Die Witterung an der deutschen Küste im Oktober 1898,
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der ganzen Küste und am 20, an der mittleren und der östlichen Ostsee, hier
am 19. und 20. theilweise nach dem Nordostquadranten übergreifend, ferner aus
dem Südwestquadranten am 26. an der östlichen Ostsee und am 30. an der
Nordsee auf; dabei wurde an der Nordsee die Windstärke 8 nicht überschritten,
im Gegensatz zur Ostsee, wo die Stürme, an wenigstens der Hälfte der Stationen
des anzugebenden Gebietes die Stärke 9 erreichend oder überschreitend, am
stärksten am 17. an der westlichen, mittleren und an ‚der preufsischen Küste,
am 18. auf der Insel Rügen und Umgebung und am 20. an der preufsischen
Küste wehten. Gewitter wurden nicht beobachtet. Die Ostsee hatte am 14,,
die Nordsee am 16. den ersten Schnee.
Die Morgentemperaturen lagen am 2, bis 6. meist über, am 7, bis 22,,
an der preufsischen Küste bis zum 23., unter und dann bis Monatsschlufs über
der Normale. Der Gang der Morgentemperaturen von Tag zu Tag zeigte für
die Stationen der Küste grofse Uebereinstimmung. Nachdem auf. nahezu gleich
warme Morgen zu Beginn des Monats etwas Abkühlung am Anfang der zweiten
Pentade gefolgt war, zeigten die Temperaturen ostwärts bis zur Oder-Mündung
etwa vom 8, bis 13. wenig Aenderung, worauf, hier ein starker Rückgang der
Morgentemperaturen eintrat und vom 14. bis 21. oder 22, die kältesten Morgen
mit nahezu gleichen, niedrigen Temperaturen herrschten; dann erfolgte eine
starke Zunahme bis zum 23, und wenig weitere Aenderung bis Ende des Monats
bei durchweg und stellenweise erheblich über der Normale liegender Temperatur.
An der östlichen Ostsee erfolgte die Abnahme der Morgentemperatur während
der zweiten und dritten Pentade unter mehrfachen und zum Theil erheblichen
Schwankungen, und es stieg hier die Temperatur abweichend noch wesentlich
vom 23. zum 24., in Memel noch weiterhin bis zum 27.
Mit Ausnahme von Borkum, Keitum und Kiel sank die Temperatur des
Monats zeitweise unter den Gefrierpunkt, an der pommerschen und preufsischen
Küste bis zu — 3° bis — 4°, während als höchste Temperaturen 15° bis 17° im
Osten wie Westen beobachtet wurden. Diemittlere Veränderlichkeit derTemperatur
von Tag zu Tag erreichte mit ihren gröfsten Werthen 1'/2° bis 2°, größere Werthe
nur in Rügenwaldermünde und Neufahrwasser, und zeigte mit Rücksicht auf die
drei täglichen Beobachtungstermine den gröfsten Werth meist am Morgen, während
die Werthe der Veränderlichkeit der Nachmittags- und der Abendtemperaturen keine
ausgesprochene Gesetzmäfigkeit in ihrem gegenseitigen Verhalten zeigten.
Die Niederschläge des Monats fielen, bei Rechnung des Niederschlagstages
von 8a Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages bis zum folgenden Morgen
und abgesehen von kleinen oder vereinzelten Niederschlagsmengen, am 7. bis 9.
an der preufsischen Küste, am 11. an der Nordsee und der westlichen Ostsee,
am 12, und 13, an der ganzen Küste, am 15. bis 18. ostwärts bis zur pommerschen
Küste, am 19. an der Nordsee und der westlichen Ostsee, am 20. an der Ostsee,
am 21. an der westlichen Nordsee und der östlichen Ostsee, am 22. an der
Nordsee und der westlichen Ostsee, am 23. bis 26. an der.ganzen Küste, am 27.
ostwärts bis zur pommerschen Küste und am 30. an der Nordsee und der west-
lichen Ostsee. Hiernach war der gröfsere Theil der Küste frei von Nieder-
schlägen am 1. bis 10., 14, 21., 28., 29. und 31. Sehr erheblicher, an einem
Tage 20 mm übersteigender Niederschlag fiel nur am 20. in Swinemünde (22),
aus Schnee und Regen bestehend, an einem Tage, der für die übrigen Stationen
der pommerschen Küste nur 5 bis 7mm und in Rixhöft keinen Niederschlag
brachte. Gewitter wurden nicht beobachtet. Nebel herrschte in gröfserer Ver-
breitung am 3, ostwärts bis, zur Oder, am 4. an der Nordsee und der westlichen
Ostsee, am 5. ostwärts bis zur Oder, am 6. an der Nordsee und der westlichen
Ostsee, am 7. an der Nordsee, am 21. an der Ostsee, am 22. an der Nordsee
und der westlichen Ostsee, am 23. ostwärts bis zur Oder, am 24. an der ganzen
Küste und am 28. und 29. an der Ostsee, Heiteres Wetter, dadurch charakterisirt,
dafs die tägliche Bewölkung, im Mittel aus den dreimal am Tage nach den
Zahlen 0 bis 10 geschätzten Bewölkungsgraden, kleiner als 2 war, herrschte
über gröfßserem Gebiete am 2. an der Nordsee, am 7. an der schleswig-holsteinschen
Küste, am 9. und 10. von der Weser bis zur westlichen Ostsee, am 11. an der
mittleren und östlichen Ostsee, am 14. an der ganzen Küste, am 15. an der
östlichen Ostsee, am 29. an der Nordsee und am 30. an der Ostsee.
. Die an den Beobachtungsterminen notirten Windrichtungen waren auf die
Windrose meist relativ gleichmäßig vertheilt; am wenigsten häufig waren die
nördlichen Richtungen. am häufigsten meist die Richtungen Ost bis SE vertreten.