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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1898. 
die’ Insel zu klaren, Schließlich gelang uns in der Nacht vom 3. zum 4, Januar 
mit einer schlanken, von Regenböen begleiteten Südwestbriese den Eingang des 
Golfes zu erreichen. Da der Wind stets unzuverlässig ist, thut man gut, bei 
der Einsegelung in den Golf von Dulce Matapalo Head mindestens bis in die 
Peilung NNO am Kompafls zu bringen, bevor man den Kurs ändert, und dann 
die Westseite des Golfes in einem Abstande von 1!/s bis 2 Sm zu halten. Bei 
Sombrero und Tigre - Spitze brandete es heftig; es scheint mir, dafs die Riffe 
weiter abliegen, als in der Karte angegeben ist. Da ein starker Chubasco von 
NNW aufzog, wurden wir gezwungen, um 5 Uhr nachmittags in der Peilung 
Tigre - Spitze S'Z7W und Arenitas - Spitze in NW!/aN am Kompafs auf 6 Faden 
Wassertiefe zu ankern. Während der Nacht hatten wir heftigen Regen. 
Am nächsten Morgen, den 5. Januar, ging ich mit meinem Lootsen im 
Boot nach Santo Domingo, um die dortige Rhede auszupeilen. Wir fanden die 
Wassertiefe dem Lande zu sehr rasch ahbrehmend. Auf 15 Faden Tiefe über 
Muddgrund verankerten wir zur Bezeichnung des Ankerplatzes eine Boje. Nach- 
dem wir zum Schiffe zurückgekehrt, wurde um 1 Uhr nachmittags der Anker 
gelichtet und unter Anweisung des Lootsen bei flauer östlicher, später südlicher 
bis westlicher Briese unter fleifsigem Lothen nach der Rhede von Santo Domingo 
gesegelt. Die Lothungen längs der Küste stimmten ziemlich gut mit den Angaben 
der Karte überein. Unweit Arenitas - Spitze bemerkten wir aber eine plötzliche 
Abnahme der Wassertiefe; wir hielten gleich mehr vom Lande ab, verspürten 
aber doch, dafs das Schiff gleich darauf leicht den Grund berührte. Es kam in- 
dessen nicht aus der Fahrt, sondern gehorchte dem Ruder und fiel gleich vor 
den Wind ab, worauf auch sofort eine rasche Zunahme der Wassertiefe gelothet 
wurde. Wir ankerten dann auf 15 Faden !/a Sm vom Lände entfernt. 
Das Schiff lag hier ganz ruhig und sicher, und das Beladen ging gut von 
statten. „Papa“ war das erste Schiff, welches hier Cedernholz Iud. Das 
Letztere wird von verschiedenen Plätzen am Golfe nach Sauto Domingo zu- 
sammengebracht; es ist nicht so gut wie das Holz am Golf von Nicoya, sondern 
weicher und durch das lange Liegen vielfach verfault und aufgerissen. 
Während unseres Aufenthaltes im Golf von Dulce im Januar 1898 fielen 
fast täglich heftige Regenschauer, die indessen nicht von starken Windstöfsen 
begleitet waren. KEigentliche Norder sollen, wie man mir sagte, im Golf nicht 
auftreten; gewöhnlich ist es still,- oder es herrschen flaue, umlaufende Winde. 
Eine Versegelung hierher dürfte deshalb eher als zeitraubend, denn als gefährlich 
zu bezeichnen sein. Die Strömung scheint gering zu sein und an der Westseite, 
wenn vorhanden, stets auszulaufen. 
Walfänger besuchen den Golf von Dulce öfters; die Hauptfangzeit ist 
August und September. 
Auf der Rückfahrt nach Puntarenas gestalteten sich die Verhältnisse etwas 
günstiger, so dafs diese in fünf Tagen ausgeführt werden konnte. 
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Comoxatiba, Ostküste von Brasilien. 
Von Kapt. FR. MÜLLER von der deutschen Bark „Adonis“ 
In Bahia wurde „Adonis“ befrachtet, in Comoxatiba eine Ladung Silber- 
sand (Thoroxyd) mit der Bestimmung nach Hamburg einzunehmen, trat die Ver- 
segelung am 22. Februar 1898 an und erreichte den Ladeplatz fünf Tage später, 
am 27. Februar. Der Wind war auf der Reise beständig aus Südost bis Ostsüd- 
ost, mit leichten Böen. 
Comoxatiba liegt ungefähr 250 Sm südlich von Bahia, Der Ort besteht 
zur Zeit aus 20 bis 30 strohgedeckten Häusern; außer gutem Trinkwasser, das 
ein kleiner Bach liefert, ist hier an Schiffsbedürfnissen nichts zu bekommen. Der 
Hafen für kleine Fahrzeuge befindet sich innerhalb eines Riffes, das ungefähr 
300 m vom Lande liegt und durch welches eine schmale Durchfahrt führt. Auf 
der Innenrhede ist eine Wassertiefe von 3m. Gröfsere Schiffe ankern aufserhalb 
des Riffes. Unser Ankerplatz war ungefähr 500 m von demselben entfernt, die 
Häuser von Comoxatiba West peilend, auf 11m (6 Faden) Wasser. Der Anker- 
grund, Mudd mit Sand gemischt, hält sehr gut, Auf der Außenrhede läuft immer
	        
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