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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Allgemeines 
Seewinden in den heißesten Tagesstunden voraus. Gewitter kommen von Mai 
bis Oktober vor. 
Lootsenwesen. Es sind zwei Lootsenschuner vorhanden, einer zum 
Dienst in dem Südkanal (Barra grande), der andere im Nordkanal (Corredor). 
Sie führen in den Gaffelsegeln ein etwa 3m großes P und auf jeder Schiffs- 
seite nahe am Heck die Aufschrift „Pilotos“. 
Am Tage führt der Lootsenschuner des Südkanals (Barra grande) eine 
blaue Flagge mit weißlßsem P, der Schuner des Nordkanals (Corredor) eine 
weifse Flagge mit blauem P im Grofstopp. 
Nachts führen beide Schuner ein weifßlses Licht am Toppstag, 
d, h. dem Stag, welches die Toppen der beiden Masten verbindet. 
Stationen der Lootsenschuner. Bei Tage halten sich die Lootsen- 
schuner auf der Barra grande bezw. dem Corredor auf und gehen zeitweilig etwas 
seewärts den Schiffen entgegen, welche sich der Tejo-Mündung nähern; bei 
Nacht ankert der Lootsenschuner des Corredor in der Nähe der Citadelle von 
Cascaes und der Schuner der Barra grande nördlich des Cachopo do Norte, 
je es nicht sehr schönes Wetter ist, in welchem Fall er sich im Südkanal 
aufhält, 
Lootsensignal. Schiffe, welche einen Lootsen haben wollen, heißen 
bei Annäherung an die Barre oder auf der Höhe von Cascaes bei Tage im 
Vortopp die Flagge P oder das Signal PT des internationalen Signalbuches; 
in der Nacht zeigen sie Fackelfeuer, bis sie vom Lootsenschuner die Antwort 
durch ein Fackelfeuer erhalten. Nachts gehen einkommende Dampfer in die 
Nähe des in der Bucht von: Cascaes ankernden Lootsenschuners. Die Lootsen 
kommen mit eigenen Booten längseits, lassen sich längseits mitschleppen und 
geben von dort aus ihre Anweisungen. 
Die Lootsen wohnen meist in Cascaes. Dort ist auch während der Winter- 
monate, Oktober bis Mai, eine Lootsenstation, von wo die Lootsen mit einem 
Boot abkommen, wenn die Lootsenschuner wegen schweren Wetters in S. Jose 
de Ribamar zu Anker liegen. Es ist daher angezeigt, dafs Schiffe, welche ein- 
laufen wollen, bei der Signalstation von Cascaes anfragen, ob das Lootsenboot 
in See gehen kann. 
Bei Belem findet beim Einlaufen Lootsenwechsel statt. Dort kommt der 
Revierlootse an Bord. Beim Auslaufen nimmt man nur einen Lootsen gleich 
vom Ankerplatz, der im Flufs und über die Barre lootst. 
Lootsenzwang besteht für Seelootsen nicht. Die Lootsen sind gut und 
zuverlässig, ihre Boote sehr seetüchtig. 
Das Lootsengeld wird nach folgender Taxe erhoben, auch wenn kein 
Lootse genommen wird: 
bis 240 cbm Inhalt . ..... . . ‚380 reis für 1 cbm, 
jeder Kubikmeter von 240-—500 cbm Inhalt 10 „ » 1% 
darüber . 2 4 + 4 © 8 u as m km Den a 1 © 
doch insgesammt nicht mehr als 13 500 reis und nicht weniger als 4000 reis 
in jeder Richtung. 
Innerhalb des Hafens ist ein sehr mäfsiger Specialtarif gültig. 
Dampfer „Patagonia“, 1870 Registertonnen netto, bezahlte ein- und aus- 
laufend je Mk. 41,50, im Hafen Mk, 9, zusammen Mk. 92, 
Schleppdampfer sind im IIafen vorhanden, doch halten sie sich selten 
auf der Barre oder vor derselben auf. Kine feste Schleppertaxe besteht nicht. 
Für Segelschiffe ist die Annahme eines Schleppers empfehlenswerth. 
Signalstationen befinden sich bei Uitavos, Cascaes, Feste S, Juliäo und 
Kap Espichel; sie stehen mit dem Hauptamt in Lissabon in telegraphischer 
Verbindung. 
Schiffsmeldungen befördern nach Lissabon für von Norden kommende 
Schiffe die Signalstation auf Kap Corvoeiro, für von Süden kommende die von 
Kap Espichel, von der Einfahrt S. Juliäo. 
Wetiersignale. Die Sigynalstationen von Oitavos und Espichel übermitteln 
kostenfrei Berichte über das Wetter in der Bucht von Biscaya, der Stralse
	        
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