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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Oststurm in der Nordsee vom 15. bis‘ zum 20; Oktober. 1898. 491 
Datum 
N-Br | O-Lz 
Bar. 
; Bemerkungen 
1898 
mm 
Oktober 17 154° 50' |4° 13 | 741,2 
Anhaltender schwerer Sturm aus Ost, Stärke 9 bis 10, mit 
dickem Regen und fürchterlicher See, Das Schiff hat 6 Strich 
Abtrift. Lotheten 42 Faden Tiefe, Niedrigster Barometer- 
stand um 4hp 741,1 mm. 
55° 31’ | 3° 05‘ | 747,3) Aenfserst schwerer Sıurm mit noch härteren Böen, hohe fürchter- 
liche See, dick von Regen, SNSetzten gereffte Fock, gerefftes 
Grofsobermarssegel und gerefftes Grofsstängenstagsegel, um 
die Abtrift zu vermindern, weil wir uns zu nahe unter der 
englischen Küste glaubten. 
Von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens orkanartige Böen (11), 
dick von Regen, Später etwas handsamer. Führten die ge- 
refften Segel. Stets noch bedeckt und trübe. . 
Stürmischer . Südostwind mit harten Böen und feinem Regen. 
Hohe Südostdünung. 8 
Wie gestern. . . 
Schwerer Sturm aus Süd bis SSE, dick von Regen, seit 3b p ab- 
flauend und abklarend, ; 
Frischer westlicher Wind bei wolkenlosem Himmel. 
nach astronomischen Beobachtungen) ; 
Südliche mäfsige Briese, dick von Nebel.‘ 3 
Schauerig, Wind sehr unbeständig aus West bis Südwest, 
Steife Briese aus West, diesige Luft. 
8 
‚a 
70 
57° 54' 
21 
29 
58° 29 
B8O 4d' 
9 
58° 16‘ 5° 08’ 
59° 07’ | 2° 20° 
38° 02’ | 4° 33' 
57°07' | 5° 08 
Weser-Feuer- 
schiff quer 
24 
25 
„ 26 
am 4hp 
Reise der „Potosi‘“ nach der Westküste Südamerikas und zurück 
im Sommer und Herbst 1898. 
Von L. E: DINKLAGE. 
Der Fünfmaster „Potosi“, das gröfste Segelschiff der Welt, vollendete 
unter der Führung von Kapt. R. Hilgendorf zu Anfang November 1898 wieder 
eine seiner raschen Reisen von Hamburg nach der Westküste Südamerikas und 
zurück. Besonders die Ausreise nach Valparaiso, die ab Lizard gerechnet nur 
60 Tage in Anspruch nahm, war eine so Kurze, dafs sie nach den der Seewarte 
vorliegenden Berichten erst zweimal übertroffen worden ist, und zwar von dem- 
selben Kapitän, indem dieser die Reise von Lizard nach Valparaiso im März 1892 
mit der Viermastbark „Placilla“ in nur 58 und im November 1896 mit der 
„Potosi“ in 59 Tagen machte. Auf der letzteren Reise fand, als das Schiff 
schon in die Nähe von Curaumilla-Spitze, fast in Sicht von Valparaiso gelangt 
war, noch ein 24 stündiger Aufenthalt durch Windstille statt, der eigentlich ab- 
gerechnet werden müfste, und würde dann diese Reise ebenso kurz sein wie die 
unübertroffene der „Placilla“ im Jahre 1892. Uebrigens ist die Reise in 61 
Tagen auch von Kollegen Hilgendorfs schon wiederholt ausgeführt worden. 
Was solche Resultate leistungsfähiger Schiffe und Schiffsführer bedeuten, zeigt 
sich bei der Vergleichung dieser Zahlen mit der Durchschnittsdauer, die sich 
nach den ‚Journalen der Seewarte für Reisen nach Valparaiso vor dem Jahre 1889 
zu 94,6, nach Anfang 1889 zu 87,0 Tagen ergiebt. 
Die Rückreise mit Salpeter von Caleta Buena, die am 18. August an- 
getreten wurde, von 70 Tagen nach Lizard war nicht ganz so kurz, ist aber 
ım Hinblick auf die längere Zeit, welche die Rückreise überhaupt in An- 
spruch nimmt und durch die mittlere Dauer derselben von 102 Tagen erwiesen 
wird, doch als eine sehr gute zu bezeichnen. Sie wird nur übertroffen durch 
zwei Reisen von 67 Tagen im Jahre 1895, von denen die eine von der Bark 
„Pamelia“, Kapt. H. Dehnhardt, — Reiseantritt im Juni — und ‘die andere 
vom Schiffe „Preufsen“, Kapt. H. Schmidt — Reiseantritt im Dezember —, 
gemacht wurde, ferner von einer Reise von 68 Tagen, die ebenfalls im Jahre 
1895 und zwar im Oktober unter der Führung von Kapt. Hilgendorf von der 
„Potosi“ ausgeführt wurde, und schließlich von der ausgezeichneten Reise von
	        
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