Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen.
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120m und einer mittleren Wassertiefe von 7m bei Niedrigwasser von der Leucht-
tonne in der Nähe des Railway Pier (Williamstown) bis zur Mündung des Flusses
erstreckt. Die linke Seite dieser Fahrrinne wird durch die erwähnte Leuchttonne
und in der Flufsmündung durch eine Leuchtbake mit rothem Feuer bezeichnet;
auf der rechten Seite des Fahrwassers in der Flufßsmündung steht eine Leucht-
bake mit weißem Feuer.
Der Yarra-Flufßs hat von der Mündung bis zur Queens-Brücke eine Länge
von 5%4 Sm bei einer durchschnittlichen Breite von 90m. Das Fahrwasser ist
auf 6,7 m bei Niedrigwasser ausgebaggert und auf beiden Seiten gut befeuert.
Der jeweilige Wasserstand wird durch sieben Pegel angezeigt.
Vier Seemeilen flufsaufwärts befindet sich am nördlichen Ufer des Flusses
die Einfahrt zum Victoria- oder West-Melbourne-Dock. Dasselbe umfafst
36 ha Fläche, hat 7,3 m Tiefe und 1370 m Kailänge, während weitere 300 m noch
angelegt werden. Mehrere Schuppen zur Aufnahme von Gütern sind vorhanden,
andere werden gebaut.
Ein kleineres Dock, das Spencer Street-Dock, von 122 m Länge, 30 m
Breite und 3,7 m Tiefe wird von kleinen Fahrzeugen benutzt.
Am nördlichen Ufer des Flusses erstrecken sich von der Einfahrt zum
Vietoria-Dock bis zur Queens-Brücke Kaianlagen mit Schuppen; Letztere sollen
auch noch beträchtlich vergröfsert werden. Diese Kaijen, die hauptsächlich
der Küsten- und Frachtschiffahrt dienen, führen die Namen Australian- und
Queens Wharves. ;
Auch das südliche Ufer besitzt Kaianlagen, South- und PrincessWharves,
mit Güterschuppen in entsprechenden Zwischenräumen. Ein 50 t-Krahn steht auf
dem Princess-Kai gegenüber dem Zollhause. An dieser Stelle ist der Fluß zu
einem Becken erweitert, um gröfseren Schiffen das Umdrehen zu gestatten. Ein
anderes sogenanntes Swinging Basin befindet sich, in das Südufer eingeschnitten,
gegenüber der städtischen Gasanstalt, wo auch mit Holz beladene Segelschiffe
ihre Ladung löschen.
Die . Baggerarbeiten werden auch im Yarra-Flusse fortgesetzt, um die
Wassertiefen auf dem jetzigen Mafse zu erhalten.
Hafenabgaben. An Tonnengeldern sind 6 d für die Registertonne für
6 Monate zu zahlen, die Kaiabgaben werden nach dem Gewicht der dort gelöschten
oder geladenen Waaren berechnet,
Ausrüstung. Tauwerk, Spieren, Farbe, Oel u. s. w. sind in beliebiger
Menge zu haben, doch stellen sich die Preise etwa 30 bis 50° höher als in
Hamburg. Seekarten u. s. w. liefert die Firma John Donne, Little Collins
Street. Ballast darf nur aus Leichtern, welche eine schriftliche KErlaubnifs des
Hafenmeisters haben, genommen werden.
Frischer und Dauerproviant ist in jeder Menge zu mäfsigen Preisen er-
hältlich. Fleisch besonders ist sehr billig und gut.
Die Wasserversorgung der Schiffe, die an den Landungsbrücken in Port
Melbourne und Williamstown oder an den Kaijen des Yarra-Flusses liegen, ge-
schieht durch die städtische Wasserleitung zum Preise von 3 sh für 1000 Gallonen
(45 t). Auf der Rhede in der Hobson-Bucht ankernde Schiffe werden durch
Wasserboote zum Preise von 5sh für die Tonne versorgt. Das Leitungswasser
ist gut, das Flufswasser dagegen ist weder zum Trinken noch zum Waschen
geeignet.
Kohlen sind stets, auch für den stärksten Bedarf ausreichend, auf Lager.
Sie werden in Leichtern längsseits der Schiffe gebracht und stellen sich im
Durchschnitt auf etwa 15sh die Tonne. Es werden meistens Newcastle-Kohlen
(N. S. W.) gehalten. doch ist auch Kohle aus der Kolonie Victoria vorhanden,
Trockendocks und Ausbesserungswerkstätten,
1. In Williamstown. Das Alfred-Trockendock hat eine Länge von
143 m, eine KEinfahrtsbreite von 24,4 m und eine Wassertiefe von 8,2 m bei
mittlerem Springtide - Hochwasser, Die deutschen Reichspostdampfer „Kaiser
Wilhelm II.“ und „Prinz-Regent Luitpold“ haben dieses Dock bereits benutzt.
„Barbarossa“ konnte seiner Länge wegen nicht docken. In Verbindung mit dem