Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen.
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Landungstreppen sind vorhanden, Landboote zu miethen. Auf dem
Hafendamm befindet sich ein Dampfkrahn von 5t Hebekraft und zwei Hand-
krähne von bezw. 4 und 1 t ebenfalls ein Lagerschuppen, Schienengeleise sind
nicht vorhanden. Die Krahngebühren trägt gewöhnlich der Ladungsempfänger.
Laden und Löschen geschieht mit Leichtern, das Risiko trägt der Ver-
schiffer bezw. Empfänger.
Hafenordnung. Alle Schiffe müssen beim Einlaufen in den Hafen die
Nationalflagge zeigen und vom Konsul ihres Landes abgefertigt werden. Sie
müssen einen Lootsen nehmen, an dem von diesem angewiesenen Platz ankern
und dürfen denselben ohne Genehmigung der Hafenbehörde nicht verändern.
Nachts müssen die nicht an den Kajen liegenden Schiffe die Ankerlaternen führen.
Ohne Erlaubnifs der Hafenbehörde dürfen keine feuergefährlichen Arbeiten
und weder nachts noch an Sonn- und Feiertagen Lösch- und Ladearbeiten vor-
genommen werden.. Bei diesen Arbeiten ist die nöthige Vorsicht gegen Ver-
uanreinigung des Hafens zu treffen,
Wenn auf dem Hafenkapitanat (Capitania del Puerto) die spanische
Regierungsflagge geheifst ist, haben sämmtliche Schiffe im Hafen ihre National-
flagge zu setzen.
Schiffahrtsunkosten. Kaigelder werden noch nicht erhoben. Tonnen-
gelder für eingenommene und gelöschte Ladung von und nach Europa 1,25 bezw.
1,00 ptas, für jeden gelandeten Passagier 0,75 ptas, für jeden eingeschifften 1,00;
im Verkehr mit anderen Erdtheilen je das Doppelte. Impuesto de trafico im
europäischen Verkehr für jede geladene oder gelöschte Tonne Wein und Kohlen
1 ptas, sonstige Ladung 1,50 ptas, für jeden Passagier nach der Klasse 8 bis
2 ptas; im Verkehr mit andern Erdtheilen für Wein 1 ptas, sonstige Ladung
4 ptas und Passagiere 25 bis 5 ptas.
Ausrüstung (S. 122 a. a. O.). Frischer Proviant ist wohlfeil, nur
Geflügel theuer. Sonstige Ausrüstung ist für Dampfer ausreichend vorhanden.
Ballast wird für 2 bis 4 Mk. die Tonne täglich 100 t im Bedarfsfall auch
bis 250 t geliefert.
Seekarten sind im Deposito hidrografico der Commandancia de Marina
erhältlich.
Bunkerkohlen (S. 122 a. a. O.). Es sind durchschnittlich 16 bis 17 000 t
englische Kohlen vorhanden in Händen zweier Firmen, sie werden sofort nach
Ankunft in Leichtern von 130 bis 300 t längsseits mit Kohlenarbeitern ge-
schleppt theils eingesackt, theils während der Uebernahme eingesackt und werden
mit den Winschen der Schiffe, zu welchen diese die Bedienung stellen, über-
geheifst. Durchschnittlich wurden 40t in der Stunde genommen bei einer
Gesammtmenge von 250 t, es kamen aber auch stündliche Leistungen von mehr
als 50 t vor. Der Preis frei Bunker ist 18 bis 20 Mk,
Wasser (S. 122 a. a. 0.) ist gut und kommt in Leichtern mit eisernen
oder hölzernen Behältern längsseits und wird mit einer an Deck der Leichter
befindlichen Handpumpe übergepumpt, die Tonne kostet 5 ptas.
Docks und Ausbesserungswerkstätten (S. 123 a. a. O.). Es sind 2 Auf-
schlepphellings vorhanden für Schiffe bis 180 Registertonnen netto. Aus-
besserungen an Schiff ;und Maschine können in verschiedenen Werkstätten in
beschränktem Umfange ausgeführt werden.
Sturmwarnungssignal. Bei besonders tiefem Barometerstand wird auf
der Commandancia de Marina eine schwarze Flagge geheifst, um die im Hafen
befindlichen Schiffe zu warnen, den Hafen zu verlassen.
Zeitsignal. Das Telegraphenamt giebt die Madrider Zeit an, Mittags-
signal wird nur gemacht, wenn ein spanisches Kriegsschiff im Hafen liegt.
Kapt. J. Schreiner berichtet:
Santa Cruz ist ein vorzüglicher Hafen zur Bestimmung des Chronometerstandes, die Luft
ist meistens sehr klar und rein. und man hat die schönste Gelegenheit, Beobachtungen zu machen.
Nautische und meteorologische Instrumente können in der am
Ort befindlichen nautischen Schule verglichen werden.
Verkehrsverhältnisse (S. 122 a. a. O.), Von deutschen Dampferlinien
laufen Santa Cruz an: die Woermann-Linie zweimal monatlich, die Hamburg—
Siüdamerikanische Dampfschiffs-Gesellschaft unregelmäfsig, diese beiden und die