Zöpperitz; Ueber die Rechtschreibung einiger Ausdrücke der Vermessungskunde., 425
stecken, dessen ungeregelte Bildung zweifellos ist. Die Franzosen scheinen in
theodolite umgeformt zu haben, woher dann das Wort bei den Deutschen, welche
Theodolit, latinisirt theodolitus, erst sehr spät gebrauchten, zumal, da es weder
1716 bei Christian Wolff mathemat. Lex. noch bei Joh. Tobias Mayer in
seinem 1777 erschienenen ausführlichen Unterricht zur praktischen Geometrie
vorkommt.“
Die glückliche Vermuthung, dafs das Wort durch Verschmelzung mit dem
englischen Artikel entstanden sei, hat der treffliche, leider schon vor mehreren
Jahren verstorbene Germanist mir mündlich noch mit viel mehr Sicherheit und
Nachdruck ausgesprochen als in seinem Wörterbuche, so dafs an deren Richtig-
keit kaum zu zweifeln ist.
Es sei noch hinzuzufügen gestattet, dafs der Genitiv des Wortes Theodolits
lautet und nicht etwa Theodoliten, wie man noch hier und da liest.
Notizen.
. 1. Bantjar, Nordküste von Java. Nach Kapt. M. Kasch von der
Bark „Lilla“, der Bantjar im Juli 1897 besuchte, ankern die Schiffe daselbst
auf offener Seerhede, 1'/2 bis 2 Sm von der Küste. Zur Zeit des Südostmonsuns
liegen die Schiffe hier sehr sicher und bequem, und das Laden geht rasch von
statten. „Lilla“ nahm eine Ladung Eisenbahnschwellen für Lorenco Marquez,
Südostafrika, ein. Trinkwasser ist in Bantjar nicht zu erhalten; Geflügel ist billig.
2. Port Natal, Südostafrika. Laut Bericht des Kapt. J. G. Gruber
von der Bark „Atlantic“ wird noch fortwährend an der Verbesserung des schon
jetzt ausgezeichneten Hafens von Natal gearbeitet. Zur Zeit seiner Ankunft im
Februar 1898 war eine Tiefe von 23 engl. Fufß auf der Barre. Durch stürmisches
Wetter wird wohl die Tiefe vermindert, aber selten auf weniger als 20 Fuß bei
Hochwasser, und bei erster Gelegenheit wird dann von Neuem mit den Bagger-
maschinen gearbeitet, um die größere Tiefe wieder herzustellen,
3. Delagoa-Bai. In Delagoa-Bai ist nach Mittheilung desselben Kapitäns
die Lootsenstation unweit der Cockburn-Untiefe bei der Pyramiden-Boje. Bei
gutem Wetter trifft man dort immer den Lootsendampfer an. Sobald das Wetter
aber unruhig oder stürmisch wird, geht der Dampfer hinter Inyack-Insel in
irgend einer Bucht zu Anker.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat August 1898.
Von Kauffahrteischiffen.
a. Segelschiffe:
1. Bremer Vollschiff „Beethoven“, Kapt. W. von Thülen. Lizard—New
York, 24/4 —17/5 1897, 23 Tage. New York—0° N-Br in 28,5° W-Lg, 26/6—
2/8 1897, 37 Tage. 0° N-Br in 285° W-Lg —39,5° S-Br in 0° W-Lg, 2/8—
24/8 1897, 22 Tage. 395° S-Br in 0° W-Lg— Ombay-Strafse, 24/8—8/10 1897,
45 Tage. Ombay-Strafse— Yokohama, 8/10 — 18/11 1897, 41 Tage. Reisedauer
New York— Yokohama {45 Tage. Yokohama— Portland (Oreg.), 16/12 1897—
7/1 1898, 23 Tage. Portland—0° N-Br in 118° W-Lg, 4/2—8/3 1898, 32 Tage.
0° N-Br in 118° W-Lg — Kap Horn, 8/3 — 16/4 1898, 39 Tage. Kap Horn—
0° N-Br in 27,5° W-Lg, 16/4 — 18/5 1898, 32 Tage. 0° N-Br in 275° W-Lg—
Lizard, 18/5—1/7 1898, 44 Tage. Reisedauer Portland—Lizard 147 Tage.
2. Hamburger Bark „Lilla“, Kapt. M. Kasch. 50° N-Br— 0° N-Br in
26,5° W-Lg, 5/1—25/1 1897, 20 Tage. 0° N-Br in 26,5° W-Lg — 88,5° S-Br in
0° W-Lg, 25/1—20/2 1897, 26 Tage. 38,5° S-Br in 0° W-Lg-—Geralton (West-
Ann. d, Hyvdr. ete., 1898, Heft X.
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