße über diesen Strand, welche mit einer einbogigen Brücke
aus unbehauenen Steinen den Flufs überschreitet, ist von See her sichtbar.
Die Feste Cascaes war zur Zeit ihrer Erbauung von grofser Bedeutung,
heut hat sie wenig Werth und pflegt als Residenz Ihrer Majestäten während der
Badezeit von September bis Anfang November benutzt zu werden. ;
Caseaes hat den hervorragenästen Badestrand von Portugal in der Nähe von
Lissabon und hat sich seit Anlage der Eisenbahn bedeutend entwickelt; von ihm
führen gute Strafsen nach Lissabon, Cintra, Malveira und Quia.
Signalstation. Nächst der östlichen Ecke der Feste steht ein Signal-
mast mit Raa und Gaffel, daneben eine Station, welche mit dem Hauptamt in
Lissabon telegraphisch verbunden ist. Hier werden auch Sturmwarnungssignale
gemacht (siehe Seite 9).
Fluthmesser. Etwas nördlich von der Feste steht auf einem kleinen
Damm ein rundes Fluthmesserhäuschen mit kugelförmigem Dach. Zwölfjährige
Beobachtungen (1882—93) ergaben: