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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Die Witterung an der deutschen Küste im September 1898 
westlichen Richtungen traten in größerer Verbreitung auf am 1, an der Ostsee, 
am 2., 15,, theilweise auch 19. und 20. an der östlichen Ostsee, am 22, an der 
ganzen Küste und am 28. an der östlichen Ostsee; der Richtung der Stürme ent- 
sprechend wurde daher die Küste im Osten am schwersten betroffen. Von der 
Weser bis zur Oder wurde am späten Abend des 9. starkes Nordlicht, wie in 
Wismar am 10. -beobachtet. ; 
Die Morgentemperaturen lagen durchweg häufiger unter den normalen 
Werthen, im Osten wie im Westen; hier war es das relativ heitere Wetter, das 
niedrige Morgen- und hohe Tagestemperaturen und die relativ hohen Temperatur- 
mittel des Monats herbeiführte. Ueber den normalen Werthen lagen die Morgen- 
temperaturen an der Nordsee meist am 4., 5., 8. bis 10., 12., 15., 16., 18., 19,, 
21. und 22., an der westlichen Ostsee am 9. bis 12., 15., 19. und 21., im Osten 
am &. bis 15. und 22.; längere Reihen von relativ kalten Morgen traten auf an 
der Nordsee am 1. bis 3., an der westlichen Ostsee am 1.-bis 7., im Osten am 
1. bis 7. und 17. bis 21. und an der ganzen Küste am 23. bis 30. 
In ihrem Gange von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen Ost- 
wärts bis zur Oder ziemlich übereinstimmend meist bis zum 7. wenig Aenderung 
und dann starkes Steigen bis zum 9. oder 10., worauf ein stärkerer Rückgang 
folgte und dann bis gegen den 22. öftere und vorwiegend kleine Schwankungen 
am eine wenig veränderte Mittellage eintraten; hierauf sank die Temperatur am 
Morgen bis zum 25. bis 27, und stieg dann wieder langsam. Im Osten erfolgte 
nach den warmen Morgen um das Ende der ersten Dekade unter mehrfachen 
Schwankungen ein Rückgang der Morgentemperatur bis zum 25., worauf in den 
letzten Tagen Erwärmung, in Memel aber, mit Ausnahme einer höheren Morgen- 
temperatur am 27., wenig weitere Aenderung eintrat. Abweichend von den 
übrigen Stationen herrschte in Rügenwaldermünde vorübergehend kaltes Wetter 
am Morgen des 17. und 18. Als höchste Temperaturen am Tage wurden meist 
25 bis 27°, in Neufahrwasser 29°, als niedrigste der Nacht meist 4 bis 7“, in 
Rügenwaldermünde 3° beobachtet: Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur 
von Tag zu Tag hatte ihren kleinsten Werth meist am Morgen, den gröfsten am 
Nachmittag, und erreichte mit ihrem größten Werth meist 2°, den höchsten 
Betrag (2,6°) hatte sie in Swinemünde am Nachmittag. 
Die Monats-Niederschlagsmengen blieben an der Nordsee meist unter 30, 
an der westlichen Ostsee meist unter 40 mm, überschritten jedoch ostwärts der 
Oder fast durchweg 50 mm und erreichten hier die höchsten Werthe mit 83 mm 
in Memel und 105mm in Pillau. Abgesehen von kleineren und mehr vereinzelt 
auftretenden Niederschlägen, fielen diese im September am 1. an der preufsischen 
Küste, am 2., 3., 12. und 13. an der ganzen Küste, am 14, an der schleswig- 
holsteinschen Küste, in der Nacht vom 18. zum 19. an der Nordsee und westlichen 
Ostsee, am 19. und 25, an der ganzen Küste, am 26. an der östlichen Ostsee, 
am 28. ostwärts bis zur Oder und am 29. an der Ostsee, während ‚die übrigen 
Tage vorwiegend trocken waren; dabei wird der Niederschlagstag von morgens 8 Uhr 
Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages an gerechnet, so dafs er die folgende 
Nacht einschließt. Sehr ergiebige, 25 mm übersteigende Niederschlagsmengen 
fielen am 20. in Memel (26) und am 29. in Thiessow (24), auf Greifswalder Oie 
(34), in Ahlbeck (22) und in Swinemünde (27 mm). Gewitter traten in gröfserer 
Ausdehnung auf am Abend des 10. an der preufsischen Küste und am Abend des 
18. und in der folgenden Nacht, von Westen nach Osten fortschreitend, von 
Borkum bis Marienleuchte. Heitere Tage, an denen die nach den Zahlen 0 bis 
10 geschätzte Bewölkung im Mittel aus den drei Beobachtungen kleiner als 2 
blieb, . waren über gröfserem Gebiete der 8. an der Nordsee, der 9. an der 
ganzen Küste, der I0. an der Ostsee, der 11. und 15. bis 18. an der ganzen 
Küste, der 26. und 27. an der Nordsee, der 28, an der Ostsee und der 30, an 
der Nordsee. Weit verbreiteter Nebel trat auf am 6. und 7. an der ganzen 
Küste, am 8. an der Ostsee, am 10. an der Nordsee, am 14. an der mittleren 
Ostsee und am 30, an der westlichen Ostsee, ; 
Am 1. bis 3. lag hoher Luftdruck über Kontinentaleuropa, niedriger im 
Norden. In Wechselwirkung mit einem von der mittleren Ostsee nordostwärts 
fortschreitenden Minimum wehten an der Ostsee und am 2. noch an der östlichen 
Ostsee stürmische Winde aus West bis NW, meist Stärke 8; die am 1. auf die 
preußische Küste beschränkten Regenfälle breiteten sich am 2, und 3. auf die 
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