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Full text: 26, 1898

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Antıklen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1898, 
sich von in anderen Theilen dieses Meeres vorkommenden ähnlichen Bildungen 
mehrfach unterscheiden. Die besonderen Merkmale sind ihre lange Dauer, ihre 
langsame Fortbewegung auf der vorherrschend nach Ost und SO gerichteten 
Bahn und die Häufigkeit der sie begleitenden elektrischen Erscheinungen. Da 
zur Zeit ihres Auftretens über Nordwesteuropa meistens ein Hochdruckgebiet 
liegt, wehen dann im Kanal und im Busen von Biscaya frische oder stürmische 
Ostwinde, und die in der südlichen Hälfte des Tiefdruckgebietes herrschenden 
westlichen und südwestlichen Winde dehnen sich nicht selten bis weit in das 
eigentliche Passatgebiet, bis zu den Kap Verden, aus. Nirgendwo sonst giebt 
es Tiefdruckgebiete, in welchen der Schiffsführer mit mehr Aussicht auf Erfolg, 
die Veränderung der Wetterlage vorherbestimmen, den günstigen Wind aufsuchen 
kann als in diesen. Die Seewarte kann aus den in ihrem Besitze befindlichen 
Wetterbüchern eine große Zahl von Beispielen anführen, in denen der mit diesen 
Verhältnissen bekannte und danach richtig handelnde Kapitän eines langsam 
segelnden Schiffes dem weniger unterrichteten, rascheren Mitsegler gegenüber 
eine sehr kurze Reise zur Linie vollendete. Es kommt nicht ganz selten vor, 
daß der Mittelpunkt eines dieser Tiefdruckgebiete sich von Tag zu Tag nach 
verschiedenen Richtungun hin nur um ein Geringes verlegt, dafs aber dabei 
wochenlang die eigentliche Wetterlage eine fast unveränderte bleibt. Zuerst 
nur flache Gradienten besitzend, vertiefen sie sich meistens erst, nachdem ihr 
Mittelpunkt östlich von den Azoren gekommen ist. Der niedrigste in ihnen beob- 
achtete Luftdruck scheint 718 mm zu sein. Manche füllen sich schliefslich aus, 
ohne weiter zu ziehen; einige bewegen sich indessen über Südspanien hinweg zum 
Mittelmeere und verursachen dort schwere Stürme, während gleichzeitig in 
Deutschland bei verhältnifsmäßig gutem Wetter östliche Winde herrschen. Die 
unten folgenden vier Kärtchen, welche nach den gröfseren synoptischen Karten 
der Seewarte gezeichnet sind, geben Darstellungen von Tiefdruckgebieten 
dieser Art. 
Karte I giebt das Bild einer sehr regelmäfsig gebildeten Depression mit 
heftig stürmenden Winden, die am 12. November 18585 über dem zwischen den 
Azoren und der Straße von Gibraltar liegenden Meerestheile lagerte. Dieses 
Tiefdruckgebiet, welches sich am 9. November unweit 40° N-Br und 25° W-Lg 
gebildet zu haben scheint, lag später für längere Zeit und unter wechselnder 
Gestalt nahezu still. Nachdem sein Mittelpunkt sich am 19. November zum Busen 
von Biscaya verlegt hatte, verschwand es schliefslich. Ueber Nordeuropa herrschte 
während seiner Dauer ein Hochdruckgebiet, im Kanal wehten Ostwinde, die zeit- 
weise heftig stürmten, und bei Madeira Südwestwinde von gleicher Stärke. Das 
Tiefdruckgebiet der Karte II vom 19. Dezember 1886 bildete sich ebenfalls erst 
östlich von den Azoren an der Südostseite eines grofsen, sich in südwestlicher 
Richtung über den ganzen Nordatlantischen Ozean vom Polar- bis zum Wende- 
kreise ausdehnenden Hochdruckgebietes, Dies Tiefdruckgebiet nahm rasch an 
Tiefe zu, füllte sich aber ebenso schnell wieder aus und verschwand, nachdem 
es vier Tage angehalten hatte. Abweichend von dem gewöhnlichen Zustande 
herrschte damals über Europa nur geringer Luftdruck. Dagegen lag während 
der Zeit, als die in Karte III angegebene Depression vom 30. Dezember 1890 
dauerte, über Nordeuropa ein Gebiet hohen Luftdruckes, welches im Kanal 
mehrere Tage anhaltende stürmische Ostwinde verursachte. Dies Tiefdruckgebiet, 
in welchem sich keine steilen Gradienten bildeten, bewegte sich langsam nach SO 
und Ost und füllte sich aus, nachdem es Spanien erreicht hatte. Es läfst sich 
in den betreffenden synoptischen Karten während etwa sechs Tage verfolgen. 
Das Tiefdruckgebiet der Karte IV endlich, vom 6. Januar 1891, gehört zur 
Klasse jener Depressionen, die sich auf ihrer ostwärts gerichteten Bahn vom 
offenen Ozean her über Südspanien hinweg zum Mittelneere fortpflanzen, die sich 
dort dann meistens noch mehr vertiefen und schwere Stürme hervorrufen, Kin 
solcher Wirbel war auch jener in den „Annalen der Hydrographie“ für 1895 
erwähnte, welcher dem spanischen Kriegsschiff „Reina Regente“ mit seiner ganzen 
Besatzung den Untergang brachte. Ueber Nordwesteuropa und dem Meere 
zwischen Island und Grofsbritannien lag am 4, Januar 1891 ein Hochdruckgebiet, 
südwestlich von welchem inmitten des Ozeans das betreffende Tiefdruckgebiet 
entstand. Zwei Tage später hatte es schon, begleitet von in seiner nördlichen 
Hälfte über dem Busen von Biscaya und im Kanal wehenden stürmischen Ost-
	        
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