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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Dinklage::. Ueber das Schneiden des .Aequators im Atlantischen Ozean, ‚505 
passirte. Die bis dahin ganz gute Reise, die von Gibraltar bis zur Linie trotz 
der südwestlichen Winde in den Nordostpassat-Breiten nur eine Dauer von 
23 Tagen hatte, wurde durch jene widrigen Umstände sehr verzögert. Die Bark 
benöthigte, um von 0° nach 10° S-Br zu kommen, volle zehn Tage. In 10° S-Br 
wurde der Passat etwas frischer und raumer, doch .blieb die Gelegenheit im 
Ganzen unbefriedigend, und nahm infolgedessen das Zurücklegen der Strecke von 
der Linie bis 50° S-Br im Atlantischen Ozean die lange Zeit von 41 Tagen in 
Anspruch. 
In Anbetracht der Möglichkeit, dafs sich ein Fall, wie der hier geschilderte, 
wiederholen wird, dürfte es, wie gesagt, rathsam sein, die Schnittpunkte von 
10° und 5° N-Br im April etwas östlicher, als wie im Segelhandbuch angegeben 
ist, zu nehmen, oder doch zwischen 5° N-Br und der Linie jede Gelegenheit zu 
benutzen, um die östliche Stellung festzuhalten. Hätte Kapt. Schönwandt 
geahnt, daß der Südostpassat, der so früh einsetzte, so lange schral bleiben 
würde, so würde er wahrscheinlich im Norden der Linie, zwischen 3° N-Br und 
0° Breite, wo der Strom nordöstlich setzte, mit dem Winde SSO und südlicher 
auf St. B.-Halsen etwas mehr Ost gemacht und so den in den Segelhandbüchern 
für April empfohlenen Schnittpunkt von 0° Breite in 26° W-Lg angeholt haben, 
Achtzehn Reisen von Kapt. R. Hilgendorf zwischen Hamburg 
und Südamerika. 
Von E, KNIPPING. 
(Hierzu Tafel 11.) 
Das Folgende soll eine weitere Probe für die Anwendung der von mir 
vorgeschlagenen Journalauszüge sein. Deshalb ist auf die Methode der Arbeit 
besonderes Gewicht gelegt. . 
Bei der Bearbeitung der aufsertropischen Stürme im Stillen Ozean auf 
Süd-Breite, wie sie in dem Segelhandbuche der Deutschen Seewarte, Kapitel XII, 
vorliegt, trat eine eigenthümliche Schwierigkeit auf, nämlich die einer erdrückenden 
Menge Materials, welche. durch eine vorläufige Sichtung erst gehoben werden 
mufste, ehe mit der eigentlichen Bearbeitung begonnen werden konnte. Diese 
Schwierigkeit wurde überwunden durch einzeilige Sturmauszüge, die das Wesent- 
lichste über jeden Sturm enthalten, dem Leser der Annalen auch schon seit 
mehreren Jahren bekannt sind (vgl. z. B. Jahrgang 1897, Seite 61). Was bei 
den Stürmen, den verwickeltsten Erscheinungen, mit denen der Seemann zu 
rechnen hat, gelungen war, das mufste sich auch auf einfachere Beobachtungen 
ausdehnen lassen. Es handelte sich dann nur noch darum, den Plan einzeiliger 
Auszüge zu verallgemeinern und an einer. gröfseren Probe den Umfang, die 
Kosten u. s. w. der Veröffentlichung für eine grofse Sammelstelle wie die Deutsche 
Seewarte zu berechnen und ihre Verwendbarkeit nachzuweisen. Diese verschie- 
denen Punkte sind einzeln im „Archiv der Deutschen Seewarte“ 1896, No. 1, 
unter dem Titel: „Ein Führer durch die Schiffstagebücher der Seewarte u. s. w.“ 
bearbeitet und erledigt worden. Dort mufste es aber bei einer Andeutung all 
der Arbeiten bleiben, die sich mit Hülfe solcher Auszüge erledigen lassen, weil die 
Ausführung auch nur eines Theiles zu weit geführt hätte. Eine Arbeit, die ganz aus- 
schließlich auf solchen Auszügen beruht, findet der Leser in den Annalen 1897, 
Seite 58: „Zu den Stürmen des westlichen Theiles des Südatlantischen Ozeans“, 
Der Leser, der sich für den ganzen Plan interessirt — hier kommt nur 
ein Theil zur Sprache — sei aufser auf das „Archiv“ von 1896 auch auf die 
„Meteorologische Zeitschrift“ 1896 Seite (70), Besprechung von R. Süring, ferner 
Jahrgang 1898, Seite 210 u. 211 „Achte allgemeine Versammlung der Deutschen 
Meteorologischen Gesellschaft zu Frankfurt a. M., am 13. bis 16. April 1898“, 
Bericht des Schriftführers A. Sprung, und schliefslich auf die Verhandlungen 
bei der Zusammenkunft der Vorstände deutscher meteorologischer Central-Anstalten 
vom Oktober 1897 in. Berlin verwiesen, die S. 17. 18 ein Urtheil über den Plan 
enthalten. 
Ann. d. Hydr. otc., 1898, Heft XII.
	        
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