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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1898, 
Segelten die Schiffsgruppen besser vor oder bei dem Winde im Nordost- 
Passat? ‘Tabelle 3, Spalte 4 und 16. 
Fahrt in Knoten 
Ausreisen Heimreisen Mehr vor dem Winde 
Aeltere Gruppe A 6.1 5.5 0.6 
Mittlere „ B 6.5 6.1 0.4 
Jüngste » (0) 7.8 7.1 0,7 
Passatgrenzen. Tafel 11, Fig. 1 giebt eine Uebersicht aller Reisen mit einer 
Menge interessanter Einzelheiten. Man vergleiche z. B. den Eintritt in den Nordost- 
Passat auf der 18. Ausreise oder den Austritt aus demselben Passat auf der 
{2. Heimreise, Die Gebiete, auf denen die Grenzen gelegen haben, sind durch 
Linien umschlossen. Alle damit zusammenhängenden Fragen, die für die Reise 
von grofser Bedeutung sind, sind in der Fig. 1 oder in der Anlage beantwortet. 
Die Figuren 2 und 3 geben in gröfserem Mafsstabe Auskunft über die Aequatorial- 
Gegenden, wo die 4 Gebiete, wie in Fig. 1 angedeutet, theilweise einander decken. 
Die Verschiebung der Passatgrenzen nach den Jahreszeiten läfst sich in jedem 
Falle leicht verfolgen und ermitteln. Wir lesen z. B. aus Fig. 1, Grenzen des 
Südost-Passats im Stillen Ozean, Heimreisen, ab: 
Reisen Südliche Breite der Passatgrenze Mittelwerth in 80 bis 90° W-Lg 
Mai bis September 22. 24. 26. 26. 27. 28. 25.5° S-Br. 
April oder Oktober 27. 28, 30. 32. 34. 
November bis März 28, 30. 31. 31. 32. 32. 36. 31.4° S-Br. 
Die mittlere Verlagerung beträgt demnach hier 6°, die äufserste 14° 
in Breite. 
Der Südwest-Monsun. Die Figuren 2 und 3 unterscheiden sich besonders 
dadurch, daß bei Fig. 3, den Heimreisen, der Uebergang vom Südost- zum Nordost- 
Passat auf einen schmalen Streifen beschränkt ist, bei Fig. 2 hingegen, den Aus- 
reisen, auf einem sehr breiten Streifen vor sich geht. Betrachtet man Ausreise 
No. 18, wo erst in 15° W-Lg gewendet wird, sowie 8, 15, 2 u. 8. w., so übersieht 
man sofort den Einflufs des Südwest-Monsuns auf die Ausreisen für die Mai- 
September-Reisen in dieser Gegend, 
Die höchsten Breiten bei Kap Horn in ihrer meteorologischen Bedeutung. 
Die Möglichkeit, sehr kurze Auszüge mit verhältnifsmäfsig reichem Inhalte auszu- 
statten, beruht darauf, dafs jede Zeile eine nautisch und meteorologisch wich- 
jige Thatsache enthält, wenn sich beides vereinigen läfst. Bei den vor- 
herrschenden Westwinden ist eine Reise in der Richtung West— Ost um Kap Horn 
fast immer leicht auszuführen, so dafs die Schiffe in geringem Abstande südlich 
von Diego Ramirez und Kap Horn vorbeigehen und die Mittheilung der höchsten 
Breite nichts bieten würde, weil sie nur selten viel von 57° S-Br in 69 oder 68° 
W-Lg abweichen würde. Ganz anders auf den Ausreisen in der Richtung Ost— 
West. Fig. 1 zeigt, dafs auf Reise No. 12 die höchste Breite erst in der Nähe 
von 61° S-Br erreicht wurde, während die Reisen No. 2, 6, 9 nur bis zu 57° S-Br. 
führen. No. 11 und 15 sind beide mit 59° S-Br angeführt, aber jene in 80° W-Leg, 
diese in 67° W-Lg oder 13 Grad östlicher, Je östlicher und nördlicher die höchste 
erreichte Breite liegt, um so günstiger dürften die Windverhältnisse gewesen sein. 
Bei den Reisen No. 9, 6, 2 sind also vermuthlich östliche Winde im Spiele ge- 
wesen, die den Kapitän nicht nöthigten, in der üblichen Weise nach Westen 
gegen Westwinde aufzuarbeiten. 
Schwere Stürme. Von den 18 orkanartigen Stürmen (die laufende No. 3 
in Tabelle 4, mit nur 5 Minuten Dauer, ist mehr eine orkanartige Böe), fallen 
17 auf Süd-Breite, nur 1 auf Nord-Breite. Da alle diese Stürme in die Gebiete 
der vorherrschend westlichen Winde fallen, entnehmen wir Tabelle 2 die ent- 
sprechenden Strecken in Seemeilen: 
Ausreisen Heimreisen Summen 
In ST Weglängen in den } 1320 1860 3180 
{n Süd-Breite |Westwind-Gebieten in Sm 4140 4800 8940 
Die Summen verhalten sich nahezu wie 1:3, die Sturmhäufigkeit dagegen wie 
1:17. Nach den vorliegenden Beobachtungen wären also auf diesen Reisen
	        
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