Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, beireffend Häfen.
Seemannsheim ist in Port Adelaide, dort. auch :eine: Seemannsmission;
ein grofses Krankenhaus ist.in Adelaide, dort und auch in Port Adelaide eine
Volksbibliothek und. öffentliche Badeanstalt..
Das deutsche Konsulat befindet sich in Adelaide.
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Santa Rosalia‘ am. Golf von Kalifornien.
Von Kapt. D.' KRUsE.. Führer des Schiffes „Ferdinand Fischer“;
Am 31. Juli 1893 erreichten wir nach einer 130tägigen Reise von der
Elbe Santa Rosalia, Im Golf von Kalifornien : wurden sechs Tage zugehracht,
weil der Wind hier fortwährend leicht und unbeständig war. Der Aufenthalt in
Santa: Rosalia dauerte 67 Tage, bis zum 6. Oktober. Während des Monats
August herrschte ‚eine leichte südöstliche Briese, so dafs die Entlöschungsarbeiten
yut gefördert werden könnten. Zu Anfang September setzte schon Öfters eine
nordwestliche Briese ein, gegen das Ende dieses Monats .wehte durchgängig nur
der Nordwestwind, welcher oft bis zur Stärke. 7 bis 8 zunahm. Die durch. diesen
Wind hervorgerufene See’ machte das Löschen unmöglich. Gewöhnlich flaute. der
Wind gegen Abend ab, um am Morgen um 9 Uhr wieder aufzufrischen. Wir
verlielsen Santa Rosalia am 6. Oktober um 4! 2 Uhr morgens, zu einer Tages-
zeit, in der gewöhnlich erst die Landbriese einsetzt. Vier Seemeilen von der
Küste holte der Wind nordwestlich. Mit leichter, von Windstillen unterbrochener
Briese erreichten wir nach sechs Tagen Kap St. Lucas; die ganze Reise bis
Port Townsend dauerte 41 Tage.
Ueber Schiffbrüche in der Umgegend von Kap Finisterre.
Am 25. Juli 1898 strandete der Hamburger Dampfer „Barcelona“ während
dichten Nebels an der Nordküste: Spaniens, unweit .des: Kaps Villano.. Das Schiff
lief schnell voll. Wasser, versank sofort theilweise und mulfßste- schleunigst ver-
lassen werden, brach später durch und ging. vollständig verloren. Besatzung und
die beiden Passagiere wurden sämmtlich: gerettet. .
{In Veranlassung. dieses Seeunfalles: wurde dem Seeamte. in. Hamburg ein
Brief des Kaiserlichen Konsuls in La: Coruna durch Vermittelung. der zuständigen
Behörden zugestellt, der einige beachtenswerthe Angaben enthält und deshalb
vom genannten Seeamte der Seewarte. zugesandt wurde zur eventuellen Ver-
öffentlichung. Eine Abschrift dieses Briefes ging der Seewarte. ebenfalls vom
Reichs-Marine-Amt zu. Wir lassen zunächst das Schreiben des Herrn Konsuls
wörtlich folgen, wenn auch diesseits nicht allen Ausführungen. desselben ‚zugestimmt
werden kann, und knüpfen. zum Schlusse einige Bemerkungen daran.
La Coruna, 1. September 1898.
An das Seeamt. Hamburg.
Am 28. v. Mits. bei dichtem Nebel fanden wiederum zwei Schiftbrüche in
der Nähe statt. Der englische Dampfer „Sam Weller“, mit Kohlen. von Swansea
nach‘ Genua bestimmt, und der französiche Dampfer „St. Malo“,. von:Havre nach
Portugal bestimmt, strandeten beide, der eine in Camello, der andere in Sta. Marina.
Der französische Dampfer hatte etwas über 500 Tons Stückgüter geladen
und liegt fast. auf derselben Stelle wie die. „Barcelona“. Die Strandung selbst
vollzog sich in ebenso kurzer Zeit wie bei jenem: Dampfer, und die Mannschaft
hatte gerade Zeit die Boote auszusetzen, um sich und die beiden Passagiere zu retten.
Die Schiffbrüche zwischen den Leuchtfeuern von Hercules. und Villano
besonders ereignen sich mit solcher alarmirenden Frequenz bei Nebelwetter,
das oft ganz plötzlich eintritt,..dafs doch wohl für solche, sich fast regelmäfsig
wiederholenden Unglücksfälle ein Grund konstatirt werden müfste. Die. Auf-
findung des richtigen Grundes wäre doch wohl der Ausgangspunkt zur. Abhülfe.
Schreiber dieses. wohnt seit über. 20 Jahren .in Coruna und hat. mit, vielen
Kapitänen gesprochen, die ihre: Schiffe. an der Küste lielsen. Ihre Geschichte
war, mit abwechselnden Details, immer: dieselbe: plötzlich eintretender Nebel
und Stromversetzung. . =
Stromversetzungen sind so häufig, das vielleicht kein Dampfer, der zwischen
den Kaps Ortegal und Finisterre verkehrt und beide erkennt, nicht etwas über