accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Börgen: Ueber die Gezeitenerscheinungen indem Englischen Kanal, 
NW laufenden vereinigen bezw. ein aus NW kommender Strom sich in zwei 
Zweige (nach Ost und SW laufend) trennt. 
Man erhält nun folgende Uebersicht über die Lage dieser Linien für jede 
Stunde nach Hochwasser bei Dover: 
Tabelle II. 
419 
Atlantische 
Kanal- 
Nordsee- 
Stromscheide 
ih nach Hochwasser bei Dover 
jh 
ZE 
Ih 
{sh 
2h 
MS 
— Niedrigwasser bei Dover 
Lizard -— Morlaix 
Falmouth — Eingang 
der normannischen 
Bucht 
Start Point— Casquets 
Lyme Regis—Kap La 
Hague 
Ausgedehntes Gebiet 
ohne Strom süd- 
lich von der Insel 
Wicght 
Hastings — Fecamp 
— Dieppe 
Hastings — Treport 
Hastings — Mündung 
der Somme 
Rye - Bay — Baic 
d’Authie 
Margate —Gravelines 
Themse-Mündung 
Nieuport 
Von Flamborough Head 
nach NO 
Von "Ihe Wash nach 
NO 
Von The Wash nach 
Nord 
Von Wells - Cromer 
nach NO 
Stromloses Gebiet nörd- 
lich von 52° 30' 
Zwischen Niedrigwasser und Hochwasser wiederholt sich die vorstehend 
gekennzeichnete Verschiebung der Stromscheidelinien in genau derselben Weise: 
1» nach Niedrigwasser bei Dover liegen wieder die atlantische und die Nordsee- 
Stromscheide aufserhalb des Bereiches der Karte und die Kanal- Scheide bei 
Hastings— Fecamp, es findet demnach scheinbar gleich nach Niedrigwasser (und 
ebenso nach Hochwasser) bei Dover eine plötzliche Versetzung dieser Linien von 
Osten nach Westen bezw. nach Norden statt. So ist die Sache indessen nicht 
aufzufassen. In Wirklichkeit hat die atlantische Stromscheide, welche sich bei 
Wight zu einem ausgedehnten stromlosen Gebiet erweitert hatte, ihren Weg nach 
Osten fortgesetzt und liegt eine Stunde nach Hoch- und Niedrigwasser auf der 
Linie Hastings — Fecamp, wobei sich das stromlose Gebiet wesentlich verengert 
hat, und geht nun in der oben angegebenen Weise langsam weiter nach Osten. 
Gleich nach Hoch- bezw. Niedrigwasser bei Dover ist auch in der Nordsee der 
Strom herumgegangen und hat dieselbe Richtung angenommen, welche schon 
vorher in der Straße von Dover herrschte, mit welchem Strom er sich vereinigt, 
dadurch die Kanal-Scheidelinie: Themse-Mündung — Nieuport zum Verschwinden 
bringend. Gleiches gilt für die Nordsee - Scheidelinie, welche sich bei Niedrig- 
wasser (und bei Hochwasser) zu dem stromlosen Gebiet nördlich von 52° 30' er- 
weitert hatte und verschwindet, sobald der Strom in der Nordsee herumgegangen 
ist und sich mit dem in der Strafßse von Dover herrschenden vereinigt hat. Zwei 
Stunden nach Hoch- und Niedrigwasser bei Dover treten im Westen und im 
Norden neue Stromscheidelinien in den Bereich der Karte, die nun ebenso wie 
vorher langsam nach Osten und Süden vorrücken. 
Während des Steigens des Wassers bei Dover scheidet die atlantische 
Stromscheidelinie östlichen Strom (im Westen derselben) vom westlichen, die 
Kanal - Scheidelinie westlichen Strom vom östlichen bis nordöstlichen und die 
Nordsee-Scheidelinie nordwestlichen vom südöstlichen Strom. Während des Fallens 
des Wassers bei Dover findet das Umgekehrte statt. Auf den Stromscheidelinien 
selbst ist natürlich Stromstille, und‘ wir können daher, wenigstens angenähert, 
bestimmen, wie lange Zeit vor dem Ortshochwasser oder Niedrigwasser der Strom- 
wechsel stattfindet, wenn wir die Tageszeit dieser Phase, welche sich für den 
Tag von Neu- oder Vollmond aus der bekannten Hafenzeit von Dover und der 
Anzahl Stunden vor oder nach dortigem Hochwasser ergiebt, mit der Hoch- oder 
Niedrigwasserzeit am Orte vergleichen, welche für den Tag von Neu- oder Voll- 
mond aus der Karte der gleichen Fluthstundenlinien (der Cotidal lines) entnommen 
werden kann.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.