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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1898, 
morgens am 28. Mai lief der Wind nordwestlich. Um 4 Uhr klarte die Luft ab, 
der Wind wurde jedoch nicht weniger, sondern wehte anhaltend als voller Sturm, 
der in den Böen die Stärke 10 bis 11 erreichte. Das Schiff führte nur noch die 
Untermarssegel. Es lief eine sehr hohe wilde See. In den ersten Nachmittags- 
stunden stand der Sturm auf seiner Höhe. Es wehte in Orkanartigen Böen, 
worin der Wind strichweise westlicher holte. Nachdem er gegen 6 Uhr abends 
bis West gegangen, wurde das Wetter etwas handsamer, worauf um 8 Uhr 
wieder mehr Segel gesetzt und der Kurs nach NO wieder aufgenommen werden 
konnte, doch blieb es den ganzen folgenden Tag steifer Wind aus West; erst 
gegen Mitternacht vom 29. zum 30. Mai, als das Barometer, allmählich steigend, 
bis auf 768 mm gekommen war, begann der südwestlich holende Wind rascher 
abzunehmen. Das Barometer erreichte seinen tiefsten Stand von 748 mm, als 
gegen 2 Uhr nachmittags am 28. Mai der Sturm am schwersten wehte und von 
NW nach West umzugehen begann. 
Ueber die Gezeitenerscheinungen in dem Englischen Kanal und 
dem südwestlichen Theile der Nordsee. 
Professor Dr. C. BORGEN, Wilhelmshaven. 
Die Gezeiten zeigen in dem, in der Ueberschrift bezeichneten Gebiete so- 
wohl in ihrem Verlaufe nach Zeit und Höhe als auch besonders -in den mit ihnen 
verbundenen Strömungen manche Eigenthümlichkeiten, deren Kenntnifs für den 
Seefahrer von Wichtigkeit ist, die daher im Folgenden näher beschrieben und 
auf Grund der Wellentheorie der Gezeiten erklärt werden sollen, ; 
Das Gebiet, um welches es sich hier handelt, erstreckt sich vom Atlantischen 
Ozean durch den Englischen Kanal bis etwa nördlich von Cromer einer- und 
Texel andererseits. Es wird die Uebersichtlichkeit erleichtern und den Hinweis 
auf andere Quellen ersparen, wenn wir hier, ehe wir in die Beschreibung der 
auffälligen Erscheinungen eintreten, eine Uebersicht über die (auf Greenwicher 
Zeit reducirten) Hafenzeiten und die Springfluthwechsel an einer Anzahl von 
Orten geben, auf welche nachher Bezug genommen werden kann. 
Tabelle 1. 
Hafen- | Fluthwechsel 
zeit bei Springflutl 
Hafen- | Fluthwechsel 
zeit bei Springfluth 
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Französ 
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“7 4niederländi;:he /.üstr., 
Courseulles . 
Oystreham . 
Dives, . . 
Honfleur . . 
Havre) . . 2... 
Fecamp . . . . 
St. Valery en Caux. 
Dieppe . . . . 
Le Treport . . . 
Cayeux . . . 
Boulogne s. M. . 
Kap Grisnez . . . 
Calais . . . . 
Dunkerque. . . 
Nieuport . . +. 
ÖOstende. . . . 
Vlissingen. . . . 
Westkappelle . . . 
Hoek van Holland 
Zeegat . . » +. 
45, Katwyk aan Zee, . 
8, Yıuiden ,. . . 4 
. Texel, Zeegat. . - 
. Ameland, vor den Gats 
49. Helgoland . 
*, OQuessant . . 
. L’Abervrach . . 
Ile de Bas, . . 
Roscoff. . . 
Plougrescaut . . . 
Heaux-Leuchtfeuer , 
Ile Brehat . . . 
Portrieux . . . 
St. Malo . .. 
Les Minquiers , 
Cancale . . . . 
Ile de Chausey Le 
Sund. . +» + 2.0.“ 
13. Granville . . . . 
4. Les Ecrehoux. . . 
15, Dielette , 2. . 
'6, Goury . . 2... 
. Jersey, St. Helier . 
1 Jersey, Rozel. . . 
3. Guernsey, St, Pierre 
?0. Casquets . . . . 
71. Alderney . . x «4 
22. Omonville . . . . 
23. Cherbourg „ . . 
74. Barfleur, . 2) 
25. La Hougue. 
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10,9 
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11,2 
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Im Hafen hält das Hochwasser mehrere Stunden an. 
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