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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Dinklage: Reise der „Potosi“ nach der Westküste Südamerikas, 
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Die Umsegelung von Kap Horn begann mit südlichem und südöstlichem 
Winde, welcher Kapt. Hilgendorf die erwünschte Gelegenheit gab, zwei Grade 
westlicher zu kommen, und konnte nun, als der Wind am nächsten Tage auf 
West ging, das Ostende von Staaten - Land bequem angeholt werden. Am 
28, Juni um 11 Uhr vormittags sah man bei sehr klarer Luft die mit Schnee 
bedeckten Bergspitzen der Insel. Nachmittags wurde Kap St. John auf 6 Sm 
Abstand umsegelt. Der westliche Wind, der bei der Annäherung mehr und mehr 
abgenommen hatte, wurde zuletzt ganz flau, doch folgte, als man südlich von 
Staaten-Land gekommen war, etwas frischere Nordwestbriese, die das Schiff aus 
der Nähe des Landes brachte. Auch die weitere Umschiffung von Kap Horn 
verlief ziemlich günstig. Der Wind war in den ersten fünf Tagen vorwiegend 
nordwestlich und nördlich; er wuchs bei allmählich fallendem Barometer am 
1. Juli zum Sturme an, der auch am 2. noch anbielt, doch wurde das Wetter 
nicht so schwer, dafs der grofse, mächtige Segler seine Fahrt aufgeben und 
unter Wind gehen mufste. „Potosi“ gelangte, fast immer auf St.-B.-Halsen 
segelnd, mit dieser Gelegenheit ziemlich weit nach Süden, aber auch nach 
Westen. Am 3. Juli, als der Wind nach dem Sturme eine mehr westliche und 
südwestliche Richtung annahm, stand das Besteck auf 59,9° S-Br und 81,5° W-Lg. 
Das Barometer, das nördlich von Staaten-Land einen höchsten Stand von 
776,3 mm gehabt hatte und auf der Fahrt nach Süd und Südwest allmählich und 
ganz regelmäfsig gefallen war, erreichte auf der südlichsten Stellung des Schiffes 
einen niedrigsten Stand von 727,4 mm. In den Bereich der östlichen Winde im 
Süden vom Minimum gelangte das Schiff freilich nicht hinein, doch gab ihm 
auch der Wind aus West bis WSW, der einsetzte und bei steigendem Barometer 
fortan vorherrschend blieb, eine sehr gute Gelegenheit zur Fahrt nach Norden. 
Am 5. Juli krimpte der Wind bei abnehmendem Luftdruck noch einmal wieder 
nach NNW und Nord zurück und wurde am nächsten Tage stürmisch. Kapt. 
Hilgendorf benutzte diese Aenderung, um noch einen Gang von 230 Sm nach 
Westen zu machen, der ihn nach etwa 85° W-Lg führte, worauf nach rascherer 
Druckabnahme der Wind alsbald wieder westlicher holte. Am 9. Juli wurde in 
83,3° W-Lg der Parallel von 50° Süd wieder überschritten, Dauer der Um- 
segelung 13 Tage, gegen 17,8 Tage im Mittel. 
Der Rest des Weges wurde mit denselben günstigen westlichen und süd- 
westlichen Winden rasch zurückgelegt; ein schwerer Sturm. aus Südwest mit 
Hagel- und Regenböen, der am 11. und 12, Juli wehte, gab dem Schiffe nur 
noch eine bessere Gelegenheit zum Weiterkommen. Der 11., 12. und 13, Juli 
brachten wieder Etmale von 288, 313 und 222 Sm und der 12. bei West 9 
zeitweilige Fahrgeschwindigkeiten von 14 Knoten. Unter der Küste flaute der 
Wind ab, doch kam „Potosi“ schon am Abend des 14. Juli in Sicht des Feuers 
von Curaumilla-Spitze und am nächsten Tage um Mittag mit der Seebriese, die 
nach. Stille und Mallung um 10!/2 Uhr vormittags eingesetzt war, auf der Rhede 
von Valparaiso zu Anker. Reisedauer ab Lizard 60, ab Hamburg 68 Tage. 
Nachdem „Potosi“ vom 15. bis zum 27. Juli ihre für Valparaiso be- 
stimmte Ladung gelöscht und etwas neue Ladung für die nördlicheren Plätze 
eingenommen hatte, trat sie am letztgenannten Tage ihre Weiterfahrt nach 
Iquique an. Die Reise, auf welcher der Kurs zuerst mehr landabwärts bis 
ungefähr 28° S-Br und 74° W-Lg und dann mehr direkt nach dem Bestimmungs- 
platz genommen wurde, verlief zeitweilig bei steifem Winde rasch, so dafs am 
29, und 80. Juli in 40 Stunden 478 Sm zurückgelegt wurden. Dann folgten aber 
noch drei Tage. mit sehr flauem Winde. Die Richtung des Windes war während 
der Fahrt fast beständig Süd und SSO. Am 2. August um neun Uhr abends, 
dem 6. Tage der Reise, wurde Iquique erreicht. 
In Iquique nahm „Potosi“ einen Theil ihrer Salpeterladung für die 
Rückreise ein und ging dann zur Vervollständigung der Beladung nach Caleta 
Buena. Von hier wurde am 18, August um elf Uhr mittags die Reise nach 
Hamburg angetreten. Zuerst ging es nur sehr langsam, Wie es, besonders im 
Winter, so oft der Fall ist, trat der Wind aus SSO bis SW in der Nähe der 
Küste sehr flau auf, und obgleich Kapt. Hilgendorf nicht nahe am Winde, 
sondern quer vom Lande ab steuern ließ, um früher frischere Briese zu erfassen, 
dauerte es doch sechs Tage, ehe er in 75° W-Lg den besseren Wind erhielt. 
Der Wind, SSO bis SO 4 bis 5, mit dem jetzt auf B. B.-Halsen bei dem Winde
	        
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