184 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1898,
Alfred-Dock stehen die Regierungs-Reparaturwerkstätten und eine Aufschlepp-
helling, die Schiffe bis zu 500 € aufnehmen kann. Aufserdem sind noch zwei
andere Aufschlepphellinge und ein Schwimmdock vorhanden. Letzteres
ist 66 ın Jang, 11m breit und hat eine Wassertiefe von 4m auf der Schwelle.
Gröfsere Reparaturen können in Geelong ausgeführt werden.
Die Dockkosten betragen im Alfred-Trockendock für jede Tonne
Schiffsgröfße t für den ersten Tag für jeden folgenden Tag
bis 2124 7'/s A 33/4 d
dann allmählich abnehmend bis auf
6000 und darüber 5'% d
Auf der Aufschlepphelling kostet der erste Tag 1 s, jeder folgende 6 d
für die Tonne,
2. In dem Yarra-Flufs am Südufer etwas unterhalb der Spencer Street.
Das Duke-Dock mit einer Länge von 146 m, einer Breite von 15,2 m und einer
Wassertiefe von 4,7 m auf der Schwelle bei Springtide-Hochwasser; das Wright
& Orr-Dock mit bezw. 100m, 134m und 5,2 m. In der Nähe der Docks sind
verschiedene Maschinenfabriken und Ausbesserungswerkstätten, die alle ein-
schlägigen Arbeiten ausführen können,
Schiffsverkehr. Im Jahre 1897 liefen ein: .
Segelschiffe mit Ladung: 222 mit 150 745 Registertonnen 138 14871
” in Ballast: 8 4852 » 89 109296
Dampfer mit Ladung: 1416 „ 2133792 » 1215 1883046
in Ballast: 22 23 058 " 170 188855
Davon deutsche: 11 Segelschiffe mit 15 075 Registertonnen und 50 Dampfer
mit 170901 Registertonnen, je ein- und auslaufend,
Die englische Flagge ist die vorherrschende.
Ein- und Ausfuhr 1897 für die Kolonie Victoria. Die Einfuhr, alle
Industrieerzeugnisse sowie Bauholz, Zucker, Thee, Reis, 15454432 £. Die Aus-
fahr, Wolle, Felle, Talg, Butter, Gerbrinde und Erze 16 759 670 &,
Verkehrsverhältnisse,. Dampfer (S. 8 a. a. O.). Die subventionirte
Reichspostdampfer- Linie des Norddeutschen Lloyd alle vier Wochen aus- und
eingehend über Neapel. Regelmäfßsigen Frachtverkehr unterhält die Dentsch-
australische Dampfschiffahrts-Gesellschaft in Hamburg.
EBisenbahnverbindung nach allen Kolonien des Festlandes Australien.
Telegraphische Verbindung nach allen Ländern.
Allgemeines, Melbourne mit Vorstädten hatte am 31, Dezember 1897
nach amtlichen Angaben 458 610 Kinwohner, darunter etwa 2000 Deutsche, unter
denen Prediger und Arzt. In der Kolonie Victoria wohnen etwa 10 764 Deutsche.
Die Industrie ist nicht bedeutend, es bestehen eine Anzahl Gerbereien,
Maschinen-, Schuh- und Kleiderfabriken, im Innern der Kolonie wird Bergbau,
hauptsächlich aber Schafzucht und Ackerbau. betrieben. Fischerei versorgt nur
den örtlichen Bedarf,
Melbourne ist Heimathshafen von 230 Seglern wit 40 637t und 149 Dampfern
mit 55 737 t.
Der Norddeutsche Lloyd und die Deutsch-australische Dampfschiffahrts-
Gesellschaft haben Agenten am Ort.
Alle bedeutenden Seeassekuranz-Gesellschaften sind vertreten.
Die „Marine Underwriters Association“ hat eine mit allen Hülfsmitteln
ausgerüstete Bergungsstation am Ort.
Ein Seemannsheim, „Sailors house“, liegt in Spencer Street, Melbourne.
Von öffentlichen Krankenhäusern, die für Seeleute in Betracht kommen, sind
das Melbourne- und Alfred-Hospital als die bedeutendsten zu erwähnen, Die
Seemannsmission, „Seaman’s mission“, ist in Port Melbourne. Oeffentliche
Badeanstalten und eine bedeutende Volksbibliothek sind vorhanden.
Deutsche Seeleute und Heizer sind im „Sailors house“ anzuheuern.
Das deutsche Konsulat befindet sich William Street, 3 St. James Buildings.
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