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dienen nur zum Schleppen der Leichter oder um bei.Unfällen kostenfrei Beistand
zu leisten. Zum Schleppen von Schiffen werden sie nicht hergegeben, 2
Hafenanlagen sind nicht vorhanden mit Ausnahme einer hölzernen
Landungsbrücke von 333,7 m Länge. Sie ist auf den ersten 200 m 5m breit,
der letzte Theil ist 6m breit und hat am äufsersten Ende 3m Wasser bei
Niedrigwasser. Etwa 113 m von diesem ist die Landungstreppe für Passagiere
mit 2,1 m Wasser bei Niedrigwasser. Die Brücke ist mit Schienengeleisen für
Lowries eingerichtet, ein fahrbarer Krahn ist vorhanden. . Für die Benutzung
der Brücke zum Landen oder Einschiffen von Gütern besteht ein Tarif, das Be-
treten der Brücke kostet 1 reale vellow, geschieht dies zum Zweck der Ein-
schiffung 3 reales vellon, zum Aus- und wieder Einschiffen 4 reales vellon
(1 reale vellon = 25 cts spanisch). ©
Hafenfeuer. Am Ende der Landungsbrücke befindet sich auf einem
4,65 m hohen Eisengestell ein festes grünes Feuer in 8 m Höhe über mittlerer
Fluthhöhe in 35° 47‘ 3” N-Br und 5° 48' 23” O-Lg („Nachr. f. Seef.“ 1898/378).
Laden und Löschen geschieht in Leichtern, die möglichst nahe an das
Zollhaus herangehen, von wo dann die Hafenarbeiter die Güter durch das seichte
Wasser an Land tragen. Leichtergebühren 4 ptas für die Tonne, die Lastträger
werden besonders bezahlt; Kosten und Risiko trägt der Empfänger bezw.
Verlader.
Ausrüstung: frischer Proviant ist in geringen Mengen zu Preisen zu
haben, welche nach der Jahreszeit verschieden sind; Dauer-Proviant ist nur
spärlich urd theuer. Sonstige Ausrüstungsgegenstände sind nicht zu
beschaffen.
Bunkerkohlen, meist englische, sind durchschnittlich 200 bis 300 t in
einer Hand auf einer im Hafen verankerten Hulk vorhanden, an der Schiffe bei
gutem Wetter längsseits gehen können. Sonst werden die Kosten in Leichtern
Jängsseits gebracht, eine Stunde nach Bestellung 150 bis 200 t, Trimmer werden
auf Verlangen gestellt.
Wasser muß in Fässern von Land geholt werden und kostet etwa
1,50 Mk. 100 1.
Docks und Ausbesserungswerkstätten sind nicht vorhanden.
Schiffahrtsunkosten. Ankergeld 30 ptas für Schiffe über 400 t.
Verkoehrsverhältnisse (S. 69 a. a. O.). Von deutschen Dampfern wird
Tanger je einmal im. Monat nach jeder Richtung angelaufen von der Woermann-
Linie und der Oldenburg—Portugiesischen Dampfschiffsrhederei,
Allgemeines. Tanger hat nach Schätzung 30000 Einwohner, darunter
46 Deutsche. Agenten der vorgenannten Dampferlinien und des Germanischen
Lloyd sind am Ort, ebenso von Seeassekuranz- Gesellschaften. Die nächste
Bergungsstation ist Gibraltar. Das Klima gilt im Allgemeinen auch für
Europäer als gesund und Tanger wird auch als Winterstation benutzt.
Es wird nur Hausindustrie, wie Handweberei und Lederarbeiten betrieben,
Es ist streng verboten, Moscheen zu betreten, man versuche selbst nicht,
hineinzusehen. Dasselbe gilt von Arabischen Häusern. Es empfiehlt sich, bei
Besichtigung der Stadt einen Führer zu nehmen, um nicht aus Unachtsamkeit den
Fanatismus der Mohammedaner zu erregen.
Schiffsverkehr. 1897 verkehrten im Hafen 723 Dampfer mit Ladung
von 315012 t Gehalt, 12 Dampfer in Ballast von 10497 t Gehalt, darunter
deutsche 63 von 52082 bezw. 3 von 2603; 365 Segler von 6172 t Gehalt,
meist kleine spanische, gröfstentheils Fischerboote. Die spanische Flagge ist die
vorherrschende. Der Frachtverkehr wird fast ausschließlich von Dampfern
besorgt, Segler bringen manchmal Bauholz aus Schweden oder Kohlen und
nehmen Knochen oder Erbsen und Bohnen.
Ein- und Ausfuhr: Baumwoll-, Woll- und Seidenwaären, Lebensmittel,
Sprit, Tabak, Baumaterialien bezw. Vieh, Häute, Kartoffeln, Wachs, Knochen
betrug 1897 6259 900 Mk, bezw. 3 761 700 Mk.
Lloydssignalstation befindet sich 12 Sm östlich auf Kap Spartel,
Ein spanisches und ein französisches Krankenhaus ist am Ort.
Das deutsche Konsulat liegt am Loko grande, jenseits. der Stadt durch
die Hauptstraße in 15 Min. von der Landebrücke aus zu erreichen.
Ann. d. Hydr. ete.. 1898, Heft XI.