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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

ur Die Witterung ‚an-der ‚deütschen Küste im August 1898. 
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höhere Stärke erreichend. Der Monat brachte eine längere Periode mit östlichen 
Winden, mit kurzer Unterbrechung vom: 12. bis 22. reichend,. mit trockenem, 
vielfach heiterem Wetter... ‚7 
Die Morgentemperaturen lagen an der Nordsee am 12. bis 17. und 21. 
bis 24., an der westlichen Ostsee. am 4, 7:, 13. bis 17. und 21. bis 24., im Osten 
am 4.; 7. bis 10., 14. bis 18. und 24, bis 26. meist über, sonst vorwiegend unter 
den normalen Werthen. - Sie zeigten in ihrem Verlauf von Tag zu Tag viele 
Schwankungen, dadurch charakterisirt, dafs ziemlich. übereinstimmend Perioden 
höherer Morgentemperaturen durch Tage mit niedrigen und nahezu gleichen Tempe- 
raturen zu Anfang und Ende der Dekaden getrennt waren, wobei besonders hohe 
Morgentemperaturen an der ganzen Küste um Mitte des Monats und während der 
zweiten Pentade sowie an der Nordsee und westlichen Ostsee am 22. bis 24. ein- 
traten. Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur von Tag zu Tag war meist 
morgens am kleinsten und nachmittags am grölsten und erreichte ziemlich hohe, 
vielfach 3° übersteigende Werthe. Als höchste Temperaturen wurden fast überall 
30°, in Swinemünde 81,6° beobachtet, während die niedrigste Temperatur an 
der Ostsee unter 10° blieb und in Rügenwaldermünde bis auf 5,5° herabging. 
Bis auf geringfügige und ganz vereinzelte Niederschläge waren über 
größserem Gebiete trockene Tage der 1. an der Nordsee und westlichen Ostsee, 
der 2. und 3. an der ganzen Küste, der 5. und 6. an der mittleren und östlichen 
Ostsee, der 10. an der mittleren und westlichen Ostsee, der Il. bis 22. an der 
ganzen Küste, der 23 an der östlichen Ostsee, der 24. an der westlichen und 
mittleren Ostsee, der 25. und 26. an der ganzen Küste und der 27. an der öst- 
lichen Ostsee; wobei der Niederschlagstag von 8 Uhr Ortszeit des gleichnamigen 
Kalendertages gerechnet wird, Sehr ergiebige, 20 mm übersteigende Nieder- 
schläge fielen am 6. in Borkum (27), Norderney (26), Nesserland (23), Karolinen- 
ziel (26), Helgoland (22), Cuxhaven (31), Tönning (20), am 7. in Wangeroog (22), 
Wismar (21), Wittower Posthaus (28), Arkona’ (21), am 8. in Borkum (34), 
Norderney. (24), Wustrow (238), Darsserort (27), Wittower Posthaus (22) und 
Greifswalder Oie (25), am 23. in Schleimünde (29) und am 28. in Neufahrwasser (21). 
Ausgebreiteter Nebel trat auf am 12. und 13. an der Ostsee und am 24, an der 
Nordsee. Heiteres Wetter, dadurch charakterisirt, dafs die nach den Zahlen 0 
bis 10 geschätzte Bewölkung im Mittel aus drei Beobachtungen am Tage kleiner 
als 2 blieb, herrschte in grofser Ausdehnung an der Ostsee und der östlichen 
Nordsee am 14. bis 17., 19., 21. und 22. Weit ausgedehnte Gewitter traten auf 
am 4. an der östlichen Ostsee, am 6; an der Nordsee, am 7. an der ganzen Küste, 
am 8. an der Ostsee, am 9. an der östlichen Ostsee, am 17. an Theilen der 
ganzen Küste, am 23. an der Nordsee und westlichen Ostsee und am 24. an der 
mittleren Ostsee, wobei die Nacht zu dem vorangehenden Tage gerechnet erscheint. 
Die zu Zeiten der Terminbeobachtungen notirten Windrichtungen ver- 
theilten sich relativ gleichmäfßsig auf die Kompafsrose; die etwas häufiger beob- 
achteten Richtungen waren meist solche mit südlicher Komponente. 
. Zu Beginn des Monats lag hoher Luftdruck von der Biscaya-See her über 
Kontinentaleuropa ausgebreitet, während Nordeuropa von einer Depression bedeckt 
war. Ein über Finnland liegendes Minimum verursachte am 1, stürmische Winde 
an der ostpreufsischen Küste, ein anderes Minimum nördlich von der Nordsee 
gewann keinen Einflufs auf unsere Küste. Durch Randbildungen auf der Süd- 
seite der Depression breitete sich diese nach dem 5. immer mehr südwärts aus 
und besonders im Westen. Nachdem am 4. eine Ausbuchtung ostwärts über 
Südskandinavien fortgeschritten war, zog am 5. und 6. ein Theilminimum von 
Schottland über Südskandinavien nach dem Bottnischen Busen, am 5. an der 
Nordsee und am 6. längs der ganzen Küste vereinzelt stürmische Winde hervor- 
rufend, und am 6. und 7. zog ein weiteres Theilminimum von Schottland über 
Jütland nach der mittleren Ostsee, das am 7. ebenfalls stellenweise stürmische 
Winde an der Küste im Gefolge hatte. . 
Am 7. und 8. drangen Theildepressionen vom Kanal her nach Deutschland 
vor, so dal die bis dahin meist südwestlichen bis westlichen Winde an der Küste 
nach Nordost drehten; in ihrem Gefolge traten am 7. an der ganzen Küste und 
am 8. an der Ostsee ausgedehnte Gewitter auf, die an der Nordsee, westlichen 
und mittleren Ostsee von sehr ergiebigen Regenfällen begleitet waren.
	        
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