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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

480 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1898, 
ganze Küste aus,’als ein Ausläufer niedrigen Luftdruckes, von Schottland kommend, 
die Küste entlang schritt. Dann trat trockenes Wetter ein. Kin Hochäruck- 
gebiet verlagerte sich von Westen her nach Centraleuropa und behauptete sich 
hier vom 4. bis 7., zeitweise ganz Europa beherrschend; ruhiges Wetter und am 
6, und 7. über die ganze Küste ausgebreiteter Nebel traten im Gefolge auf. 
Während der folgenden Tage, vom 8, bis 10., breitete sich eine Depression 
von NW her langsam über Nordeuropa aus, während das Maximum südostwärts 
schritt und sich in der Folge mit einem von der Biscaya-See kommenden neuen 
Maximum zu einem Hochdruckgebiet über Kontinentaleuropa vereinigte; an 
diesem Tage wie auch am folgenden, während der Entwickelung eines Ausläufers 
des Depressionsgebietes im Norden über den Britischen Inseln, herrschte an der 
Küste meist heiteres und theilweise nebeliges Wetter; eine längs der Küste fort- 
schreitende Ausbuchtung der Isobaren brachte der prenfsischen Küste Gewitter 
ohne nennenswerthe Niederschläge. 
Ein am 11. und 12. über Mittelskandinavien und ein anderes, am 13, und 
14. über Nordskandinavien fortschreitendes Minimum führten bei anhaltend hohem 
Luftdruck über Kontinentaleuropa am 12, und 13. für die ganze und am 14. für 
die schleswig-holsteinsche Küste Regen herbei; am 14. hatte die mittlere Ostsee- 
küste vielfach Nebel, und am 15. traten an der östlichen Ostsee vielfach stür- 
mische Winde auf, da der Luftdruck im Rücken des letztgenannten Minimums 
wieder stark zunahm. Wieder lagerte am 16. und 17, ein zeitweise über ganz 
Europa ausgebreitetes Maximum über Centraleuropa, das sich bei dem Heran- 
nahen einer Depression im Westen langsam ostwärts verlagerte, so dal an der 
Küste am 15. bis 18. vorwiegend heiteres Wetter herrschte. 
Ein am Abend des 18. über der Elbmündung liegender schmaler wenig 
tiefer Ausläufer einer Depression im Nordwesten, der am folgenden Tage nach 
der südöstlichen Ostsee schritt, brachte der westdeutschen Küste in der Nacht 
vom 18. zum 19. Gewitter und Regenfälle, während hoher Luftdruck von Süd- 
westen her über Kontinentaleuropa vordrang. In der folgenden Nacht ent- 
wickelte sich an der ostpreufsischen und der benachbarten russischen Küste ein, 
wenn auch kurzer, so doch leider für die dortigen Fischer sehr verhängnifsvoller 
Sturm aus Nordwest, auf der Vorderseite des vordrängenden Hochdruckgebietes, 
vermuthlich im Bereich eines südostwärts fortschreitenden Theilminimums von 
geringer räumlicher Entwickelung. 
Am 21. und 22. verlagerte sich eine Depression von Nordwest- nach 
Nordosteuropa, während sich ein Hochdruckgebiet im Nordwesten entwickelte, 
das einen Ausläufer nach Kontinentaleuropa entsandte. Minima über Mittel- 
skandinavien und der südlichen Ostsee riefen am 22. an der ganzen Küste und 
am 23. noch an der östlichen Ostsee stürmische Winde aus West bis NW, an 
der Nordsee meist von der Stärke 8, an der östlichen Ostsee von vielfach der 
Stärke 9 und darüber hervor. Diese Druckvertheilung erbielt sich bis zum 25,, 
so dafs die Küste fast tägliche Regenfälle hatte. 
Bei ziemlich gleichmäfsiger Druckvertheilung über Centraleuropa hatte die 
östliche Ostseeküste am 26. noch regnerisches, die Nordsee am 26. und 27. 
heiteres Wetter. 
Eine von dem Westen der Britischen Inseln nach der Nordsee vor- 
gyedrungene Depression, durch eine über Kontinentaleuropa ostwärts fortschreitende 
Furche niedrigen Luftdruckes mit einer Depression über dem Mittelmeere in 
Verbindung stehend, führte am 28. ostwärts bis zur Oder Regenfälle herbei, und 
weitere, an der mittleren Ostsee sehr ergiebige Regenfälle fielen am 29. an der 
Ostsee im Bereiche einer von Ostdeutschland nach den dänischen Inseln fort- 
schreitenden Theildepression, die sich aber rasch ausfülltle und nach der nörd- 
lichen Nordsee hin verschwand. Ein über Skandinavien am 29. erschienenes 
Hochdruckgebiet verlagerte seinen Kern unter starker Zunahme an Intensität 
nach Finnland und rief am 30. bei niedrigem Luftdruck über Südeuropa an 
der Küste Winde aus vorwiegend östlichen Richtungen hervor, so dafs am letzten 
Monatstage an der Küste trockenes, an der Nordsee wieder vielfach heiteres, an 
der westlichen Ostsee vielfach nebeliges Wetter beobachtet wurde. 
Berichtigung. 
Heft X, Seite 417, Zeile 42 von oben, lies „von“ statt „vor“,
	        
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