Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1898,
nur 63 Tagen des Schiffes „Pampa“, Kapt. C. J. Steincke, im November 1897.
In 70 Tagen führte auch das schon erwähnte Schiff „Preufsen“ im September
1897 die Heimreise aus. In allen Fällen war der Abgangsort Iquique.
Die ganze Rundreise, so weit sie aufserhalb des Englischen Kanals lag,
also die Fahrt von Lizard mit Stückgütern nach Valparaiso, von dort nach Iquique
und zur Vervollständigung der Rückladung Salpeter weiter nach Caleta Buena
and dann von hier zurück nach Lizard, einschliefslich des Aufenthalts an den
verschiedenen Plätzen der Westküste, nahm im Ganzen nur fünf Monate und
elt Tage in Anspruch, Kapt. Hilgendorf bemerkt: „Es ist dies die beste
Leistung, die ich bis jetzt noch, wenn die Ausreise mit Ladung über Valparaiso
ying, erreicht habe; und wenn man betrachtet, dafs in Valparaiso auch noch
eine Masse Ladung für die Küstenplätze einzunehmen war und wir auch noch
Caleta Buena als zweiten Ladehafen anzulaufen hatten, so ist das Resultat wohl
als ein gutes zu bezeichnen.“
Die Ausreise, welche „Potosi“ am 16. Mai 1898 ab Lizard antrat, begann
zleich mit günstigem Nordnordostwinde, der zwischen 40° und 30° N-Br zeit-
weilig durch ebenso günstigen Nordwestwind abgelöst wurde, dann aber ohne
Unterbrechung in den Nordostpassat hineinführte. Mit der stetigen frischen
Briese kam der segelkräftige Fünfmaster rasch von der Stelle. Nur zwischen
30° und 26° N-Br ging es bei abflauendem Winde für etwa zwei Tage etwas
langsamer, sonst wurde die ganze Strecke von Lizard bis 13° N-Br nur in
Etmalen von 200 bis 280 Sm zurückgelegt. „Potosi“ erreichte den genannten
Parallel schon am 11. Tage der Reise. Kapt. Hilgendorf hatte, um den
ziemlich nördlichen Wind mehr auf die Seite zu bringen, die Route im Osten
der Kapverden eingeschlagen; von den Inseln aus setzte er seinen Kurs, den
Anweisungen des Segelhandbuches folgend, auf 8° N-Br und 24° W-Lg. Er
iraf auf diesem Wege, wie gesagt, bis 13° N-Br eine ausgezeichnete Gelegenheit;
weiterhin wurde der Passat flauer, hielt aber als leichte Briese noch bis 7,5°
N-Br an. Dort folgte für mehrere Tage Mallung mit zeitweilig leichter Briese,
die, vornehmlich aus südwestlicher Richtung und von einer ziemlich starken
östlichen Strömung begleitet, das Schiff ziemlich weit nach Osten führte. Als
es am 3. Juni auf 3,5° N-Br den Südostpassat erhielt, stand es in 22,5° W-Lg.
Am nächsten Tage, dem 4. Juni, wurde mit dem von vornherein sehr frisch
wehenden Passat der Aequator in 24,5° W-Lg überschritten. Die letzten zehn
Breitengrade hatten 6!/2 Tage gekostet; dennoch war es „Potosi“ gelungen, den
yanzen Weg von Lizard nach der Linie in der sehr kurzen Zeit von 19 Tagen
zurückzulegen, sie hatte damit gegen die mittlere Dauer der Reisen im Mai,
welche 29,7 Tage?) beträgt, 10 bis 11 Tage gewonnen.
Die östliche Stellung, in welcher „Potosi“ die Linie überschritten hatte,
kam ihr in südlicher Breite gut zu statten. Der frische Südostpassat, welcher
zie in rascher Fahrt in vier Tagen nach 13,5° S-Br und 31,5° W-Lg brachte,
blieb bis dort ziemlich raum, nahm dann aber für drei Tage eine sehr südliche
Richtung an, so dafs „Potosi“, als sie 17,5° S-Br erreichte, westwärts bis 35°
W-Lg gedrängt worden war, den Abrolhos-Klippen an der Küste von Brasilien
also schon ziemlich nahe stand. Glücklicherweise holte hier der Wind östlicher
und bald nach Nordost und Nord. Aus letzteren Richtungen blieb er, zweimal
anterbrochen durch Rundläufe durch Nordwest, Südwest und Südost, die aber
auch das gute Wetter nicht störten und keine erhebliche Windverstärkung
brachten, vorherrschend bis 34° S-Br und 51° W-Lg, und konnte „Potosi“ bis
dorthin einen guten Fortgang machen. Mit dem dritten Umlauf, der hier statt-
“and und von heftigem Gewitter und Regen begleitet war, wurde der Wind
stürmisch, zum ersten Male auf der Reise, und hielt sich dann vorwiegend in
den westlichen Strichen, doch kam das Schiff, da es den Wind mehr nördlich
als südlich von West und nicht zu viel Wind hatte, auch hier ziemlich rasch
vorwärts, Den Parallel von 50° S erreichte „Potosi“ am 26. Juni in 63,5°
W-Lg. Die Fahrtdauer von der Linie von 22 Tagen war 10,7 Tage kürzer als
das Mittel®) und nur zwei Tage länger als die bis dahin kürzeste Reise in
derselben Jahreszeit der „Selene“, Kapt. H. Israel, im Juni 1892,
1992
) 30,8 Tage für Reisen, die vor 1889, und 28,2 für sulche, die später angetreten wurden.
2 Die mittlere Dauer ergieht sich für frühere Reisen zu 33,5, für spätere zn 31,7 Tagen.