Comoxatiba, Ostküste von Brasilien.
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eine ziemlich hohe Dünung. Das Riff erhebt sich bei Niedrigwasser 1 m über
die Meeresoberfläche und ist im Uebrigen an der Brandung erkennbar. ;
‚Als gute Ansegelungsmarke für Comoxatiba ist der Berg Pascal zu be-
zeichnen. Sobald man denselben in der Peilung WzN hat, kann man dem Lande
zusteuern. Das Itacolomi-Riff soll nach der Aussage hiesiger Fischer weiter ab-
liegen, als auf der Karte angegeben ist. Lootsen sind vorhanden; als solche
dienen Fischerleute, doch hat das Ansegeln bei beständigem Gebrauch des Lothes
auch ohne Lootsen keine Gefahr. Die Ladung, Silbersand, wird in kleinen
Kanoes, die ungefähr 2 Tonnen laden, an Bord gebracht und wird beim Transport
gewöhnlich nafß, wodurch ihr schweres Gewicht noch vermehrt wird. Das Ein-
nehmen unserer Ladung von 528 Tonnen nahm zehn Tage in Anspruch. Ab-
yaben sind in Comoxatiba von Schiffen nicht zu entrichten. Zollbeamte werden
von Bahia mitgenommen und an Bord beherbergt und beköstigt; auch mufs das
Schiff zur Ausklarirung wieder nach Bahia zurück. Vor „Adonis“ waren erst
drei Segelschiffe zum Laden in Comoxatiba gewesen. Während unseres Aufent-
haltes daselbst hatten wir vom 27, Februar bis zum 4. März meistens Südost-
bis Ostsüdostwind, täglich Böen mit Regen, keine Landbriese, vom 4. bis zum
Q, März Ostnordostbriese mit Schauern und von 5 bis 8 Uhr morgens leichte
Landbriese, vom 9. bis zum 13, März wieder Ostsüdostwind, aber morgens Land-
briese. Die Lufttemperatur schwankte zwischen 26° und 31° C, die des Meer-
wyassers hielt sich auf 27° C.
Weltkarte zur Uebersicht der Meeresströmungen.
Entworfen und bearbeitet im Auftrage der Direktion der Deutschen Seewarte
von Dr. GERHARD SCHOTT. 1898.
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin SW, Wilhelmstrafse 29.
Preis aufgezogen auf Leinwand 10 Mk.
Es ist eine geraume Zeit verflossen, seitdem die letzte deutsche Weltkarte in
größerem Mafsstabe zur Uebersicht der Meeresströmungen erschienen ist,‘) Es
ist nicht unsere Absicht, auf eine Aufzählung der langen Reihe der Karten dieser
Art des Näheren einzugehen. Sind doch auch die meisten derselben weniger auf
gründliche Beobachtungen basirt, als zu einem grofsen Theile auf hypothetischen
Annahmen fulsend, weil Beobachtungen eingehender Art zur Zeit ihrer Heraus-
yabe nicht vorlagen. Nach und nach wurden einzelne Gebiete kritischer bearbeitet,
and auch die Deutsche Seewarte hat in den ihren Segelhandbüchern beigegebenen
Atlanten mit Erfolg versucht, jene hypothetischen Annahmen von den Dar-
stellungen der Meeresströmungen zu entfernen. Von zusammenfassenden Dar-
stellungen der Meeresströmungen über die Erde mögen nur zwei aus dem
Jahre 1886 stammende als einen grofsen Fortschritt gegen frühere Darstellungen
bezeichnend erwähnt werden. Es sind dies: „Die Uebersichtskarte der Meeres-
strömungen“ von Dr., jetzt Prof. Otto Krümmel, für Dr. G. Neumayers
„Wissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen“ (Il. Auflage) bearbeitet, und die
dem „Manual of Scientific Enquiry, prepared for the use of Officers“ in H. M. Navy
5% Edition by Sir Robert Ball, beigegebene „Chart, illustrating the mean direction
of oceanic currents“. Die Darstellungsweise in den beiden genannten Karten ist
eine recht verschiedene, denn während die erstgenannte zwischen warmen und
kalten Strömungen unterscheidet und auch die Stromstärken in 24 Stunden durch
besondere Signaturen angiebt, beschränkt sich die letztere darauf, durch die in
den Karten der britischen Admiralität beliebte Weise und numerische Angabe
der Stromstärken alles zur Zeit Bekannte darzustellen. Es bedarf nicht erst der
Erwähnung, dafs auf besonderen Kartons die nach Jahreszeiten wechselnden
Strömungen in den Monsungebieten veranschaulicht werden. Der Mafsstab dieser
Uebersichtskarten war — wie es der Zweck, dem sie in den genannten Werken
1) „Physikalische Weltkarte der Erde“ von Hermann Berghaus, Gotha 1876. Ferner
‚Physikalischer Atlas“ von Hermann Berghaus, Blatt No. 21, Gotha 1892.
Ann. d. Hydr. etc. 1598, Heft X.