188 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1898,
Cormos-Linie haben Agenten am Ort, aufserdem Verbindung auch durch
Telegraph nach allen Erdtheilen,
Ein Seemannskrankenhaus ist nicht vorhanden, erkrankte Schiffsleute
werden im Hospital Civil, Calle de Morales, Kriegsschiffslente im Hospital
Militar, Calle de Galcerön aufgenommen.
Das deutsche Konsulat liegt Calle del Castillo No. 64.
Allgemeines. Santa Cruz hat nach Schätzung etwa 25 C00 Einwohner,
davon 34 deutsche, unter denen ein Arzt; 3 englische und eine französische
Seeassekuranz-Gesellschaft sind am Ort vertreten. Santa Cruz ist Heimatshafen
von 48 Seglern von 50 bis 500 t und 5 Dampfern (Schleppern), 3 unter
50 t, 1 über 50t, 1 über 200 t. Die Cigarren-Industrie herrscht am Ort vor.
Seefischerei wird von 645 kleinen Segelfahrzeugen und Booten betrieben
and ist von ziemlicher Bedeutung für die Inseln, die hauptsächlichsten Fischarten
sind Thunfisch, Sardinen und Makrelen.
Eine Ein- und Ausfuhr-Statistik wird nicht geführt; eingeführt werden:
Manufaktur-, Kurz-, Eisen- und Kolonialwaaren, Kistenholz und Lebensmittel;
ausgeführt: Früchte (Tomaten, Kartoffeln, Bananen, Zwiebeln), Wein, Cigarren,
Kochenille. Die Früchte werden mit dem schnellen Dampfern meist nach England
verschifft, Segelschiffe finden selten Fracht,
Der Schiffsverkehr (S. 123 a. a. O0) einschliefslich des Verkehrs zwischen
den Kanarischen Inseln betrug ein- und ausgehend 1897 1375 Dampfer,
933 Segler, darunter 148 deutsche Dampfer mit 264384 t, kein Segler, Mit
Ausnahme der Woermann-Dampfer, die einige Ladung bringen, laufen die anderen
deutschen Dampfer nur zum Einnehmen von Bunkerkohlen und Proviant an.
Tanger, Marokko.
„Africa Pilot“, p. I, 1890 B. VI, 8 —.
Kaiserlicher Gesandter uud General-Konsul Freiherr Schenk zu Schweinsbe:g, Tanger. Juli 1898.
D. „Ella Woermann“, Kapt. R Henneberg, Woermann Linie, Februar 1898
D. „Auna Woermann“ „ FF. Martens. 5 März 1898
Lootsenwesen. KEigentliche Lootsen sind nicht vorhanden, doch übernimmt
der Gezundheitsbeamte das Kinlootsen gegen Lootsgeld von 15.
Gesundheitspolizei. Ein Gesundheitspafs wiıd ständig verlangt, und der
Verkehr mit dem Lande ist vor dem ärztlichen Besuch nicht gestattet, wofür
Schiffe über 150 t 10 ptas Sanitätsgebühr zahlen müssen. Schiffe, welche noch
andere marokkanische Häfen anlaufen, müssen für den in Tanger auszustellenden
Gesundheitspafs 5 ptas bezahlen. Quarantäneanstalt besteht nicht, vorkommenden-
falls müssen die zu landenden Passagiere in einem europäischen Krankenhaus
die Quarantäne abmachen.
Zollamtliche Behandlung, Es wird aus- wie eingehend ein Ladungs-
manifest verlangt. Der Zollbehörde, deren Amtszimmer an der Landungsbrücke
liegt, steht das Recht zu, Schiffe auf Konterbande zu durchsuchen. Ein Beamter
überwacht das Löschen. Die gelöschten Güter werden im Zollhaus kostenfrei
gelagert, bis der Empfänger die Verzollung beansprucht.
Anweisung für Dampfer, Beim Einsteuern zum Ankerplatz in der Bucht
von Tanger bringe man den Berg Direction in mw. SzW und laufe auf diesem
Kurs bis man den Feuerthurm von Tanger mit einem auf einer hohen Mauer
hinter demselben befindlichen senkrechten schwarzen Strich in Eins hat. Dann
hat man die am Westufer der Bucht befindlichen Felsen passirt und kann auf
die Stadt zusteuern, jedoch darf man die angegebene Deckpeilung nicht wieder
in Linie bringen. Kapt. Martens bemerkt zu dieser von ilm angegebenen
Ansteuerungsmarke, dafs sie für Unbekannte schwer zu finden und es in diesem
Fall rathsam ist, nach den Anweisungen des „Africa Pilot“ zu handeln
(8. 70 a. a. O.).
Ankerplatz (S. 69 a a. 0.). Man ankert in 11 bis 13 m (6 bis 7 Fad.),
wo man einen guten Ankerplatz zum Löschen und Laden hat, vorausgesetzt, dafs
das Wetter sonst günstig ist. Auf der Westseite der Bucht ist der Ankerplatz
wegen des harten steinigen Grundes nicht besonders, auf der Ostseite, wo man
harten Sand hat, besser.
Schleppdampfer. Die beiden im Hafen vorhandenen Dampfbarkassen