np
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktuber 1898.
Das deutsche Konsulat liegt in der Hafenstadt Charlotte-Amalia.
Das Klima trägt den westindischen Charakter, im Sommer sehr heifs, im
Winter angenehm. Juli, August, September sind die heißesten Monate.
Die Gesundheitsverhältnisse sind im Allgemeinen nicht ungünstig, fieber-
hafte Krankheiten kommen häufig vor, namentlich im Beginn der Regenzeit, April
und Mai, sie haben jedoch im Allgemeinen keinen gefährlichen Charakter. Regel-
mäfsige meteorologische Beobachtungen werden nicht mehr angestellt (vgl.
Ann. 86, S. 356).
Eine im Hafen öfter gefangene Fischart, Baracouta genannt, soll zu
Zeiten riftig sein.
Beira.
„Africa Pilot“, p. III, 1897 — B. IX, 2 —,
Kaiserlich deutscher Vice-Konsul 0. Stuhlmann, Beira. Mai 1898.
D. „Kanzler“, Kapt. Elson, Deutsche Ost-Afrika-Linie, eing. Mai 1898,
Peilungen und Kurse mifsweisend.
Ansteuerungsmarke. Der auf der Brit. Adm.-Karte No. 648 .— Tit, IX,
41 — eingetragene „conspicuous tree“ — etwa 14 Sm ONO vom Feuer auf der
Spitze Jea — ist die beste Ansegelungsmarke für Beira, Etwas nördlich von
diesem Baum erscheinf die Küste als ein weißer Sandstreifen, an dessen süd-
lichem Ende ebenfalls ein gut sichtbarer Baum steht, der in der Karte nicht
angegeben ist. Er würde von der Ansegelungstonne etwa NO peilen.
Lootsenwesen (S. 221 a. a. O.). Es giebt keine Lootsen; der Führer
des Schleppers „Trevoa“ übernimmt gelegentlich das Einlootsen von Segelschiffen.
Schleppdampfer (S. 221 a. a. O.) sind vorhanden und für Segelschiffe
zum KEinschleppen sehr empfehlenswerth; der Schlepplohn von der Einsegelungs-
tonne bis zum Ankerplatz beträgt 400 bis 500 Mk. für ein Segelschiff.
Gesundheitspolizei. Ein Gesundheitspafßs wird ständig verlangt; der
Verkehr mit dem Lande darf erst nach dem ärztlichen Besuch eröffnet werden.
In Quarantäne gelegte Schiffe müssen einige Seemeilen flufßsaufwärts die Quaran-
täne abliegen; eine Quarantäneanstalt ist nicht vorhanden.
Zollamtliche Behandlung. Es wird verlangt: ein Ladungsmanifest, eine
Passagierliste mit Gepäckangabe, eine Proviantliste.
Betonnung. Die Tonne No. 6 ist durch eine spitze Tonne ausgewechselt
worden („Nachr, f. Seef.“ 1898, No. 1823). An der westlichen Seite des Hafens
liegt eine kleine Tonne, welche die Bänke auf dieser Seite bezeichnet.
Ankerplatz (S. 223 a, a. O.). Man ankert innerhalb des Wachtschiffes
an der Stadtseite in 7,3 m (4 Faden), Mudgrund, zwischen dem Wachtschiff und
der kleinen Tonne. Bei starker Briese aus SO oder Süd treiben die Schiffe
leicht vor einem Anker, Segelschiffe liegen stets vor zwei Ankern. Zur Spring-
tide herrscht sehr häufig eine steife Briese aus Süd und SO, seltener aus SW,
welche eine kurze grobe See im Hafen hervorruft. Die Wassertiefen liegen
zwischen 12,8 bis 3,7 m (42‘ bis 12‘); der gröfste Fluthwechsel ist 7 m (23’), Nach
dem Konsulatsbericht ist der Liegeplatz für Schiffe mit feuergefährlicher Ladung
einige Seemeilen stromauf. (Vgl. Brit, Adm.-Karte No. 1003 — Tit. IX, 43 —.)
Anweisung für Dampfer (S. 222 a. a. O.). Man kann nur bei Tage
einlaufen; das Feuer auf der Spitze Jea scheint bei klarer Luft eben bis zur
Ansegelungstonne. Diese liegt S!/4O 13,5 Sm von dem „conspieuous tree“,
Unter allen Umständen mufs das Handloth beständig gebraucht
werden; ferner überzeuge man sich durch Peilungen des Feuerthurmes auf Jea
and der Palmen bei Chirora von der richtigen Lage der Tonnen, da letztere
häufig vertrieben sind. Es empfiehlt sich nicht, gemäfs der Bemerkung auf der
Brit. Adm.- Karte No. 1003 — Tit. IX, 43 — sich dicht an den südlichen
rothen Tonnen No. 2, 3 und 4 zu halten, da diese dicht am Rande der Südbänke
liegen und, falls sie vertrieben sind, das Schiff unfehlbar an Grund gerathen
würde. Man kann mit einem tiefgehenden Schiffe von jeder dieser Tonnen etwa
‘/a Sm nördlich abbleiben. Von Tonne No. 6 halte man recht auf Tonne No. 5.
Schiffe mit über 4m (13’) Tiefgang können die flachste Stelle bei Tonne No. 5
aur mit Hochwasser passıren. Von Tonne No, 5 halte man Tonne No. 7 eben