Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen.-
an St. B. und alsdann recht auf das Wachtschiff. Zwischen dem Wachtschiff und
der kleinen Tonne an der Westseite des Hafens ist die Fahrrinne. :
Die Gezeitenströmungen setzen, wie in der Karte angegeben, NW
bezw. SO über die Bänke hinweg (siehe auch S. 225 a. a. O.). .
In der Regenzeit ist das Land morgens häufig durch Gewitterböen verdeckt.
Hafeneinrichtungen (S. 223 a. a. 0.). Kajen und Ladebrücken, woselbst
Seeschiffe löschen können, giebt es nicht. Die von der Regierung erbaute Lade-
brücke dient nur zum Löschen von Leichtern, und auch diese können nur bei
Hochwasser längsseits kommen; ‚sie ist mit drei Dampfkrähnen von 5, 3 und 2t
Hebekraft versehen. Die beiden. der „Beira Railway Co. 1t.“ gehörigen Lade-
brücken sind nicht stark genug und haben auch nicht genügend Wasser, um
größeren Schiffen das Anlegen zu gestatten. . Auf. der gröfseren dieser. beiden
Brücken sind zwei Dampfkrähne von je 5t, auf der kleineren ein solcher von
15 t und einer von 2 t Hebekraft angebracht. Lagerschuppen sind vorhanden
und durch Schienengeleise mit den Brücken, die letzteren auch mit dem Bahnhof
verbunden.
Die Boote landen im Leichterhafen am Strande.
Löschen und Laden geschieht mit Leichtern; es können bis 200 t am
Tage gelöscht werden. Sind viel Schiffe im Hafen, so tritt Leichtermangel und
demgemäfs Verzögerung ein. Im Jahre 1897 kam es häufig vor, dafs Segel-
schiffe 3 bis 4 Monate zum Löschen ihrer Ladung brauchten. Sonntags wird
nicht gearbeitet,
Geladen wird in Beira nur wenig; Dampfer nehmen gelegentlich Wachs
und Gummi, Segelschiffe gehen nur in Ballast aus dem Hafen. Ballast kostet
etwa 3 Mk, die Tonne. ;
Hafenabgaben für jedes Schiff 100 Mk.
Schiffahrtsunkosten,
Für jede Tonne Ladung ein oder aus. . . . 0,40 Mk,
Für jeden Passagier ein oder aus. . . . . 133,
Tonnengeld für Segler für die Registertonne . 0,66 „
Tonnengeld für Dampfer für die Registertonne 0,27 „
Krahngebühren und Brückenabgabe für die Tonne 1,73
Ausrüstung (S. 223 a, a. O.)., Frisches Fleisch ist sehr theuer, ebenso
Eier und Hühner, und mitunter gar nicht zu haben; frisches Gemüse giebt es
nicht; 1 kg Brot kostet etwa 1 Mk.; dagegen sind jeder Art Präserven zu haben,
auch unverzollt. Sonstige Ausrüstung ist kaum vorhanden.
Wasser (8.223 a. a. O.) ist nur aus dem Buzi-Flufs in eisernen Tanks
zu beschaffen und kostet etwa 20 Mk. die Tonne; das Flußlswasser ist brack,
Bunkerkohlen sind im Allgemeinen nicht zu haben. Im Nothfall giebt
die Beira Railway Co., welche stets eine gröfsere Menge englischer Kohlen auf
Lager hält, bis zu 50 £ zum Preise von 40 bis 45 Mk. die Tonne ab.
Docks und Ausbesserungswerkstätten sind nicht vorhanden, jedoch
ist bei Springtide der Strand sehr geeignet, ein Schiff darauf zu holen, um
etwaige Schäden am Schiffsboden provisorisch auszubessern. ;
Sturmsignal. Bei sehr schlechtem Wetter wird ein schwarzer Kegel am
TThurm der Capitania (Hafenbehörde) geheifst, wodurch jeder Verkehr mit den
Schiffen im Hafen verboten wird,
Schiffsverkehr (S. 224 a, a. O.). Im Jahre 1897 verkehrten im Hafen
200 Dampfer mit 266 610 Registertonnen und 37 Segler mit 16030 Registertonnen,
darunter deutsche bezw. 56 mit 84 821 Registertonnen und 2 mit 1240 Register-
tonnen. Alle Segler gingen in Ballast aus, von den Dampfern fünf. Die vor-
herrschende Flagge ist die englische. An der Küstenschiffahrt ist die deutsche
Flagge mit monatlich einem Dampfer der Ostafrika-Linie zwischen Beira, Chinde,
Quelimane, Parapat und Mocambique betheiligt, Diese Linie hat auch einen
Agenten am Ort, ebenso der Verein Hamburger Assekuradeure.
Ein- und Ausfuhr (S. 223 a. a. O.). Die Einfuhr, welche alle Bedarfs-
artikel umfafst, hatte im Jahre 1897 einen Werth von ungefähr 1115000 Mk,,
die Ausfuhr, Gummi elastieum, Wachs, Elfenbein, 570 000 Mk. ‘ Die Segler
bringen Baumaterialien.
Postdampfer (S. 224 a. a. O.). Aufßser der Haupt- und Nebenlinie der
Deutschen Ostafrika-Linie, deren Dampfer je zweimal monatlich von Norden und
Ann. d, Hydr. etc, 1898, Heft X.
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