Vom Englischen. Kanal: nach ‚Lissabon
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zerklüftete Kette mit einer grofsen Zahl von Bergspitzen, Auf der westlichsten,
Peninha, die 493 m hoch ist, steht eine kleine Kapelle. Die 1,8 km von Peninha
in Richtung N 86° O gelegene Bergspitze Monge trägt eine Triangulationsbake
1. Ordnung. Die östlichste Bergspitze, Pena, welche N 87°O0 65 km von
Peninha 529 m über dem Meere liegt, ist die höchste der Kette. Das alte auf
ihr erbaute Kloster ist in einen Königlichen Palast umgewandelt. Die Thäler
und die Abhänge des Gebirgszuges sind mit Bauernhöfen, Landhäusern, Dörfern
und Feldern bedeckt. Am bemerkenswerthesten ist die Stadt Cintra am Nord-
abhang der Pena, fast unmittelbar unter der Königlichen Residenz, Nicht
weniger pittoresk liegt die weniger bedeutende Stadt Collares 5,4 km westlich
von Cintra am Nordabhange. Diese beiden Städte, die zahlreichen Dörfer und
Landhäuser sieht man, wenn man sich von Norden her auf See dem Kap Roca
nähert. Die Gebirgskette ist von See auf etwa 70 Sm sichtbar und erleichtert
das Auffinden des Kaps Roca.
Wassertiefen. Aufserhalb des Kaps Roca und besonders zwischen dem
Kap und der Berlinga-Insel verläuft die 100 Faden- (183 m-) Linie in einer
durchschnittlichen Entfernung von etwa 20 Sm von der Küste; innerhalb dieser
Linie, in einem Abstand von 10 Sm von der Küste, hat man 75 bis 84 m. Auf
der Höhe des Kaps nähert sich die 100 Fadenlinie bis auf 10 Sm dem Lande.
In 8 Sm Abstand hält sie sich von der Verbindungslinie der Kaps Raso und
Espichel, dem letzteren sich dann bis auf 5 Sm nähernd. Die Farbe des Meer-
wassers giebt einen guten Anhalt dafür, ob man sich südlich der Berlingas auf
der Platte befindet; während das Wasser aufßserhalb der 100 Fadenlinie blau ist,
ist es hier meistens ausgesprochen schwarz - grün, In 3 Sm Abstand. vom Kap
Roca hat man Tiefen von 42 bis 64 m. ;
Wennschon der Strom längs der portugiesischen Küste im Allgemeinen
südlich setzt, so haben doch die herrschenden Winde grofsen Einflufs auf seine
Richtung. Bei westlichen Winden ist namentlich Vorsicht geboten, indem dann
der Strom stark auf Land setzt. Ebenso kann man nach anhaltenden südlichen
Stürmen nördliche Versetzung haben.
Vom Englischen Kanal nach Lissabon bestimmte Dampfer sollten,
wenn irgend möglich, in Sicht von Ouessant laufen und die Insel auf 10 Sm Ab-
stand passiren. Von dort ist der Kurs in gleichem Abstand auf Kap Finisterre zu
setzen. . Die Berlingas sind 5 bis 6 Sm im Osten zu lassen, und dann der Kurs
so zu setzen, dafs man Kap Roca auf 4 bis 1,5 Sm passirt. An der spanischen
und portugiesischen Küste darf der Umstand nicht außer Acht gelassen werden,
dafs die besonders vom November bis März laufende West- und Nordwestdünung
gegen Land setzt. Bei Nebel oder unsichtigem Wetter thut man gut, sobald
man mit Sicherheit festgestellt hat, dafs man auf der Bank südlich der Berlingas
ist, den Kurs so zu setzen, dafs man Kap Roca in etwa 3 Sm Abstand passirt
unter fortwährendem Gebrauch des Lothes. Man sollte sich: aber dem Kap
nicht auf mehr als 3 Sm nähern, schon um das hoch liegende Nebelsignal zu
hören, und dann stoppen, bis man genau nach der Richtung des Schalles. des
Nebelsignales, in Intervallen von einer Minute ein 15 Sekunden langer Ton, seine
Lage bestimmt hat. Die Küste ist vollkommen rein bis auf den Felsen !/2 Sm
von Kap Roca, und man geht dem starken Schiffsverkehr aus dem Wege,
welcher, von Süden kommend, in etwa 5 Sm Entfernung von Kap Roca die Berlingas
in gleichem Abstand ansteuert.
Vorsicht ist geboten für Schiffe, welche von einem nördlichen. Hafen
kommen und zwischen Peniche und den Berlingas durchgehen. Es ist mehrfach
vorgekommen, dafs bei unsichtigem Wetter die Halbinsel Peniche mit der
Insel Berlinga verwechselt ist und. Schiffe auf der Halbinsel aufgelaufen sind.
Mit einiger Aufmerksamkeit läfst sich dies vermeiden. Die Höhe der Leucht-
thürme ist sehr verschieden; der von Kap Corvoeiro ist 55m, der von
Berlinga 111 m hoch; ersterer liegt an der Spitze des Kaps, während letzterer
mitten auf der Insel steht; außerdem ist die Durchfahrt zwischen Berlinga und
Peniche bedeutend breiter als. die scheinbare Oeffnung östlich von Peniche. :