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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Vom Englischen. Kanal: nach ‚Lissabon 
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zerklüftete Kette mit einer grofsen Zahl von Bergspitzen, Auf der westlichsten, 
Peninha, die 493 m hoch ist, steht eine kleine Kapelle. Die 1,8 km von Peninha 
in Richtung N 86° O gelegene Bergspitze Monge trägt eine Triangulationsbake 
1. Ordnung. Die östlichste Bergspitze, Pena, welche N 87°O0 65 km von 
Peninha 529 m über dem Meere liegt, ist die höchste der Kette. Das alte auf 
ihr erbaute Kloster ist in einen Königlichen Palast umgewandelt. Die Thäler 
und die Abhänge des Gebirgszuges sind mit Bauernhöfen, Landhäusern, Dörfern 
und Feldern bedeckt. Am bemerkenswerthesten ist die Stadt Cintra am Nord- 
abhang der Pena, fast unmittelbar unter der Königlichen Residenz, Nicht 
weniger pittoresk liegt die weniger bedeutende Stadt Collares 5,4 km westlich 
von Cintra am Nordabhange. Diese beiden Städte, die zahlreichen Dörfer und 
Landhäuser sieht man, wenn man sich von Norden her auf See dem Kap Roca 
nähert. Die Gebirgskette ist von See auf etwa 70 Sm sichtbar und erleichtert 
das Auffinden des Kaps Roca. 
Wassertiefen. Aufserhalb des Kaps Roca und besonders zwischen dem 
Kap und der Berlinga-Insel verläuft die 100 Faden- (183 m-) Linie in einer 
durchschnittlichen Entfernung von etwa 20 Sm von der Küste; innerhalb dieser 
Linie, in einem Abstand von 10 Sm von der Küste, hat man 75 bis 84 m. Auf 
der Höhe des Kaps nähert sich die 100 Fadenlinie bis auf 10 Sm dem Lande. 
In 8 Sm Abstand hält sie sich von der Verbindungslinie der Kaps Raso und 
Espichel, dem letzteren sich dann bis auf 5 Sm nähernd. Die Farbe des Meer- 
wassers giebt einen guten Anhalt dafür, ob man sich südlich der Berlingas auf 
der Platte befindet; während das Wasser aufßserhalb der 100 Fadenlinie blau ist, 
ist es hier meistens ausgesprochen schwarz - grün, In 3 Sm Abstand. vom Kap 
Roca hat man Tiefen von 42 bis 64 m. ; 
Wennschon der Strom längs der portugiesischen Küste im Allgemeinen 
südlich setzt, so haben doch die herrschenden Winde grofsen Einflufs auf seine 
Richtung. Bei westlichen Winden ist namentlich Vorsicht geboten, indem dann 
der Strom stark auf Land setzt. Ebenso kann man nach anhaltenden südlichen 
Stürmen nördliche Versetzung haben. 
Vom Englischen Kanal nach Lissabon bestimmte Dampfer sollten, 
wenn irgend möglich, in Sicht von Ouessant laufen und die Insel auf 10 Sm Ab- 
stand passiren. Von dort ist der Kurs in gleichem Abstand auf Kap Finisterre zu 
setzen. . Die Berlingas sind 5 bis 6 Sm im Osten zu lassen, und dann der Kurs 
so zu setzen, dafs man Kap Roca auf 4 bis 1,5 Sm passirt. An der spanischen 
und portugiesischen Küste darf der Umstand nicht außer Acht gelassen werden, 
dafs die besonders vom November bis März laufende West- und Nordwestdünung 
gegen Land setzt. Bei Nebel oder unsichtigem Wetter thut man gut, sobald 
man mit Sicherheit festgestellt hat, dafs man auf der Bank südlich der Berlingas 
ist, den Kurs so zu setzen, dafs man Kap Roca in etwa 3 Sm Abstand passirt 
unter fortwährendem Gebrauch des Lothes. Man sollte sich: aber dem Kap 
nicht auf mehr als 3 Sm nähern, schon um das hoch liegende Nebelsignal zu 
hören, und dann stoppen, bis man genau nach der Richtung des Schalles. des 
Nebelsignales, in Intervallen von einer Minute ein 15 Sekunden langer Ton, seine 
Lage bestimmt hat. Die Küste ist vollkommen rein bis auf den Felsen !/2 Sm 
von Kap Roca, und man geht dem starken Schiffsverkehr aus dem Wege, 
welcher, von Süden kommend, in etwa 5 Sm Entfernung von Kap Roca die Berlingas 
in gleichem Abstand ansteuert. 
Vorsicht ist geboten für Schiffe, welche von einem nördlichen. Hafen 
kommen und zwischen Peniche und den Berlingas durchgehen. Es ist mehrfach 
vorgekommen, dafs bei unsichtigem Wetter die Halbinsel Peniche mit der 
Insel Berlinga verwechselt ist und. Schiffe auf der Halbinsel aufgelaufen sind. 
Mit einiger Aufmerksamkeit läfst sich dies vermeiden. Die Höhe der Leucht- 
thürme ist sehr verschieden; der von Kap Corvoeiro ist 55m, der von 
Berlinga 111 m hoch; ersterer liegt an der Spitze des Kaps, während letzterer 
mitten auf der Insel steht; außerdem ist die Durchfahrt zwischen Berlinga und 
Peniche bedeutend breiter als. die scheinbare Oeffnung östlich von Peniche. :
	        
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