Samarang und Boeloe (Bulu) an der Nordküste von Java.
An frischem Proviant waren nur gelegentlich Hühner, Eier und Kokos-
nüsse zu haben,
Am Morgen des 25, Dezember 1893 verließen wir bei mäfsigem Südwest-
winde die Rhede von Boeloe und setzten den Kurs auf die Ostspitze von Madura,
Der Weg dorthin wurde gröfstentheils bei leichten und mäfsigen nordwestlichen
Winden zurückgelegt. Am 27. Dezember mittags passirten wir den Feuerthurm
von Sapudi und steuerten alsdann den Kurs nach der Bali-Straße.. Um 8 Uhr
morgens am 28, Dezember standen wir ungefähr 18 Sm‘ ostnordöstlich von
Meinders-Riff, und als um 9 Uhr ein steifer Südwind durchkam, der beständig
zu werden schien, entschlols ich mich, nach der Lombok-Strafse und durch diese
in den Indischen Ozean zu segeln. Am Abend des 29, Dezember stand das Schiff
in dem Eingange der Lombok - Straße (S. 224 ff. a. a. O.), etwa 6 Sm von der
Bali-Küste entfernt. Da die Nacht anbrach, gab ich meine Absicht, . die Bali-
Seite der Straße zu halten, auf und steuerte bei leichtem bis mäfßigem West-
bis Nordwestwinde nach der anderen Seite hinüber. Von 8 bis 12 Uhr abends
wurden nur einige leichte Stromkabbelungen passirt, während das Schiff einen
guten Fortgang machte, was sich durch Peilungen von Küstenpunkten auf Lombok
feststellen liefs. Gegen 1 Uhr morgens am 30. Dezember gerieth das Schiff
aber in eine fürchterliche Stromkabbelung und war trotz seiner 4 Knoten Fahrt
nicht zu steuern. Das Wasser schlug an beiden Seiten auf Deck, und eine
Sturzsee lief sogar von hinten über das Heck. Das Schiff drehte sich dabei
ganz herum, doch gelang es uns, dasselbe wieder auf seinen Kurs zu bringen
und zu halten. Um 5 Uhr morgens den 30. Dezember liefen wir bei auf-
frischender westlicher Briese aus der Strafe hinaus in den Indischen Ozean
hinein. Hier trafen wir einen östlichen Strom und eine südwestliche Dünung,
welche dem Vorankommen sehr hinderlich waren. Am folgenden Tage nahm
die Reise einen guten Verlauf,
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Ueber den Golf von Nicoya und den Golf von Dulce. Centralamerika.”)
Von Kapt. F. W. THOM, Bark „Papa“.
Nach einer Reise von 111 Tagen vom Englischen Kanal erreichte „Papa“
am 30. Oktober 1897 die Rhede von Puntarenas, Costarica, entlöschte hier einen
Theil seiner ausgehenden Ladung und versegelte dann, unter Mitnahme eines
Lootsen, nach der Halbinsel Buquerones, um dort den für die Rückreise nöthigen
Ballast, 260 Tonnen, für welchen 1!/» $ die Tonne bezahlt werden mußte, einzu-
nehmen, Das Schiff lag daselbst im Schutze der Inseln Negritos und Cedro sehr
ruhig und sicher auf einer Wassertiefe von 9 bis 10 Faden über Muddgrund.
Ueber das Versegeln im Golf von Nicoya habe ich dem im Segelhandbuch
Gesagten nichts hinzuzufügen, nur möchte ich noch erwähnen, dafs man in
Tamarindo auf der Halbinsel Buquerones sehr gutes Trinkwasser erhalten kann;
die Quelle, welche das Wasser liefert, fließt über Steingrund vom Berge herab,
und man hat nur einen Trichter mit Schlauch nöthig, um das Wasser in den
Fässern, welche man nahe an den Fuß des Berges rollt, aufzufangen. Im Monat
Dezember kann man jeden Tag mindestens 1500 Gallonen an Bord schaffen. In
der ganz trockenen Jahreszeit fliefst die Quelle spärlicher, und würde es ’sich
dann kaum verlohnen, nur des Wassers wegen. diesen Platz anzusegeln.. An
Bord von „Papa“ wurden während des Ballasteinnehmens sämmtliche. Wasser-
tanks aufgefüllt.
Am 25, Dezember versegelten wir in Ballast von Puntarenas nach dem
Golf von Dulce, passirten Judas - Spitze in genügendem Abstande und nahmen
dann den direkten Kurs nach Cano-Insel. Da aber stets eine hohe widrige See
aus Süd bis Südwest lief, die flaue Seebriese gewöhnlich hoch südlich war ‚und
nachts Windstille herrschte, fanden wir es höchst schwierig, nach Südost zu
gelangen. Der Strom setzte stets .nordostwärts gegen die Küste, namentlich in
der Nähe von Cano-Insel, und brauchten wir infolgedessen volle fünf Tage, um
1) Siehe „Segzelhandbuch für den Stillen Ozean“, Seite 524 und 525.