accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 26, 1898

500 . Annalen’ der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1898, 
Störungen, nach Richtung und Geschwindigkeit, sowie ihrer Folgen für den 
einzelnen Ort, wohl gute Fortschritte gemacht habe, für die Vorauserkennung 
ihrer Intensitätsänderungen, also für ihr Entstehen und Verschwinden, dagegen 
nur wenige schwache Anhaltspunkte besitze, Höchstens hätte die Seewarte, wenn 
ihr die Beobachtungen von Leba und Rixhöft, den einzigen Signalstellen,!) die 
am 19. um 8 Uhr abends bereits stürmischen Wind verzeichnet haben, bekannt 
geworden wären, am Abend des 19. warnen können, da zusammen mit den An- 
gaben von Rügenwaldermünde — NW 7 -— und Neufahrwasser — W 7 — dies 
eine gefahrdrohende Verstärkung des bis dahin harmlosen Auschießers darstellte, 
Genützt hätte diese Warnung den seit dem Mittag in See befindlichen Schiffen nichts, 
da nicht anzunehmen ist, dafs sie die rothe Siynallaterne in Memel hätten sehen 
können.”) Es ist in allen solchen Fällen sehr leicht, nachträglich zu behaupten, 
dals etwas hätte geschehen können; der Nachweis dafür mülste aber dann auch 
geführt werden, Wollte man jedes Mal warnen, wenn nur eine Station die Stärke 8 
erreicht hat, so würde die Zahl der Warnungen eine viel zu grofse werden. Im 
„Meteorologischen Jahrbuch“ behandelt die Seewarte alle die Tage, an welchen 
die Windstärke mindestens an drei von ihren Signalstellen 8 erreichte oder über- 
stieg, als stürmische, Das sind schon '/z aller Tage. Schlägt man dazu die 
Tage, an denen nach den Angaben ausländischer Stationen gewarnt werden mufs, 
so würde, besonders wenn man sich auch mit einer einzigen Signalstelle begnügen 
7 
vr 
"Gm 
Wer 
A Aa 
19. September 1898 8 Uhr morgens. 
will, die Anweisung zum Heißen der Signale an mehr als !/4 aller Tage zu geben 
sein. Es ist zu fürchten, dafs die Signale dann überhaupt nicht beachtet werden 
würden. Gewifs ist es, dafs die Windstärke 8, die für seetüchtige Fahrzeuge 
überhaupt nicht viel Bedeutung hat, auch für Fischer ganz verschiedenen Werth hat, 
je nach den Umständen, und dafs die letzteren im vorliegenden Falle — dem Ersatz 
leichter ablandiger Winde durch böige auflandige — besonders ungünstig waren. 
Es könnte in Betracht kommen, ob nicht solche Ausschielfßser nach ruhigem 
Wetter, im speciellen Interesse der Fischereibevölkerung, anders als nach den 
4) Abgesehen von der isolirten, wohl überschätzenden Angabe der FProvinzial-Signalstelle 
Wehrdamm bei Königsberg, vgl. die Tabelle Seite 498. 
2) Es ist hier nicht bekannt, wie die „3 Meilen vom Lande* des Zeitungsberichtes zu ver- 
stehen sind; wahrscheinlich sind deutsche Meilen gemeint.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.