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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1898. 
19/9 | 
abp | ep 
20/9 
ha 
19/9 | 20/9 
play Sa 
Rixhöft, . NWÖö 
Neufahrwasser NW 4 
Aela. . . WAW7 
Vogelsang . wW 6 
Zlbinger Hafen NWS 
Lenzen. . ww 6 
Neukrug . WSW7 
Pilauf. . . \W 8 
Pillau IL. . ) ww 6 
Balga . . - ey 
Fischhausen ., TE NW: 
Palınnicken . SW u RW 5) sw . 
"rüsterort , . 
Wehrdamm . 
Kranz . . . 
Sarkau . . 
Nossitten + . 
4abagienen . 
Nidden. . 
Schwarzort . 
Inse , . . 
Windenburg . 
Memel . .. 
3W 3 WaW5 
3 2 WwW 8 
Still E 1 
SE 2 SE 3 
ı 2 sE2 
Stil sw ı 
5 3835 4 
SE SS 2 
Still! Still 
aw 2 353 
° 9 Still 
x $ 
WW 5 
NW 10 
ww 6 
äNW 7 
NaW 9 
x 8 
xw 8 
NW £ 
x? 
vw 6 
Die Wetterkarten geben ein anschauliches Bild von den Vorgängen bis 
zum Abend des 19., lassen aber den Zustand an diesem Abend und am folgenden 
Morgen etwas unklar. Denn das regelmäfsige Fortschreiten des Ausschiefsers 
mit der begleitenden V-förmigen Ausbuchtung der Isobaren und der Heiterkeit 
auf seiner Vorderseite hatte nun ein Ende. Die Ausbuchtung war in eine Gasse 
niederen Druckes übergegangen, die das Minimum vom Norwegischen Meere mit 
demjenigen in Mittelrussland verband. Dabei sind die vom Abend des 19, Sep- 
tember durch den Telegraph gemeldeten Angaben so widerspruchsvoll, dafs ein 
sicheres Bild sich nicht gewinnen läfst. So ist der Barometerstand von Wisby 
nach Hamburg als 759,6, nach St. Petersburg als 756,6, nach Paris als 758,6 
gelangt. Libau meldet 755,4 bei leisem Zug aus Süd, während Memel 756,5 
meldet. Die unselige Verschiedenheit der Beobachtungsstunden macht zwar in 
diesen Grenzgebieten eine genaue Untersuchung überhaupt unmöglich, sie müfste 
aber in diesem Falle in entgegengesetztem Sinne wirken, denn Libau beobachtet 
ım 9" p, Memel um 8*p. Die auffallend hohe Windstärke in Wisby am Abend 
des 19. und Morgen des 20, verdient nicht viel Beachtung, weil die Stärke- 
schätzungen in Wisby gewöhnlich sehr hoch ausfallen. 
Leider ist das Anemometer in Neufahrwasser in KErmangelung eines ge- 
eigneten Aufstellungsortes zur Zeit nicht in Thätigkeit. Die Anemometer-Auf- 
zeichnungen in Pillau!) und Memel zeigen, nach unserer Tabelle, dafs die Wind- 
stärke hier im Mittel der windigsten Stunde nahezu 8 Beaufort betrug, gegen 
5 bis 6 an den westlicher gelegenen Stationen, und dafs die Zunahme derselben 
seit dem Ausschiefsen des Windes hier schneller war als dort; namentlich in 
Memel frischte der Nordwestwind schon nach einer Stunde zu stürmischer Stärke 
auf. Immerhin würde der Wind auch hier einem einigermafsen seetüchtigen 
Fahrzeug nicht gefährlich geworden sein; für die offenen, schlechten Fischer- 
boote dieser Gegend wurde er aber verderblich. Neun deutsche Fischer aus 
Memel und 20 russische aus Polangen sind in dem Sturme ertrunken, und eine 
Anzahl anderer war in grofser Gefahr, 
Ein Zeitungsbericht schildert den Vorgang bei einer Gruppe der letzteren, 
wie folgt: Mittags um 12! Uhr hatten sich mehrere Fischer auf den Strömlings- 
fang nach der russischen Grenze zu begeben. Es herrschte das heiterste Wetter, 
begünstigt durch eine leichte Briese. Abends zwischen 6 und 8 Uhr wurden die 
1) Das Anemometer in Pillau hat von 10ha bis 54 p den Papierstreifen nicht vorgeschoben, 
der Hammer ist jede Stunde an derselben Stelie niedergefallen und hat Richtungen zwischen Süd 
and SSW aufgezeichnet. Eine andauernds Windstille während dieser ganzen Zeit ist höchst un- 
wahrscheinlich; das Tagebuch der Signalstellen giebt für 2ıp S3 und SE 1 an; der Papierstreifen hat 
indessen nicht gehakt, und die Ursache des Versagens des Instrumentes bleibt unaufgeklärt; die Auf- 
zeichnung der südlichen Windrichtung um 55 p ist indessen klar, Im Tagebuch der Signalstelle I heifst 
28 vom 19,: 51/g% abends frische Böe aus NW, von 9" abends an stürmisch aus NW mit starkem Regen, 
3h morgens den 20. abklarend, von 10a allmählich abnehmend. Um 8hp ist auffallenderweise 
jer Wind als SE 2 angeschrieben, um Sa des 20. als NWS. Nach dem Anemometer hat seit 6% 
andauernd steifer NW geherrscht, die Angabe im Tagebuche vom Abend des 19. mufs wohl auf 
einem Versehen beruhen; die Signalstelle II hat denn auch um 8% p frischen NW notirt. Den Ein- 
ritt und das Auffrischen des nordwestlichen Windes stellt Brüsterort übereinstimmend mit dem 
Anemometer von Pillau dar; in seinem Tagebuche heifst es am 19.: um 2bhp SW 3, um 8hp WNW 5, 
am 10h 30m heftige Böen aus Nord und NNW.
	        
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